Das hatten sich die Beteiligten bei der TSG Balingen anders vorgestellt: Die 1:6-Pleite gegen die SG Sonnenhof Großaspach war eine deutliche Angelegenheit, die Differenz zwischen den beiden Teams beträgt nun sieben Punkte. Trainer Murat Isik und Kapitän Matthias Schmitz äußern sich unzufrieden.
Zum zweiten Mal nach der Partie gegen den SSV Reutlingen war die Bizerba-Arena am Samstag „ausverkauft“. Die 2500 Zuschauer sahen dabei eine Begegnung, in welcher der Tabellenführer aus Großaspach ein richtiges Ausrufezeichen setzte.
Entsprechend kommentierte Gäste-Trainer Pascal Reinhardt auf der Pressekonferenz: „Das Spiel hatte auf jeden Fall den Rahmen, den es auch verdient hat. Wir haben uns auf ein Rock-Konzert eingestellt, heute war es aber ein Einzelkonzert von einer Person.“ Damit meinte er natürlich seine SG, die mit 6:1 die Oberhand behielt. „Das frühe 1:0 hat uns natürlich in die Karten gespielt. Wir wussten, dass die TSG das Zentrum überlädt und haben dort auf Ballgewinne gelauert. Der Ausgleich ging dann in Ordnung, aber wir haben schnell eine Antwort gefunden.“
Matchplan geht auf
In der Tat ging sein Matchplan voll auf. Murat Isik gab seinem Pendant in dessen taktischen Ausführungen recht und erkannte: „Wir konnten unsere Achter nicht wie gewohnt frei spielen. Wir müssen nun gemeinsam aufstehen. Niederlagen gehören zum Leben dazu, man muss aber die richtige Reaktion zeigen.“ So waren die Gäste in Ballbesitz sehr abgeklärt und gegen den Ball enorm aufmerksam. Die TSG hingegen hatte Probleme mit den hohen Bällen in Richtung der zwei „Brecher“ Fabian Eisele und Michael Kleinschrodt, die zusammen drei der sechs Treffer zielten. Auch im Umschaltspiel zeigte sich Großaspach – insbesondere über den überragenden Mert Tasdelen – bestens aufgelegt.
Mit Dennis Latifovic, Ferdinand Schmidt, Noah Haller und Kapitän Matthias Schmitz kehrten vier zuletzt fehlende Stammkräfte zurück in die Startelf. Schmitz lief mit Maske auf, konnte der Abwehr aber nicht wie gewohnt Stabilität verleihen. Als Ausrede wollte er seinen „Gesichtsschmuck“ nicht gelten lassen. „Ich habe die ganze Woche mit Maske trainiert. Natürlich ist es ein wenig anders als ohne, aber daran lag es nicht.“
Großaspach als klarer Titelfavorit
Den Spielverlauf analysierte er wie folgt: „Nach dem 1:1 waren wir meiner Meinung nach ein paar Minuten die bessere Mannschaft, bis wir das 1:2 bekommen. Dann kriegen wir zu einfache Tore und es ist gegen Aspach dann natürlich schwierig.“ Auch Isik erkannte: „Der Doppelschlag war ein Knackpunkt. Dann war auch unsere Körpersprache nicht mehr so gut und wir haben angefangen zu überlegen. Und wenn du überlegst, machst du eben Fehler.“
Trotz drei Wechseln und einer Systemumstellung kamen die Balinger auch nach dem Seitenwechsel nicht mehr ins Spiel zurück – einen ernstzunehmenden Torabschluss gab es überhaupt nicht mehr. Großaspach hingegen legte im Stile eines Spitzenreiters noch zwei Treffer nach. Nach dem 15. Sieg in Folge und der Performance am Samstag ist klar: Die Meisterschaft geht in erster Linie über die Reinhardt-Elf.
Dennis Klose wird Vater
Ärgerlich aus TSG-Sicht zudem: Der Platzverweis für Amney Moutassime war bereits der vierte in den vergangenen fünf Spielen. „Das ist bitter, da schwächen wir uns selber, das ist einfach unnötig“, so Schmitz.
Stammtorwart Dennis Klose, der von Louis Potye vertreten wurde, durfte sich am Samstag hingegen über die Geburt seiner Tochter freuen. Auf Instagram erklärte er freudestrahlend: „Es geht allen Beteiligten gut.“