Den Kanderner Freien Wählern ist es wichtig, nah am Bürger zu sein. Sie wollen wissen, wo der Schuh drückt. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung deutlich.
Die Vorsitzende der Freien Wähler Kandern, Kaja Wohlschlegel, hatte zur Versammlung eingeladen.
Rückblick: Die Vereinigung traf sich zu Info-Rundgängen in der Kernstadt, wozu die Öffentlichkeit eingeladen war. „Die wesentliche Arbeit wurde jedoch durch die sechs Vertreter im Gemeinderat bewältigt, darunter Johann Albrecht als Bürgermeister-Stellvertreter und die beiden Ortsvorsteher Rolf Moritz und Björn Trupp“, sagte Wohlschlegel.
Besonders erfolgreich verlief die Info-Veranstaltung zur Regio-S-Bahn im August. 70 Gäste folgten der Einladung – Befürworter und Gegner der Bahn. Bahnfachmann Beat Rutishauser referierte über den aktuellen Sachstand und skizzierte den geplanten weiteren Ablauf.
Finanzen: Kassierer Andreas Spicker berichtete über einen zufriedenstellenden Kassenstand. Fritz Höferlin bestätigte eine einwandfreie Kassenführung.
Bericht aus dem Gemeinderat: Gemeinderat Johann Albrecht berichtete über die Zäsur durch das Ausscheiden der langjährigen erfahrenen Gemeinderäte, Fritz Höferlin und Martin Greiner. Kompensiert wurde das Ausscheiden durch zwei neue Gemeinderäte, Andreas Spicker als Fraktionssprecher und Markus Meier.
Eines der größten behandelten Themen im Gemeinderat war die Entscheidung, die Leistungsphasen eins und zwei zur Reaktivierung der Kandertalbahn zu unterstützen und mit zu finanzieren. Die Summen, die Weil am Rhein und Binzen zu tragen hätten, die eine Mitfinanzierung aber abgelehnt haben, wird Kandern mit übernehmen. Die Freien Wähler befürworteten dies.
Die Chance nutzen
„Diese Leistungsphasen brauchen wir, um zu wissen, wo wir dran sind“, sagte Albrecht. Die Freien Wähler würden diese Gelegenheit als einmalige Chance für Kandern betrachten.
Albrecht rechnet mit einem Kostenanteil von insgesamt sechs Millionen, der an den Kommunen im Kandertal hängen bleiben würde. Der „worst case“ sei, dass eine halbe Million Euro in den Sand gesetzt würde. Dies könne passieren, wenn sich bei den Ergebnissen zeige, dass das ganze Projekt nicht finanzierbar sei.
Ebenfalls ein großes Thema im vergangenen Jahr sei die Aufgabe gewesen, die Betreuung der Grundschulkinder in Tannenkirch sicherzustellen. Die erste Kostenschätzung eines Ingenieurbüros zu längst fälligen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen der Grundschule Tannenkirch sei zu ungenau gewesen.
Klammer Haushalt
Das dritte Thema war der Haushalt, der sich im kommenden Jahr eher als „Magermilch denn als Vollmilch“ erweisen werde – obwohl Kandern stets sparsam gewesen sei und versucht habe, nicht unnötig Geld auszugeben.
Weiterhin berichteten die Gemeinderäte Albrecht und Spicker noch über die hohen Wassergebühren, die sich mit dem Zukauf von Wasser vom Hohlebachverband begründen würden. Auch sei das Wassernetz von Kandern in die Jahre gekommen, Rohrbrüche würden zunehmen. Dass die Bürger derzeit vermehrt Wasser einsparten, würde an den Fixkosten nichts ändern und würde sich schlimmstenfalls kontraproduktiv für die Gebühren erweisen, hieß es.
Wahlen: Der zweite Vorsitzende Johann Albrecht wurde für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurden Schriftführer Markus Vollmer, Kassierer Andreas Spicker und der bisherige zweite Beisitzer, Dirk Munz.