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Rottweil Zoll findet bei Kontrollen skurrile Dinge

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Drogen, Gold und andere kuriose Dinge fanden Zollbeamte bei Kontrollen in Kofferräumen. Foto: Charisiusi

Kreis Rottweil - Drogen im Kofferraum auf dem Neckarburg-Rastplatz oder Goldmünzen und Bares im Wert von 65 .000 Euro im Auto eines Rentnerpaars - das Hauptzollamt Singen, tätig auch im Kreis Rottweil, wird bei seinen Kontrollen regelmäßig fündig.

Der jetzt veröffentlichte Jahresbericht zeugt von zahlreichen Entdeckungen - und damit Milliardeneinnahmen.

Die Kontrolle der Zöllner auf der Autobahn 81 ist ein Beispiel von vielen: Ein deutsches Fahrzeug wurde auf dem Ratsplatz Neckarburg-West näher unter die Lupe genommen. Der 25-jährige Fahrer gab an, dass er und sein Beifahrer auf dem Weg zu seiner Schwester seien. Betäubungsmitteln, Waffen oder sonstige verbotene Gegenstände hätten sie nicht dabei.

Bei der Fahrzeugüberprüfund fiel den Beamten intensiver Marihuanageruch auf. Im Handschuhfach wurden fünf Gramm der Hanfblüten aufgefunden. Weitaus mehr brachte die Kontrolle des Kofferraums zu Tage: In der Reserveradmulde - versteckt unter Tüten - fanden die Zöllner vier Plastiktüten mit insgesamt fast 3,5 Kilogramm Marihuana. Die beiden Männer wurden vorläufig festgenommen, gegen sie wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Zöllner stellten alle Betäubungsmittel sicher.

Auch im Zuge des "Southside-Festivals" in Neuhausen ob Eck im vergangenen Jahr waren die Zöllner des Hauptzollamtes Singen gemeinsam mit der Landespolizei aktiv. Insgesamt wurden 71 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz verhängt. 90 Einsatzkräfte waren tätig, ebenso wie zahlreiche Rauschgiftspürhunde.

88-Jähriger hat kleines Vermögen dabei

Besonders wertvolle Fracht entdeckten die Zöllner im Sepetmber 2019 bei der Kontrolle zweier Reisender auf einem Parkplatz in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Geisingen: Der 88-jährige Mann und seine 78-jährige Begleiterin gaben an, einen Bekannten in Singen besucht zu haben. Nennenswerte Bargeldbeträge würden sie nicht mit sich führen. Bei der Kontrolle fanden die Ermittler im Kofferraum eine Aktentasche voller Goldmünzen und Bargeld sowie ein Schreiben und eine Visitenkarte einer Schweizer Bank. Der Fahrer gab schließlich zu, gerade aus Schaffhausen zu kommen. Insgesamt stellten die Zöllner Goldmünzen und Bargeld in Höhe von über 65 .000 Euro fest.

Die Jahresbilanz 2019 des Hauptzollamts Singen ist voll mit solchen Fällen. Vordringliche Aufgabe der Bundeszollverwaltung und damit auch der Beschäftigten des Hauptzollamts Singen ist die Erhebung der Ein- und Ausfuhrabgaben sowie der Verbrauchsteuern auf Energieträger und Genussmittel. Der Zoll nimmt Jahr für Jahr rund die Hälfte der dem Bund zufließenden Steuern ein. 2019 waren das 141 Milliarden Euro. Aber auch die Überwachung der EU-Außengrenze zur Schweiz, die Überwachung des grenzüberschreitenden Bargeldverkehrs sowie die Bekämpfung der Schwarzarbeit stellen Aufgabenschwerpunkte dar.

Das Hauptzollamt Singen hat 2019 rund 2,755 Milliarden Euro eingenommen - 207 Millionen Euro mehr als 2018. Nach wie vor stellt die Einfuhrumsatzsteuer mit gut 2,32 Milliarden Euro die größte Einnahmequelle dar.

6000 Schmuggelfälle aufgedeckt

Die Abfertigung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs ist die ureigenste Aufgabe der Zollverwaltung. Im Landesinneren überwachen seit Verwirklichung des Binnenmarktes der Europäischen Gemeinschaft mobile Kontrolleinheiten die Einhaltung zollrechtlicher Bestimmungen. Insgesamt führten die Prüfungsmaßnahmen zu Nacherhebungen in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro.

Mit dem Wegfall der Zollgrenzen in der EU wurden aber auch die Zollkontrollen an den EU-Außengrenzen, also auch an der Grenze zur Schweiz, umso wichtiger. Dabei sind innerhalb Deutschlands auch mobile Kontrolleinheiten vor allem auf Autobahnen und Bundesstraßen im Einsatz. Mehr als 6000 Schmuggelfälle gehen in der Region auf ihr Erfolgskonto, daraus resultierten mehr als 3500 Steuerstraf- und 261 Bußgeldverfahren.

Die für geschmuggelte Waren zu entrichtenden Abgaben beliefen sich auf 1,14 Millionen Euro. 2019 wurden bei Bargeldkontrollen über 1,1 Millionen unangemeldete Euro in bar festgestellt. Ebenso begehrte, verbotene Fracht: Waffen. 2019 beschlagnahmten die Beamten des Hauptzollamts rund 440 Waffen, Waffenteile und verbotene Gegenstände wie Totschläger, Schlagringe oder Würgehölzer, zudem fast 1000 Schuss Munition, 780 nicht zugelassene, pyrotechnische Gegenstände und über fünf Kilogramm Sprengstoff.

Nicht minder beeindruckend ist die Bilanz bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität: Es gab mehr als 1900 Aufgriffe, die Folge waren Geldstrafen in Höhe von fast 320 000 Euro und rund 122 Kilogramm festgestellte Drogen. Eine Menge, die sich im Vergleich zum Jahr 2018 mehr als verdreifacht hat.

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