Otari Nadaraia, Assistenzarzt in der Klinik für Innere Medizin in der Helios-Klinik, impft eine Kollegin. Foto: Helios-Klinik Rottweil

Das Thema Corona-Impfung ist momentan in aller Munde – vom "Impfstoff 2. Klasse" bis zu Fragen rund um Wirksamkeit und Nebenwirkungen wird öffentlich und privat kontrovers diskutiert. Ein großer Verfechter des Impfens ist Martin Maunz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I in der Helios Klinik Rottweil. Er möchte einer Pressemitteilung zufolge möglichst viele Menschen zu dem kleinen Piks motivieren.

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Rottweil - Im Rottweiler Krankenhaus seien inzwischen knapp 200 Mitarbeiter gegen Corona geimpft, viele davon bereits zum zweiten Mal. Ein Teil der Beschäftigten habe im Kreisimpfzentrum Biontech/Pfizer-Impfstoff bekommen, der andere Teil direkt in der Klinik Astrazeneca. Letzteren hatte das Land Baden-Württemberg den Krankenhäusern zur Verfügung gestellt.

"Wir haben hier zwei Impfstoffe, die völlig unterschiedlich funktionieren", erklärt Martin Maunz. Während Biontech/Pfizer auf einer neuen Technologie basiert, nämlich auf der Boten-Ribonukleinsäure (mRNA), ist Astrazeneca ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Allen Unterschieden zum Trotz hätten beide Vakzine, so der Fachausdruck, laut Maunz eine entscheidende Gemeinsamkeit: "Sie sind unser Ausweg aus der Pandemie."

Keine Hinweise auf Unfruchtbarkeit durch Impfung

Aus diesem Grund hätten die beiden Chefärzte der Kliniken für Innere Medizin, Martin Maunz und Wolfgang Heinz, im Rottweiler Krankenhaus schon im November und Dezember kräftig die Werbetrommel gerührt. Die damaligen Vorbehalte gegen die neuartigen Vakzine, entwickelt in Rekordzeit, könne Maunz durchaus nachvollziehen. "Auch Menschen, die im medizinischen und pflegerischen Bereich tätig sind, haben Ängste", sagt er.

Die häufigsten Bedenken, die ihm bei jüngeren Frauen begegnen, sei die Furcht, dass der Impfstoff unfruchtbar machen könnte. Dafür gebe es laut Maunz nach wissenschaftlichen Erkenntnissen jedoch keinerlei Hinweis. Dass sachliche Aufklärung Mut mache, zeigten die Zahlen: Von den Beschäftigten, die zur Priorität 1 gehörten, habe sich der Großteil im Kreisimpfzentrum impfen lassen.

Als klar war, dass die Klinik Astrazeneca zum direkten Verimpfen an die Mitarbeiter erhalte, habe bei den Beschäftigten vor allem die Frage nach der Wirksamkeit im Raum gestanden. Maunz: "Das muss man gut erklären. Was bedeutet denn die prozentuale Wirksamkeit? Sie sagt etwas darüber aus, wie viele Menschen trotz der Impfung Corona bekommen." Da gebe es deutliche Unterschiede bei den Impfstoffen. Aber laut Martin Maunz sei die entscheidende Frage eine ganz andere: "Wie viele Menschen erkranken mit der Impfung noch ernsthaft an Corona?"

Und hier zeigten die Studien zu allen Impfstoffen: Wer geimpft sei, werde nicht mehr ernsthaft krank, falls er sich mit dem SarsCov2-Virus infiziere. So betrachtet, "ist die Wirksamkeit hundert Prozent". Maunz: "Damit nehmen wir der Pandemie den Schrecken, denn sie überlastet unsere Gesundheitssysteme nicht mehr." Der Mediziner hoffe, dass es künftig wie beim Influenza-Impfstoff sein werde: "Ich bekomme einmal im Jahr die Impfung, die mich gegen die neuesten Versionen des Virus schützt. Wenn ich mich infiziere, werde ich möglicherweise auch krank, bekomme Fieber und liege für ein paar Tage flach. Aber ich muss nicht beatmet werden, und ich werde nicht daran sterben."

Nebenwirkungen haben beide Impfungen

Und die Nebenwirkungen? Die gebe es bei beiden Impfungen. Während der Vektor-Impfstoff viele Impflinge, auch in der Klinik, nach der ersten Dosis mit Fieber und Gliederschmerzen ins Bett geschickt habe, löse der mRNA-Impfstoff beim zweiten Mal entsprechende Reaktionen aus. "Das ist unangenehm, und das muss man auch nicht wegdiskutieren", sagt Maunz.

Seine Tochter, Medizinstudentin und mit Astrazeneca geimpft, habe die Nebenwirkungen, die bei jüngeren Menschen häufiger und schwerer auftreten, ebenfalls zu spüren bekommen. "Aber die Impfung ist die einzige Möglichkeit, in absehbarer Zeit wieder wie vor Covid19 zu leben."

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