Eine Ausstellung blickt auf die zehnjährige Geschichte des neuen Freiburger Gebäudes zurück.
Ganz neu ist sie nicht mehr, gewöhnungsbedürftig bleibt sie für viele in der Stadt trotzdem: Die Universitätsbibliothek Freiburg (UB) feiert in diesen Tagen den zehnten Jahrestag ihrer Neueröffnung. Die ursprünglich 1978 errichtete UB wurde zwischen 2008 und 2015 für 53 Millionen Euro nahezu komplett abgerissen und nach einem Entwurf des Basler Stararchitekten Heinrich Degelo erneuert. Lediglich die unterirdischen Magazine und ein Fahrstuhlschacht blieben erhalten.
Mit der Ausstellung „Kontinuität und Wandel“ feiert die Bibliothek, die täglich von bis zu 16 000 Menschen genutzt wird und in den zehn Jahren nach der Einweihung bereits mehr als 25 Millionen Besucher zählte, nun sich selbst.
Im Internet findet man auf Youtube bis heute einen satirischen NDR-Beitrag aus dem Jahr 2016, der die Freiburger UB gleich auf Platz eins bis drei der „irrsten Universitätsbibliotheken Deutschlands“ wählte.
Zahlreiche Baumängel bei der Eröffnung
Der Beitrag nahm die zahlreichen Kinderkrankheiten des Neubaus aufs Korn: Die Drehtür am Eingang war für Menschen mit Behinderung gefährlich, die spiegelnde Fassade blendete Autofahrer derart, dass zu bestimmten Tageszeiten ein großes Tuch darüber gehängt werden musste, und schon zur Eröffnung gab es zu wenige Sitzplätze. Diese Liste der Pannen setzte sich in den Folgejahren fort: herabstürzende Fassadenelemente, eindringendes Wasser und Schimmelbefall bei rund 30 000 der drei Millionen Bücher im Keller sorgten wiederholt für negative Schlagzeilen. Die als große Errungenschaft eingeführte Öffnung der UB rund um die Uhr wurde aus Kostengründen bereits nach drei Jahren wieder eingeschränkt.
Die Sanierung der Außenhaut an der Westfassade ist bis heute nicht abgeschlossen, eigentlich hätte sie bereits im Frühjahr 2024 fertig sein sollen. Auch bei der Belüftung der unterirdischen Magazine wurden Nachbesserungen angekündigt, damit keine weiteren Bände Schimmel ansetzen.
Derzeit dauern die aufwendigen Reparaturarbeiten an den schimmligen Büchern noch an. Immerhin: Der Rechtsstreit mit dem Architekten über die Kosten des Blendschutzes wurde inzwischen per Vergleich beigelegt. Zwei Drittel des Blendschutzes zahlen die ausführenden Architekten der UB.
Die Ausstellung „Kontinuität und Wandel“ ist im Parlatorium der Universitätsbibliothek (UB) Freiburg noch bis zum 7. November täglich von 7 bis 24 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.