Mehr als 7000 Besucher schauen sich am Eröffnungswochenende den sanierten Kapuziner an. Foto: Schwarzwälder Bote

Mehr als 7000 Besucher schauen sich am Eröffnungswochenende sanierten Kapuziner an.

Rottweil - Mehr als 7000 Besucher aus Rottweil und der gesamten Region haben sich am Wochenende den sanierten Kapuziner angeschaut. Zeitweise gab es in dem Gebäude kein Durchkommen mehr.

"Wir sind wirklich überwältigt von dem Besucheransturm", ziehen Kulturamts­chefin Simone Maiwald und Henry Rauner, Vorsitzender der Bürgerinitiative Kapuziner positive Bilanz. Mit so vielen Besuchern am Eröffnungswochenende hätten sie nicht gerechnet, so Maiwald.

Im Refektorium waren die Kapuzinerspeisen sehr gefragt und das kulturelle Programm im Sonnensaal stieß ebenfalls auf großes Interesse. In den Räumen des Kinder- und Jugendreferats tummelten sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Da wurden Bilderbücher angeschaut, gemalt, Billard, oder Tischkicker gespielt. Die Räume sind nicht nur gemütlich eingerichtet, sondern kommen beim Zielpublikum bestens an.

Riesig war der Ansturm auch bei der Kunstschule Hohenstein, die im Obergeschoss des Kapuziners eine neue Bleibe gefunden hat. Kunstschulchefin Elke Bäcker informierte im voll besetzten Atelier über das vielfältige Angebot der Einrichtung. Es konnten zudem eine ganze Reihe von Schülerarbeiten bewundert werden und die Schnupperkurse waren gut besucht. Auf der schmucken Terrasse genossen die Besucher trotz eisiger Temperaturen die Aussicht und diskutierten über das schmucke sanierte Gebäude. Von allen Seiten war nur Lob zu hören, die Kritiker scheinen verstummt.

Zu überzeugend ist das Ergebnis. Der fertig gestellte Kapuziner liefert die besten Argumente für die Befürworter und glühenden Verfechter des ehemaligen Klosters. Auch die hartnäckigsten Schwarzseher wechseln nun ihre Meinung. Rauner jedenfalls berichtet davon, dass der ein oder andere Kritiker ihm fest zugesagt habe, eine Mitgliedschaft bei der Bürgerinitiative zu unterschreiben.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative hatten alle Hände voll zu tun, den Besucheransturm an den beiden Eröffnungstagen im Refektorium zu bewältigen. Die viele Arbeit der vergangenen Tage und Wochen hat sich also ausgezahlt. Die Mitglieder der Bürgerinitiative sind glücklich, dass der Kapuziner so gut angenommen wird. Und bei so vielen zufriedenen Gästen sind Müdigkeit und schmerzende Füße fast vergessen.

Dennoch: Die vielen Helfer und Akteure hinter den Kulissen hätten eine Verschnaufpause mehr als verdient. So berichtet Heide Friederichs davon, nach dem Gala-Abend erst um vier Uhr nach Hause gekommen zu sein. Weniger, weil man etwa so lange gefeiert hätte. Etwas ganz anderes stand an: aufräumen, saubermachen, herrichten.

Der Besucherandrang blieb übrigens bis zum Ende fast ungebrochen – und sorgte für Stirnrunzeln. Aber auch als Praxistest mit verschärften Bedingungen lässt sich so ein offenes Wochenende ja interpretieren. Gestern Nachmittag stellte sich den Organisatoren dann die Frage, wie die Menschen aus dem Kapuziner zu bekommen seien, weil eine bestimmte Anzahl anderer dringend hinein müssen, und das noch mit besonderem Gepäck: Am späten Nachmittag sollte der neue Sonnensaal nämlich seine Feuertaufe als Konzertsaal für sinfonische Musik bestehen, nachdem am Samstag tagsüber bereits ganz unterschiedliche Ensembles auf zwei Bühnen "getestet" und das Publikum unterhalten hatten. In fliegendem Wechsel und reibungslos, wie Veranstaltungsroutiniers anerkennend bemerkten.