Wie sind die Aussichten für das Rottweiler Sommerfestival? (Archivfoto) Foto: Schnekenburger

Mittlerweile ist klar: Das Hohentwiel-Festival wie auch den Honberg-Sommer wird es ein zweites Mal in Folge nicht geben. Droht auch dem Rottweiler Sommervergnügen erneut das Aus? Im Mai wollen sich die Ferienzauber-Macher entscheiden.

Rottweil - In Sachen Impfen läuft es unverändert schleppend, die Politik fährt in der Pandemie weiter auf Sicht. Da bleibt es für die Veranstaltungsbranche schwer, mit einer Planung für die kommenden Monate. Erst vor kurzem hat Ferienzauber-Geschäftsführer Mike Wutta mit uns über die Aussichten für das Rottweiler Sommerfestival gesprochen und zeigte sich dabei durchaus optimistisch.

 

Der Blick zu den Nachbarn in Tuttlingen: Dort ist jetzt bereits klar, dass es das zweite Mal in Folge den 26. Honberg-Sommer nicht geben wird. "15 von 17 Veranstaltungen konnten wir auf 2021 verlegen", blickt Michael Baur, Geschäftsführer des Eigenbetriebs Tuttlinger Hallen, als Veranstalter des Festivals zurück. Doch: "Schon früh in diesem Jahr war abzusehen, dass es wieder wackelig werden kann." Baur und sein Team wollten deshalb jetzt weder das Publikum noch die Künstler länger im Ungewissen lassen. Zu groß schienen die Fragezeichen, ob im Juli Konzerte im Zelt mit 1000 Besuchern erlaubt sein werden und zudem ob dann internationale Künstler auch reisen dürfen.

Zweifel an der Realisierbarkeit in Tuttlingen

Keine Frage ist für Michael Baur hingegen, dass "die Leute Kulturangebote brauchen". Die momentan angekratzte Stimmung in der Gesellschaft führt er zum Teil auf den "fehlenden Ausgleich zu den täglichen Problemen und zu Corona" zurück. Schon seit Januar laufen in Tuttlingen deshalb Überlegungen, wie eine Alternative zum Honberg-Sommer aussehen könnte. Geplant ist eine Reihe mit zehn Abendveranstaltungen unter freiem Himmel in der Burgruine. Vor der Bühne gibt es dann für 300 bis 500 Besucher fest installierte Sitzplätze, um die Abstände zu garantieren. Mit Speisen und Getränken soll man sich vorab an SB-Inseln versorgen können. Direkt nach dem Programm heißt es, den Heimweg anzutreten. Es gibt keinen Biergarten, keine Frühschoppenkonzerte, kein Kinderprogramm. "Es wird also ganz anders als der Honberg-Sommer normalerweise", sagt Baur, "und es heißt deshalb auch nicht Honberg-Sommer". Das erinnert an die Gründe für die Absage des Ferienzaubers im vergangenen Jahr, als es hieß: Lieber gar nichts, als etwas, das nicht zum gewohnten Ferienzauber-Gefühl passt.

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Soweit die Planung – und die Hoffnung, überhaupt etwas anbieten zu können, denn die Entwicklung der zurückliegenden Tage ließ bei Michael Baur die Zweifel an der Realisierbarkeit wachsen. Dabei sind es nicht Bedenken, als Veranstalter alles denkbare für die Gesundheit und Sicherheit der Besucher zu tun, die seinen Optimismus bremsen. Baur hat auch wenig Sorge, das Hygienekonzept könnte beim Gesundheitsamt durchfallen. Doch die Politik fahre in der Pandemie auf Sicht und treffe da selten Entscheidungen, die länger als vier Wochen verlässlich Bestand haben. Unter solchen Voraussetzungen Veranstaltungen zu planen, einen Vorverkauf und die Werbung zu organisieren, sei quasi unmöglich. Dennoch setze man alles daran, ein Programm für den Sommer auf die Beine zu stellen.

Konzerte nur mit vorherigen Schnelltests?

Konzerte nur mit vorherigen Schnelltests – "das könnte uns durchaus blühen", meint Baur. Die Frage sei aber, ob das organisatorisch zu schaffen wäre. Im Testzentrum könnten zwei Personen in drei Stunden 250 bis 300 Tests abnehmen, weiß der Hallen-Geschäftsführer. So etwas vor einem Konzert in einer vertretbaren Zeit durchzuführen, habe also angesichts des Personalaufwands und der Kosten für die Testsets einen enormen Einfluss auf die finanzielle Seite einer Veranstaltung.

Ob nun in Tuttlingen oder in Rottweil der Ferienzauber – die Rahmenbedingungen seien die gleichen, ist sich Michael Baur sicher. "Wenn man etwas Verantwortbares auf die Beine stellen will, kann nur etwas ähnliches rauskommen". Und natürlich sei man mit den Kollegen in der Region regelmäßig in Kontakt. Im Nachbarkreis verfolgt man daher aufmerksam, die Entwicklung rund um den Ferienzauber und ist nicht weniger gespannt auf die Entscheidung als die Rottweiler hier.