Der „kunst raum rottweil“ im Dominikanermuseum wartet mit der Ausstellung „privatissimo“ mit einer besonderen Schau auf. Das Interesse ist groß.
Sie hängen ansonsten in Küchen, Wohnzimmern, Fluren oder Schlafzimmern, und sie haben meist eine ganz besondere Bedeutung – die „Kunstschätze“ privater Sammler.
Die Ausstellung „privatissimo“, die seit Sonntag im „kunst raum rottweil“ im Dominikanermuseum gezeigt wird, rückt einige dieser Schätze oder „Lieblingsstücke“ – allesamt Unikate – nun für einige Monate ins Licht der Öffentlichkeit. Und die ist sehr interessiert daran, was die überragende Besucherzahl zur Vernissage zeigte.
Gezeigt werden Arbeiten aus der Zeit nach 1945, also aus gut 60 Jahren Kunstschaffen. Da gibt es eine unscheinbare Bleistiftzeichnung von Otto Dix aus dem Jahr 1962, die die Enkelin des Malers zeigt und die älteste der ausgestellten Arbeiten ist. Auf der anderen Seite ein Objekt des Frankfurter Künstlers Urban Hüter, das zu den jüngsten Exponaten zählt.
Frühwerke von Hauser
Beeindruckend auch der Stier von Walter Kütz, der in guter Nachbarschaft zur frechen Graffiti-Kunst mit Wildschwein von Stefan Strumbel hängt. Nicht fehlen dürfen Frühwerke von Erich Hauser oder Romuald Hengstler. Das überdimensionale Porträt „Mann“ des Künstlers Yongchul Kim lässt innehalten und die Objektkunst von Jürgen Brodwolf lädt zum Entdecken ein.
Des Weiteren sind Arbeiten von Engdaget L. Amede, Paul Isenrath, Enrico Bach, Hans-Jürgen Kossack, Franz Bucher, Jürgen Knubben, Willi Bucher, Josef Bücheler, Sophia Loth, Heinz Mack, Angela M. Flaig, David Nash, Karl Otto Götz, Pino Pinelli, Karl Manfred Rennertz, Richard Serra, Edgar Hofschen, Artur Stoll, Jörg Immendorf und Rudolf Wachter.
Einzigartig
Kuratiert wurde die Schau von Jürgen Knubben, der in den vergangenen Monaten „auf die Suche ging“ nach Kunstwerken für die Ausstellung mit besonderem Charme. Und Knubben weiß nur zu gut, dass nicht jeder Sammler gerne seine Schätze zeigt, manche bewahren sie gar im Verborgenen auf, andere wiederum präsentieren sie lediglich ausgewählten Besuchern.
Und doch ist es ihm gelungen, diese vielfältige Auswahl zusammenzutragen. „Ich habe nicht eine einzige Absage bekommen“, sagt er bei der Eröffnung. „Ich stelle fest, dass das Private auf Zeit öffentlich werden darf und alle Interessenten am Glück und Stolz der einzelnen Sammler teilnehmen dürfen. Das ist mehr als großzügig und verdient unser aller Lob“, so Knubben weiter, der auch darauf hinwies, dass diese Ausstellung absolut einzigartig sei und in dieser Zusammenstellung nie wieder zu sehen sein werde. „Also nutzen sie die Gelegenheit“, lud er ein.
OB ist entzückt
Auch Oberbürgermeister Christian Ruf war entzückt über das hervorragende Zusammenspiel der doch so unterschiedlichen Sammlerstücke von Menschen aus Rottweil und der Region. „Die Stücke aus privaten Sammlungen ergänzen das Spektrum der Möglichkeiten eines öffentlichen Museums bestens“, lobte Ruf und dankte den zahlreichen Leihgebern, die teils auf Schildchen an den Bildern vermerkt sind, teilweise aber auch unerwähnt bleiben möchten.
Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Dominikanermuseums bis zum 22. Februar 2026 zu sehen.