Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Rottweiler Schüler erzählt Schulschließung im Lockdown wäre "katastrophal"

Von
Den Lockdown verbringt Jonas Leute mit lernen, Sport und "Zeit tot schlagen". Foto: Meene

Wie leben Schüler in der Pandemie? Wie sehr fühlen sie sich von dem Lockdown eingeschränkt? Und geht die Jugend wirklich so leichtfertig mit den Corona-Verordnungen um? Wir haben mit dem 15-jährigen Jonas Leute gesprochen. Lesen Sie mehr darüber in unserem (SB+)Artikel.

Rottweil - Für Jugendliche fällt im Corona-Jahr vieles aus, auf was sie sich seit Jahren gefreut haben: Partys, Geburtstagsfeiern und Auslandsaufenthalte –­ solche Ereignisse im Leben eines jungen Menschen können in den meisten Fällen nicht nachgeholt werden. Es ist vorallem der jugendliche Lebensstil, der aktuell stark unter den Verordnungen leiden muss. Sportvereine dürfen kein Training mehr abhalten, Treffen mit der Freundesgruppe sind nicht mehr erlaubt.

Der Jugend wird in der Öffentlichkeit immer wieder die Schuld zugeschoben für die schnelle Ausbreitung der Corona-Pandemie – und kommt dabei selbst kaum zu Wort. Sie sei rücksichtlos und gehe leichtfertig mit den aktuellen Maßnahmen um, heißt es oftmals. Ausgelassen Partys feiern und Treffen in großen Gruppen, trotz Corona-Verordnungen – Stimmt dieses Bild der jungen Generation, die keine Verantwortung für das Wohl der Gesellschaft tragen möchte?

Der 15-Jährige Rottweiler Jonas Leute erzählt, wie er die aktuellen Einschränkungen durch Corona erlebt und ob diese Vorurteile der Jugend gegenüber stimmen. "Gerade den Jugendlichen bricht gerade ganz viel Weg", erzählt Jonas Leute.

Viel Zeit tot schlagen

Im Moment gehe es bei den Meisten hauptsächlich darum, sich die Zeit tot zu schlagen, berichtet dieser. Die Zeit nach der Schule verbringt der Rottweiler mit lernen, zocken oder Einkaufsbummeln gemeinsam mit seiner Familie am Wochenende. Mit zwei Kumpels trifft er sich ab und zu – immer abwechselnd, um die Maßnahmen während des Lockdowns einzuhalten. Der 15-Jährige ist der Meinung: "Soweit sollte man Rücksicht auf die Anderen nehmen."

Jonas spielt Fußball im Rottweiler Verein. Auf Training mussten er und seine Fußballkollegen dieses Jahr viel verzichten. "Das fehlt mir schon." Als Alternativen hat er Online-Trainingspläne für sich entdeckt, außerdem geht er Joggen und macht Krafttraining, um sich auch während des Lockdowns sportlich zu betätigen. Vom Fußballverein kommt die Anweisung: "haltet euch fit", aber ein gemeinsames Online-Training oder ähnliches macht das Team nicht. Was Jonas schade findet, ist dass die Trainingsplätze seit dem Beginn des Lockdowns gesperrt sind. So kann er nicht einmal corona-konform mit nur einem Kumpel gemeinsam trainieren.

Über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen möchte er sich kein Urteil anmaßen. "Ich finde das ein bisschen schwierig zu bewerten, wenn man sich nicht auskennt", erzählt Jonas.

"Aber man muss sich eben bewusst machen, dass es auch irgendwann aufhört." Er nehme sich den Sommer als Ziel vor Augen, in der Hoffnung, dass auch mit dem kommenden Impfstoff dann wieder mehr Freiheiten herrschen. "Dann ist das schon auszuhalten."

Froh über Präsenz

Im Vergleich zum ersten Lockdown im Frühjahr ist Jonas froh, dass zumindest die Schulen noch geöffnet haben. Den Online-Unterricht habe der Schüler der zehnten Klasse im Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) in Rottweil als sehr ungewohnt und umständlich empfunden. Der sei, abhängig vom jeweiligen Lehrer, in manchen Fächern ganz in Ordnung, in anderen Fächern wiederum gar nicht gut gelaufen. "Von manchen Lehrern hat man wochenlang nichts gehört und manche Lehrer haben einfach nur Arbeitsblätter geschickt."­ Es habe ihm sehr gefehlt, Fragen wie sonst im direkten Gespräch klären zu können. "Ich finde es sinnvoll, das die Schulen noch auf haben. Eine erneute Schulschließung wäre echt katastrophal."

Im Rahmen der Berufsorientierung sollen die Schüler der zehnten Klasse in diesem Schuljahr ein sogenannten Bogy-Praktikum machen. Dieses ist bisher noch nicht abgesagt, aber Betriebe zu finden, die mit ihrem Hygienekonzept auf einen einwöchigen Praktikanten vorbereitet sind, fällt schwer, so der 15-Jährige.

Jonas Leute sehe nach seinen Aussagen auch, dass es immer wieder auch an seiner Schule den ein oder anderen gebe, der den Abstand und das Tragen der Maske nicht ganz so ernst nehme. Die Schüler seien vom Schulleiter sogar schon ermahnt worden, dass ein übermäßiger Kontakt und die Umarmungen vor dem Schulgelände zu unterlassen seien. "Es gibt halt immer die, die sich nicht an die Regeln halten", ist Jonas der Meinung. Die gebe es aber in jedem Alter. "Es ist nicht Alt gegen Jung – sondern Regeln akzeptieren gegen Regeln nicht akzeptieren."

Artikel bewerten
1
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.