Ein ganzes Jahr lang hat Dörlinbach sein 800-jähriges Bestehen gefeiert. Über die verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen ist das Dorf zusammengewachsen. Ein Rückblick.
Es sollte ein „Festjahr der Superlative“ werden, hatte Bürgermeister Matthias Litterst beim Neujahrsempfang der Gemeinde in der Dörlinbacher Festhalle angekündigt. Er sollte Recht behalten. Tausende Besucher auch von außerhalb des Schuttertals strömten im Jahr 2025 ins Dorf, um mit den Menschen zu feiern.
Die Veranstaltungen: Zahlreiche Höhepunkte verschiedenster Art hatte das Jubiläumsprogramm zu bieten. Im März begeisterte das Festbankett mit den Auftritten von Dörlinbacher „Originalen“, im Juni wurde ein ganzes Wochenende lang mit Tausenden Besuchern beim großen Jubiläumswochenende gefeiert. Einblicke in das Dorfleben vor Hunderten von Jahren bot im Juli ein imposantes Theaterstück und auch bei der Rundwanderung zu den Bauernhöfen im September begaben sich die Dörlinbacher auf die Spuren ihrer Vorfahren. Dazu wurden einige ohnehin jährlich stattfindende Veranstaltungen ins Jubiläumsprogramm integriert.
Die Aktionen: Vom Jubiläum bleiben nicht nur Erinnerungen. Das Dorf werden noch eine ganze Weile etwa die Banner mit den Trachtenträgern zieren. Eine Gruppe von 22 jungen Männern und Frauen hatte sich dazu in Schale geworfen, dem Fotoshooting entsprang auch ein Jahreskalender. Auch das Graffiti-Logo, das Jugendliche aus dem Ort gemeinsam mit Künstlerin Jule Ohnemus gestalteten, wird die Wand zwischen der alten Schule und dem IK Griesbaum zieren. Maßgeblichen Anteil an der Organisation dieser Projekte hatte Gemeinderätin Julia Zehnle. Als „absolut gelungen“ bezeichnet diese das Jubiläumsjahr. „Ich finde, dass wir stolz auf uns und das Geleistete sein können. Meiner Meinung nach haben wir die Erwartungen mehr als übertroffen.“ Am meisten begeistert haben sie die Situationen, „in denen die Begeisterung, Motivation und der Stolz spürbar waren“. Dabei bezieht sie sich etwa auf den Verkauf des ersten Jubiläumskalenders oder das Betrachten des Banners nach dem Graffiti-Projekt.
Neuer Mühlenplatz ist ein Hingucker
Als „nachhaltiges Projekt“ wurde im Jubiläumsjahr der Platz unterhalb der früheren Pitpat-Anlage neu gestaltet. Er nennt sich nun Mühlenplatz und ist mit dem Brunnen, den Sitzgelegenheiten und den Spielgeräten zu einem sozialen Treffpunkt für Alt und Jung geworden. Dazu ist er ein Hingucker: Am Holzzaun prangt in bunten Lettern und Ziffern der Schriftzug „800 Jahre“, in einem Sandstein ist das Jubiläumslogo eingraviert und über die Festtage steht hier ein geschmückter Weihnachtsbaum.
Die Produkte: Passend zur 800-Jahr-Feier wurden über das ganze Jahr hinweg diverse Jubiläumsprodukte verkauft. Darunter Geschenkpapier, T-Shirts oder – bei der Wanderung zu den Bauernhöfen – besondere Gläser. Zu den außergewöhnlichen Produkten zählen die Nudeln in historischer Verpackung von Andrea Schwörer. „Rund 1400 Verpackungen“, schätzt die Pfarrsekretärin im Gespräch mit unserer Redaktion, hat sie im Laufe des Jahres bei den diversen Veranstaltungen verkauft. Erst vor Weihnachten, freut sie sich, hat ein kleiner Betrieb zudem eine große Bestellung aufgegeben, um die Nudeln als Weihnachtsgeschenke zu verwenden. Der Erlös aus der Aktion soll einem sozialen Zweck zugute kommen. Welcher das sein wird, das will sich Schwörer noch überlegen. Für das Jubiläumsjahr an sich hat sie nur lobende Worte übrig: „Es war für jeden etwas dabei“, blickt sie auf die Event zurück.
Jahr hat der Dorfgemeinschaft gut getan
Die Dorfgemeinschaft: Früh schon war 2025 zu merken: Das Jubiläumsjahr geht an kaum jemandem vorbei. Die Organisation über verschiedene Projektgruppen hatte zur Folge, dass ein großer Teil der Dörlinbacher am Jubiläum beteiligt war. Sei es als Organisator oder als Helfer bei den Events. „Wir haben ein Jahr voller Gemeinschaft, Zusammenhalt und Herzblut erlebt“, sagte Bürgermeister Matthias Litterst schon beim Dankeschönfest.
Den Ruck in der Dorfgemeinschaft, den man sich im Vorfeld erhofft hatte, habe man 2025 gespürt, findet auch Andrea Schwörer. Julia Zehnle schließt sich an: „Meiner Meinung nach hat uns das Jubiläumsjahr sehr gut getan, denn wir sind als Dorfgemeinschaft wieder enger zusammengerückt.“ Man habe den Zusammenhalt stärken können – vereins und generationsübergreifend. Bei vielen habe sich „die Identifikation mit dem Heimatort Dörlinbach nochmals spürbar erhöht und die vielen Projekte haben bewiesen, dass man gemeinsam sehr viel erreichen kann und es lohnenswert ist, sich ehrenamtlich zu engagieren.“ Den Schwung aus dem Jubiläumsjahr wollen die Dörlinbacher nun mitnehmen, um im kommenden Jahr eine schwierige Aufgabe zu lösen: Der einzige Lebensmittelladen im Ort, IK Griesbaum, schließt und es soll eine Lösung gefunden werden, im Ort weiterhin Nahversorgung anzubieten.
Der Ausklang: Zwei Veranstaltungen stehen noch im Plan: Dies ist zum einen das „Neujahressingen“ heute Abend kurz vor Mitternacht. Damit soll das Jubiläumsjahr abgeschlossen und das neue Jahr eingeleitet werden. Treffpunkt ist die Dorfmitte. Am Freitag, 6. Februar, um 19 Uhr steht die Finissage der Kunstausstellung von Dörlinbacher Künstlern im Rathaus an.
Alle Berichte
Die schönsten Bilder und alle Berichte unserer Redaktion zum Jubiläumsjahr in Dörlinbach gibt es online. Unter www.schwarzwaelder-bote.de/thema/800_Jahre_Dörlinbach gibt es alle Artikel auf einen Blick.