43 Menschen hat die Rottweiler Feuerwehr 2025 aus lebensbedrohlichen Lagen gerettet. Stadtbrandmeister Frank Müller richtet nun deutliche Worte an den Gemeinderat.
„Wir sind eine starke Konstante in einer bewegten Zeit.“ Mit diesem Satz fasste Frank Müller das zurückliegende Geschäftsjahr der Feuerwehr Rottweil zusammen. Bei der Hauptversammlung präsentierte der Stadtbrandmeister eine Bilanz, die von hoher Einsatzbelastung, strategischer Neuausrichtung und einem klaren Appell an die Stadt geprägt war.
Die Einsatzstatistik der Rottweiler Wehr liest sich fordernd. Insgesamt 483 Mal schrillte im vergangenen Jahr der Alarm. Rund 4500 Einsatzstunden leisteten die ehrenamtlichen Retter dabei ab. Im Detail gab es 85 Brände, 126 technische Hilfeleistungen und 288 sonstige Einsätze (darunter 89 First-Responder-Einsätze und 63 Fehlalarme) zu bewältigen. 43 Menschen konnten aus lebensbedrohlichen Lagen gerettet werden. Für 15 Personen und einen Hund kam jede Hilfe zu spät.
Trotz der psychischen und physischen Belastung bleibt die Feuerwehr mit 454 Mitgliedern personell konstant – davon 256 aktive Einsatzkräfte, elf Jugendfeuerwehrmitglieder und 87 Mitgliedern in der Alterswehr.
Externe Bedarfsanalyse
Ein Meilenstein war die Durchführung einer externen Bedarfsanalyse. Über 18 Monate hinweg wurde die Ausstattung der Wehr erstmals durch einen unabhängigen Gutachter unter die Lupe genommen – ein Prozess, der auch den Kameraden viel Zuarbeit und Zeit abverlangte. Die Ergebnisse, die im März und April offiziell vorgestellt werden, dienen als objektiver Fahrplan für die kommenden Jahre, informierte Pressesprecher Rüdiger Mack.
Erste Weichen gestellt
Die ersten Weichen wurden bereits gestellt und Landeszuwendungen generiert. Als Nächstes stehen die Ausschreibungen für ein neues HLF 20 und einen ELW 1 an. Dabei liege ihm das HLF 20 besonders am Herzen, sagte Müller.
Ein moderner Fuhrpark sei kein Luxus. „Wer 365 Tage im Jahr den Kopf für andere hinhält, darf nicht an veralteter Technik scheitern. Das sind wir unseren Aktiven schuldig.“ Die Technik sei schlicht die „Lebensversicherung unserer Stadt“, richtete der Stadtbrandmeister deutliche Worte an den Gemeinderat.
Als Redner stellte sich auch Kreisbrandmeister Philipp Glunz ans Pult. Nach Stationen in einem Brandschutzbüro und dem Aufstieg in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst habe er nun als Kreisbrandmeister seine Heimat gefunden. Glunz nutzte die Gelegenheit, um die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und den Feuerwehren in den Gemeinden zu erläutern.