Der Rottweiler Profiboxer Ardian Krasniqi steigt am Samstagabend in Stuttgart in den Ring. Mittelfristig hofft er auf einen Kampf um den WM-Titel. Foto: Torsten Helmke

In Stuttgart will der Rottweiler Profiboxer Ardian Krasniqi am Samstag seinen WBO-Interkontinental-Titel verteidigen. Wir haben vor dem Kampf mit ihm gesprochen.

Das Warten hat ein Ende: Am Samstagabend steigt der Rottweiler Profiboxer Ardian Krasniqi in der Stuttgarter Scharrena in den Ring. Insgesamt stehen am Samstag 13 Kämpfe auf dem Plan – Krasniqis Auftritt ist natürlich der Höhepunkt des Abends.

 

Gegen den Argentinier Gaspar Fernandez will der 29-jährige Neffe von Boxlegende Luan Krasniqi seinen WBO-Interkontinental-Titel verteidigen. Alle Kämpfe des Abends, der unter dem Motto „Showdown for Legacy III“ steht und von Krasniqis Vermarkter „Primetime Promotion“ veranstaltet wird, werden ab 17.45 Uhr bei Bild+ live übertragen. Die Veranstaltung vor Ort ist bereits nahezu vollständig ausverkauft.

Wir haben uns vor dem Kampf mit dem 29-jährigen Rottweiler über den Kampf, seine Ziele für die Zukunft und seinen berühmten Onkel, Boxlegende Luan Krasniqi, unterhalten.

Herr Krasniqi, wie war die Vorbereitung auf den Kampf am Samstag?

Die Vorbereitungen liefen absolut perfekt. Wir sind jetzt in der letzten Woche, das heißt: Die Intensität geht runter, die Sparringphase ist abgeschlossen und wir feilen nur noch an Details. Im Trainerteam – Rustam Rahimov, mein Vater Agim und ich – haben wir klare Abläufe und einen sehr guten Rhythmus gefunden. Ich fühle mich top vorbereitet.

Was wissen Sie über Ihren nächsten Gegner?

Wir haben ihn gemeinsam im Team intensiv analysiert. Er bringt typische südamerikanische Werte und genau diesen Stil mit: viel Herz, viel Druck und klare Offensive. Wir wissen, was uns erwartet – und wir haben uns darauf sehr gezielt vorbereitet.

In der Vorbereitung auf seinen Kampf absolvierten Ardian Krasniqi ( Zweiter von rechts), Firat Arslan (rechts) und Luan Krasniqi (links) ein Training mit VfB-Legende Timo Hildebrand. Foto: Markus Schick

Ihr großes Ziel ist ein WM-Kampf: Ist das auch jetzt schon im Kopf oder voller Fokus auf den Kampf am Samstag?

Mein Fokus liegt komplett auf Samstag. Alles, was danach kommt, hat jetzt keinen Platz in meinem Kopf. Erst die Pflicht, dann die Kür.

Gibt es schon Planungen, wann es so weit sein könnte mit einem WM-Kampf?

Wir sprechen im Team immer wieder über mögliche Wege – aber im Moment zählt nur der nächste Schritt. Ich lasse mich da nicht ablenken. Erst performen, dann weiterdenken.

Wie wichtig ist es Ihnen, dass der Kampf am Samstagabend in der Heimat stattfindet?

Das bedeutet mir unglaublich viel. Es ist keine Selbstverständlichkeit, vor so einer Kulisse bei mir zu Hause kämpfen zu dürfen. Die Halle, die Menschen, die Stimmung – das gibt mir zusätzliche Energie. Ich freue mich riesig darauf.

Wie wichtig ist Ihr Onkel Luan für Sie als Boxer? Haben Sie regelmäßig Kontakt und gibt er Ihnen Tipps?

Ja, wir sind täglich im Austausch. Luan ist für mich sportlich wie privat eine große Stütze. Er gibt mir viele wertvolle Tipps, begleitet meine Entwicklung sehr eng und spielt eine wichtige Rolle in meinem bisherigen Weg. Das wird auch so bleiben.

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum der deutsche Boxsport in den vergangenen Jahren nicht seine besten Zeiten hatte?

Es gibt sicher viele Faktoren, die dazu geführt haben, dass der Boxsport in Deutschland in den vergangenen Jahren etwas an Sichtbarkeit verloren hat. Aber ich schaue weniger auf die Vergangenheit und mehr darauf, was jetzt möglich ist. Mit Primetime Promotion haben wir ein Team, das ganz klar das Ziel hat, den Boxsport hier in Deutschland – und langfristig auch international – wieder groß zu machen. Wir wollen moderne Strukturen schaffen, neue Fans erreichen und Boxen wieder dorthin bringen, wo es hingehört. Wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, wieder Glanz und Aufmerksamkeit in diesen Sport zu bringen, macht mich das sehr stolz.