Bolls Ortsvorsteherin Meta Staudt blickte auf ein gelungenes Jahr zurück, in dem viel bewegt werden konnte.
Mit der Neujahrssitzung des Ortschaftsrates Boll begann das politische Jahr. Für den festlichen Rahmen sorgte erneut der Musikverein Boll.
Die stellvertretende Ortsvorsteherin Annette Hähn begrüßte neben den Bürgern zahlreiche Ehrengäste, darunter Bürgermeister Philipp Hahn, die erste Beigeordnete Dorothee Müllges, Ortsvorsteherkollegen, Schulleitungen sowie Vertreter der örtlichen Vereine und Institutionen.
Ein Schwerpunkt der Sitzung war der Vortrag von Jochen Schwab zu den „Tante M“-Läden. Der Betreiber informierte über das Konzept personalfreier Dorfläden, die ab etwa 1000 Einwohnern rentabel sind. Angeboten werden Produkte des täglichen Bedarfs, davon rund 30 Prozent regional. Bestehende Infrastruktur könne zu smarten Läden mit langen Öffnungszeiten umgebaut werden.
Konkrete Pläne für Boll gibt es derzeit nicht; der Ortschaftsrat sieht den Vortrag als Diskussionsgrundlage für die Zukunft. Auch politische Fragen, Preisgestaltung und der Umgang mit überschüssigen Lebensmitteln wurden erläutert.
Boll hat 1207
Ortsvorsteherin Meta Staudt blickte anschließend auf das vergangene Jahr zurück und gedachte der 14 Verstorbenen. Die Einwohnerzahl Bolls liegt aktuell bei 1207. Es gab 44 Weg- und 40 Zuzüge. In humorvoller Weise sprach Meta Staudt die geringe Geburtenzahl von nur zwei Kindern im vergangenen Jahr an. „Das ist schon etwas beängstigend“, merkte die Dorfchefin an, die augenzwinkernd unterstrich, dass Boll hier nicht noch „von Sickingen überholt“ werden wolle.
Daher müsse sie wohl wieder ein ernstes Wörtchen mit den Jungvermählten und Paaren im Ort wechseln. Wie es mit mehr Nachwuchs klappen könnte, hatte sie im Internet recherchiert. Kuschelzonen im Zollerwald und Schamental könnten einen Anreiz bieten, aber auch der Ausbau von Infrastruktur und Wohnraum, zählte sie, an den Bürgermeister gewandt, auf.
Allee fehlt noch
Abgeschlossene Projekte 2025 waren unter anderem Arbeiten am Feuerwehrhaus, im Jugendraum, an Gehwegen und an der Halle. Ein Großprojekt war die „neue Schnellstraße“ nach Maria Zell, die fertiggestellt wurde und noch zur Allee werden könnte.
Denn hier fehlen noch die Obstbäume am Wegesrand. Auf dem Friedhof wurden Umgestaltungen vorgenommen. Für das neue Jahr sind unter anderem die Umrüstung der Hallenbeleuchtung auf LED, weitere Straßenarbeiten, Fortschritte beim Mobilfunkmast sowie Wünsche nach Breitband, neuen Bauplätzen und der Nutzung leerstehender Gebäude geplant.
Mit dem Dank und einem Präsent für die Grünpaten: Gudrun Hoch, Silke Heß, Karola Beck, Rosmarie Buckenmaier und Achim Daiker bog der Jahresauftakt auf seine Zielgerade ein.
In einer Rückschau in Bildern vergegenwärtigten sich die Anwesenden nochmals die lebensqualitätsteigernden Veranstaltungen, die das Jahreskarussell wieder einmal parat hatte.