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Rottweiler Helios-Klinik Angehörige verzweifelt über Besuchsverbot

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Die Helios-Klinik hat am 26. Oktober ein erneutes Besuchsverbot verhängt. Foto: Archiv/Otto

Der 94-Jährige Onkel liegt schwer krank in der Helios-Klinik in Rottweil und versteht nicht, warum ihn niemand besucht. Er weint viel am Telefon. Die Angehörigen können seinen Gesundheitszustand nicht richtig einschätzen und sind verzweifelt über das aktuelle Besuchsverbot. Das gilt nicht an allen Kliniken. Was die Helios-Klinik zur aktuellen Lage sagt und wie sie die Notwendigkeit des Verbots begründet, lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Kreis Rottweil - Die Leserin ist auch deshalb so außer sich, weil es schwer sei, übers Telefon überhaupt etwas über den aktuellen Gesundheitszustand des schwer kranken Mannes herauszufinden. "Wie unmenschlich ist das denn? Mein Onkel darf zwar telefonieren, weint dann aber die ganze Zeit am Telefon", schreibt sie uns. Bald solle er als Pflegefall entlassen werden, die Familie könne die Lage aber gar nicht richtig einschätzen. Und sie verweist auf andere Kliniken, wo Ausnahmen für ältere oder demente Patienten derzeit durchaus erlaubt seien.

Es gibt Ausnahmen

Auf Nachfrage erklärt Klinik-Sprecherin Andrea Schmider, es sei verständlich, dass das Besuchsverbot sowohl Angehörige als auch Patienten sehr belastet. Allerdings mache man in Rottweil wie schon im Frühjahr auch Ausnahmen: bei Geburten, bei der Begleitung Sterbender und bei Minderjährigen.

Gerade jetzt würden aber zahlreiche alte Menschen in der Helios-Klinik behandelt. "Zu viele Ausnahmen würden dazu führen, dass wir das Besuchsverbot quasi durch die Hintertüre wieder aufheben würden – bei der derzeitigen Inzidenz wäre das aus unserer Sicht fahrlässig",sagt sie. Der Focus liege auf dem Schutz aller Patienten, die ja zu den Risikogruppen gehören, und dem Schutz des ärztlichen und pflegerischen Personals. Schmider verweist auf Corona-Ausbrüche in anderen Krankenhäusern, in deren Folge ganze Stationen geschlossen werden mussten, weil das Personal in Quarantäne war oder sich infiziert hatte. Dem wolle man unbedingt entgegen wirken.

Man ermögliche "Kommunikation, wo immer machbar". Angehörige könnten einen Telefontermin mit dem zuständigen Arzt vereinbaren, auch die Patienten hätten ein Telefon. "Aber natürlich ist uns allen klar, dass dies den persönlichen Kontakt nicht ersetzen kann", räumt Schmider ein.

Fragen zur Weiterversorgung nach dem Krankenhausaufenthalt kläre der Sozialdienst normalerweise telefonisch mit den Angehörigen. Sollte dies in diesem Fall versäumt worden sein, solle sich die Leserin bei ihr melden.

Für Verwirrung sorgt, dass derzeit in den Pflegeheimen durchaus Besuchsmöglichkeiten eingeräumt werden. Doch wo liegt der Unterschied? Die Helios-Sprecherin sagt: "Ein Krankenhausaufenthalt ist in der Regel zeitlich begrenzt, so dass ein Besuchsverbot besser realisiert werden kann. Die Patienten verlassen unser Haus nach einer gewissen Zeit ja wieder und können dann Besuch bekommen."

Im Gegensatz zum Frühjahr gebe es derzeit kein bundesweit erlassenes Besuchsverbot für die Kliniken, nur ein eingeschränktes Besuchsrecht. "Aufgrund der hohen Infektionszahlen in unserem Kreis haben wir uns für das Besuchsverbot entschieden", erklärt die Sprecherin.

Und an Weihnachten?

Und wie ist die Perspektive für Betroffene? Was ist mit Weihnachten? Ziel sei es, so viele Patienten wie möglich noch vorher nach Hause zu schicken, damit sie im Familienkreis die Feiertage begehen können. Zur Regelung an Weihnachten kann die Klinik momentan noch nichts sagen. Alles hängt davon ab, wie sich das Infektionsgeschehen im Kreis Rottweil bis dahin entwickelt. In dieser Woche äußerte das Gesundheitsamt zumindest etwas Hoffnung, dass der Lockdown langsam Wirkung zeigt.

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