Am Wochenende wird im Rottweiler Bürgerweinberg eifrig gearbeitet. Foto: Siegmeier

In den beiden Rottweiler Weinbergflächen am Höllenstein und am Schwarzen Felsen laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Am Wochenende wurden Wurzeln und Steine für die Bepflanzung abgesammelt.

Es geht was in den beiden Rottweiler Weinbergen Höllenstein und Schwarzer Felsen. Die Landesgartenschau 2028 rückt mit riesigen Schritten näher und wenn es bis dahin Wein geben soll, dann wird die Zeit langsam knapp.

 

„Aber wir sind total guter Dinge. Wir werden am 23. und 24. Mai pflanzen, wenn das Wetter mitspielt“, informiert Vorstandsmitglied Elke Hugger des Vereins Civitis Bürgerweinberg Rottweil auf Nachfrage. In den vergangenen Tagen und Wochen wurden mit schwerem Gerät die Vorarbeiten geleistet, die Terrassen angelegt und planiert. Bevor jetzt 600 Pflanzen in den Boden kommen, gibt es noch eine Menge zu tun.

Los geht es mit 600 Pflanzen

„Da noch viele Wurzeln im Boden sind, werden wir vor der Pflanzung noch über die Flächen müssen, um die großen Wurzeln abzusammeln“, lässt Hugger wissen. Und am Wochenende waren Vereinsmitglieder fleißig am Werk und haben Steine und Wurzelwerk aufgesammelt, sodass in den nächsten Tagen die Kreiselegge zum Einsatz kommen kann, um dafür zu sorgen, dass der Boden noch feinkrümeliger wird.

Auch am Schwarzen Felsen waren die Baggerfahrer und Helfer aktiv. Die Terrassen sind bereits fertig. Aber: Auch hier gibt es noch jede Menge Steine und Wurzelwerk, das abgesammelt werden muss.

Hoffnung auf mehr Pflanzen

Gemeinsam wird dann gepflanzt. „Das Gartenbauunternehmen setzt die Pflanzlöcher und wir bringen die Pflanzen ein“, sagt Hugger und freut sich, wie auch die anderen Vereinsmitglieder – knapp über 60 sind es mittlerweile –, dass es endlich losgeht.

Wer sich einbringen und Mitglied werden möchte, der könne sich jederzeit melden, laden sie und Vorstandsmitglied Thomas Lippert ein, der am Wochenende ebenfalls bei der Aktion am Steilhang dabei war. „Helfende Hände werden immer gebraucht.“

Allerdings können die beiden Rebflächen noch nicht komplett bepflanzt werden. „Wir hoffen aber noch, dass wir noch ein paar mehr Pflanzen bekommen, weil irgendjemand welche zurückgibt“, so Hugger.

Anzahl der Reben ist begrenzt

Die Schwierigkeit sei, dass die Anzahl der Reben begrenzt ist. Zum einen, weil reglementiert ist, wie viel neue Flächen bepflanzt werden dürfen, und zum anderen, weil die Rebschule ein Jahr Vorbereitungszeit benötigt, bis eine Rebe pflanzfertig ist.

Der Rest folgt eben im kommenden Jahr

„Und da wir im vergangenen Jahr nicht wussten, ob unser Projekt überhaupt zustande kommt, konnten wir im Frühjahr noch keine Reben bestellen“, schildert Hugger die Problematik. Aber sie ist zuversichtlich. Der Rest werde dann eben im nächsten Jahr gepflanzt.

Am Höllenstein werden zwei weiße Rebarten in den Boden gebracht. Solaris und die ganz neue Rebsorte Calardis Soleil. Sie ist die neueste weißbeerige PIWI-Sorte, also pilzwiderstandsfähig Sorte, vom Geilweilerhof. Sie zeichnet sich durch eine jeweils sehr hohe Resistenz gegen Pilzbefall und Sonnenbrand aus und verspricht einen harmonischen, vollmundigen Wein mit spritziger Säure.

Milde Rotweine mit weichen Tanninen

Solaris ist eine 1975 neu gezüchtete pilzwiderstandsfähige Weißweinsorte, die über ein fruchtiges Bouquet verfügt, das an tropische Aromen von Ananas und Josta sowie an Haselnüsse und Mandeln erinnert.

Edle rote Tropfen sollen am Schwarzen Felsen entstehen. Zum einen der Rotwein Léon Millot, der ebenfalls eine hohe Pilzresistenz aufweist. Gut ausgebaut sollen aus der Traubensorte angenehm milde Rotweine mit weichen Tanninen entstehen.

Die zweite rote Sorte ist ein Cabaret Noir, eine pilzwiderstandsfähige neue Rotweinsorte aus der Schweiz. „Der Wein zeigt eine dezente Cabernetspielart in den Aromen von dunkler Kirsche, Wacholderbeere und Veilchen. Im Geschmack erinnert er an die Würze von Nelken und Pfeffer“, heißt es in der Beschreibung.