In Neuweiler ist auch 2025 viel geplant. Foto: Thomas Fritsch

Neuweiler zieht Bilanz und blickt auf 2025. Trotz klammer Kassen sind der Bürgermeister und sein Stellvertreter weitgehend optimistisch. Einen besonderen Höhepunkt dürfte es in diesem Jahr auf jeden Fall geben.

Die Gemeinde Neuweiler hat im vergangenen Jahr einiges umgesetzt. Und im kommenden Jahr noch einiges vor. Das wird nicht zuletzt einiges kosten. 2,4 Millionen Euro, so der Plan, sollen an zusätzlichen Krediten aufgenommen werden.

 

In ihren Ansprachen zum Jahresende zeigten sich Bürgermeister Martin Buchwald sowie dessen erster Stellvertreter, der Gemeinderat Jonathan Stockinger, dennoch im Großen und Ganzen zuversichtlich.

Das sagt der Rat

Stockinger ging in seiner Rede in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Neuweiler auf die vielen Neuerungen ein, die das Jahr 2024 der Gemeinde gebracht habe – etwa neue Gebäude (das Feuerwehrhaus), neues Personal oder auch neue Energie (die geplanten Windkraftanlagen, für die im Herbst der Vertrag unterschrieben wurde).

Die größte Neuerung sei aber sicher die Wahl des Gemeinderates im Juni gewesen. Das neue Gremium habe nicht zuletzt bereits bewiesen, dass die umstrittene Unechte Teilortswahl (die beibehalten wurde) einen „ganz großen Mehrwert bringt“.

Viele altgediente Räte seien in diesem Zug aus dem Gemeinderat ausgeschieden, dadurch sei „viel Wissen verloren gegangen, viel Erfahrung“. Dafür habe frischer Wind Einzug gehalten, der sich schon jetzt bewährt habe.

Auch wenn es im Gremium oft heiß hergehe, könne man positiv auf das vergangene Jahr blicken.

Zu 2025 meinte Stockinger: „Wir haben viel vor“ – und das bei einem „strammen Haushalt“. Dabei nannte er etwa die anstehende Rathaussanierung oder den weiteren Breitbandausbau.

Was drücke, sei die Kreisumlage, die wohl allein zwei Millionen Euro der insgesamt knapp elf Millionen Euro der Gemeinde ausmachen wird. Neuweiler sei zudem flächenmäßig groß, aber relativ klein in Sachen Einwohnerzahl – was einen größeren Infrastruktur-Aufwand pro Kopf bedeutet.

Auch 2025 werde vieles nicht so gemacht werden können, wie die Bürger es gerne hätten. Stockinger meinte aber, dass sich durch Diskussionen sinnvolle Wege finden würden. In den allermeisten Fällen gingen Gremium und Verwaltung auch gut und vernünftig miteinander um.

Das sagt der Bürgermeister

Dass Diskussionen mitunter hart in der Sache sein müssen, bekräftigte auch der Bürgermeister. Demokratie lebe von Vielfalt. „Es wäre mir himmelangst, wir wären immer einer Meinung“, meinte Buchwald dazu.

Als Bürgermeister müsse man indes Optimist sein. Auch wenn etwa die Haushaltslage nicht einfach sei. Fest stehe: „Wenn’s kommt, egal was auch immer, wir schaffen das, wir Gemeinden“, so Buchwald.

Und es gebe auch Gründe zur Hoffnung. Etwa ein drittes Entlastungspaket seitens des Landes, der Abschluss des Breitbandausbaus in Agenbach, der Bau eines „einzigartigen Kindergartens“, das Feuerwehrgerätehaus, das Anfang des Jahres in Betrieb gehen könne.

Und nicht zuletzt, der „von mir eingefädelte Coup, um einen Nahversorger nach Neuweiler zu bekommen“, der jetzt tatsächlich angegangen werden könne. Die Verträge seien alle geschlossen und vom Gemeinderat genehmigt, eine Baugenehmigung liege bereits vor, es brauche nur noch einen Termin für den Spatenstich in diesem Jahr hinter dem Feuerwehrgerätehaus.

Auf eine spätere Nachfrage aus dem Publikum, um welchen Nahversorger es sich handle, meinte der Bürgermeister nur mit einem Lächeln: „Nicht Brutto.“

Weniger erfreulich sei dagegen die allgemeine Finanzlage. Denn obwohl Neuweiler nur investiere, wenn es sein müsse und einen deutlichen Mehrwert für die Bürger bringe, „so geben wir doch mehr Geld aus, als wir haben“. Dabei „helfe“ auch der Landkreis „mit der landesweit höchsten Kreisumlage“.

Und so könne nicht alles erledigt werden, was gewünscht sei, und müsse teilweise ins kommende Jahr verschoben werden.

Neben dem Breitbandausbau bleibe unter anderem das Betreuungsthema für die Jüngsten wie auch die Ältesten eine der arbeitsintensivsten Aufgaben. Im Bereich der Ortskernsanierung im Wildbader Weg 10 werde 2025 das Projekt „Barrierearme Wohnformen“ in die Umsetzung gehen. Auch die Rathaussanierung müsse starten, um die Zuschüsse nicht zu verlieren.