Evelyn Wörz aus Dietingen lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Thailand. Foto: Wörz

Sie leben irgendwo auf der Welt, tragen ihre Heimat Rottweil aber im Herzen. In einer Serie stellen wir einige Rottweiler vor, die gerne von ihrem Leben in der Fremde erzählen. Heute: Im Gespräch mit Yoga-Lehrerin und Heilpraktikerin Evelyn Wörz.

Rottweil/Ko Samui - Sie lebt und arbeitet an den schönsten Plätzen dieser Welt. Doch auch im Paradies Ko Samui in Thailand steht die Zeit coronabedingt still. Das lässt Evelyn Wörz aus der Fremde wissen. Vor knapp drei Jahren zog es die Kundalini-Yoga-Lehrerin und Heilpraktikerin hinaus in die Welt.

 

Aufgewachsen ist Evelyn Wörz, oder vielmehr Param Dhyan, wie sie sich heute nennt, in Dietingen. Noch immer hat sie hier ihre Wurzeln. Und bevor sie Unterricht und Seminare in vielen Ländern gab, hatte sie eine Praxis in Rottweil. Während der Sommermonate ist sie auch heute normalerweise noch in der Heimat und betreut ihre Patienten oder unterrichtet Workshops.

Paar sitzt seit einem Jahr auf Ko Samui fest

Auf ihren Reisen konnte sie ihr Wissen an alternativen Heilmethoden vertiefen und ihre Seminare in der Yogatherapie international ausweiten. Und in Belgien lernte sie dann ihren Partner Paramjot kennen. Nicht nur die Liebe zueinander, sondern auch die Liebe zur Yogatherapie können die beiden gemeinsam verwirklichen.

Immer wieder schickten sie in den vergangenen Jahren Traumbilder von Traumzielen um die Welt. Doch die Corona-Pandemie hat auch sie nicht verschont. Seit vergangenem Jahr sitzen sie mehr oder weniger fest: auf Ko Samui in Thailand. "Wir könnten zwar ausreisen, aber man weiß nicht, ob man dann wieder zurückkommt", erzählt Evelyn Wörz per Videochat.

Thailand gebe derzeit ein trauriges Bild ab, sagt sie. "Thailand ist wie leer gefegt. Keine Touristen, die Hotels sind leer, viele Restaurants insolvent", erzählt sie. Die Natur könne sich zwar schnell erholen, jedoch sei die Stimmung besorgniserregend. "Es gibt vom Staat keinerlei Unterstützung. Viele Thais fallen sozusagen ins Nichts. Suchterkrankungen und Suizide haben erschreckend zugenommen", schildert sie die Lage im Paradies.

Strenger Lockdown

Das Gute sei, dass sie und ihr Freund arbeiten könnten, auch ohne Touristen. "Wir geben unsere Kurse online. Mein Partner, der weltweit unterrichtet, ist ausgebucht", erzählt sie. Aber auch ihre Yoga-Meditation sei sehr nachgefragt. "Es kommen viele von der Insel mit Problemen", erzählt Wörz.

Die Vorgaben des Lockdowns seien sehr streng, obwohl es nur verschwindend wenig Todesfälle gegeben habe, sagt sie. Nicht reisen zu können, ist für Evelyn Wörz und ihren Partner eher ungewohnt. "Normalerweise sind wir ja immer viel von Hotels zu Hotels unterwegs. Jetzt haben wir eine Villa angemietet, damit wir für unsere Arbeit Platz haben", schildert sie.

Nicht reisen oder planen zu können, sei eine große Belastung. Das Leben stehe quasi still. "Und die reine Arbeit über das Internet strengt auch sehr an. Für mich ist der persönliche Kontakt essenziell, da er einfach tiefer geht. Manchmal hilft ja schon allein eine Umarmung". Kontakte seien so wichtig, da sie die Immunabwehr stärken würden, sagt sie. "Wir brauchen diese Stimulation der Reize dringend".

"Nutzt die Kontaktmöglichkeit übers Internet"

Manchmal sei es in diesen Zeiten schwer, Positivität zu finden, gibt sie zu. "Aber nutzt dazu die Instrumente, die ihr habt: praktiziert Yoga, bewegt Euch, seid kreativ, singt, am besten Mantras, kommt aktiv in eine positive Schwingung, probiert Lachyoga, tanzt, geht nach draußen, meditiert oder macht Atemübungen, vor allem, wenn ihr merkt, ihr rutscht in eine negative Stimmung, die Energie fehlt, ihr habt Schwierigkeiten, euch zu motivieren, und Ängste sind ständige Begleiter. Sucht Euch aktiv Hilfe. Wenn man Angst oder Sorgen hat, ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen", rät die Expertin, hofft aber, dass bald wieder normalere Zeiten Einzug halten.

Den Kontakt zur Familie hält Evelyn Wörz regelmäßig über das Handy. Aber dennoch nicht den Mut zu verlieren und sich für die stürmischen Zeiten stabil zu machen, das rät Evelyn Wörz: "Nutzt Eure Talente kreativ zu bleiben. Und nutzt die Kontaktmöglichkeit übers Internet", ermuntert Evelyn Wörz und hofft, dass sie all ihre Lieben bald wieder persönlich treffen und in die alte Heimat reisen darf.