Romantik ja – aber bitte mit Polonaise. Beim Roverball der Pfadfinder blieb kein Fuß still und kein Luftballon heil.
Die Pfadfinder luden zum alljährlich gut besuchten Roverball – und verwandelten das Marienheim unter Herzballons, Amor-Figuren und roten Glitzervorhängen in eine tanzende Liebeszone. Für die passende Musik sorgten die „Saure Kuttle“ (Dominik Dieterle, Moritz Allgaier, Anselm Pfaff, Elias Rohrer, Lukas Blessing, Markus Ketterer und Cedric Kimmic), die den Gästen so einheizte, dass schon bald Fenster geöffnet werden mussten. Man munkelte sogar von Discofox-Einlagen, die selbst Tanzexperten beeindruckt hätten.
Als die Rover anschließend schauspielerisch erklärten, wie es mit Bienchen, Blümchen und Amor so läuft, gab es im Saal kein Halten mehr. Moderator und Amor Simon King versuchte die Lage zu beruhigen und lud „erstmal zum Sekt an die Bar ein“ – doch dafür blieb kaum Zeit. Die erste Polonaise des Abends ließ nicht auf sich warten, die Stimmung kochte. Mit Quizfragen prüfte die Band zwischendurch den Alkoholpegel – erfolgreich: Keine einzige Frage wurde beantwortet.
Textsicher zeigte sich das Publikum dagegen beim Narrenmarsch. Gegen 21.30 Uhr statteten Stadtmusik und Narren dem Roverball einen Besuch ab. Für Brezeln, Würstle und Schokolade wurde kurz pausiert, ehe die altbekannten Fasnetshits den Saal erneut zum Toben brachten. Nach einem humorvollen Exkurs über das Datingleben zur Fasnetszeit folgte eine Premiere: Pfadfinder aus Balingen zeigten die erste Trauung beim Roverball – mit vertauschten Geschlechterrollen und großem Gelächter. Amor Simon King kommentierte trocken: „Bei so vielen Augenzeugen können sie die Ehe nie leugnen.“
Magisch wurde es beim Auftritt des Kolping-Balletts. Als Harry Potter und seine Freunde fegten die Tänzerinnen über die Bühne und lieferten auf lautstarke Forderung prompt eine Zugabe. Für den finalen Programmpunkt sorgte erneut Amor Simon King – mit einer Musikeinlage per Luftballon und Tinnitus-Garantie. Trotz quietschender Töne sang der Saal begeistert mit.
Nach der Verkündung einer kleinen Tragödie – ein Brezelbändel war verschwunden – rissen die „Saure Kuttle“ endgültig die Hütte ab.