Peter und Margherita Hepp, Behindertenbeauftragter des Landkreises Gerhard Winkler und Projektkoordinatorin Silvia Gmelin freuen sich auf die Veranstaltung. Foto: Siegmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Inklusion: Vortrag mit taubblindem Diakon Peter Hepp / GIEB setzt Veranstaltungsreihe im November fort

"Die Türme in meinen Händen" ist der Vortrag mit dem taubblinden Diakon Peter Hepp beschrieben, mit dem die Aktionsgemeinschaft GIEB ihre Veranstaltungsreihe "Ansichten" fortsetzt. Inklusion mehr in den Fokus zu rücken, ist das Ziel.

Kreis Rottweil. Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn einem sozusagen Hören und Sehen vergangen ist – wenn man taubblind ist? Diakon Peter Hepp aus Rottweil hat das in seiner Autobiografie sehr eindrücklich beschrieben und wird auch immer wieder zu Vorträgen eingeladen, bei denen er erklärt und berichtet. Das geht. Und er macht es gerne, das ist ihm schnell anzumerken. Gemeinsam mit seiner Frau Margherita ist er meist unterwegs – sie dolmetscht und assistiert, wo Hilfe nötig ist. Die beiden sind ein eingespieltes Team.

So gab es für Peter Hepp auch kein Zögern, als Silvia Gmelin, Projektkoordinatorin der GIEB im Landkreis Rottweil, ihn wegen eines Vortrags anfragte. Er sagte gleich zu. Gmelin hofft, dass die Veranstaltung am Montag, 16. November, ab 19 Uhr im Alten Gymnasium in Rottweil stattfinden kann.

Tastsinn als Schwerpunkt

Das Thema Taubblindheit sei sehr schwierig vorstellbar. Und so habe man gemeinsam überlegt, wie man es für die Gäste erlebbar machen könne. "Der Tastsinn wird Schwerpunkt der Veranstaltung sein", sagt Hepp. Man sei gewohnt, den Hör- und Sehsinn einzusetzen, der Tastsinn bleibe meist außen vor. Doch an diesem Abend wird das anders sein. "Mit dem Vortrag möchte ich bewusst machen, was wir für wunderbare Hände haben", so Hepp.

Schnell sei die Idee mit den Türmen entstanden. Denn für ihre Türme sei Rottweil ja bekannt. In einem besonderen Kunstprojekt in der Stiftung Sankt Franziskus werden fünf Künstler mit Sinnes- und Mehrfachbehinderung Türme aus Ton gestalten. Angeleitet werden sie von der heilpädagogischen Kunsttherapeutin Moni Broghammer.

Beim Vortrag können die Besucher hautnah erleben, wie wichtig der Tastsinn ist. Bei der Veranstaltung werden auch zwei Gebärdendolmetscher im Einsatz sein. Coronabedingt ist eine Anmeldung per E-Mail an silvia.gmelin@bruderhausdiakonie.de oder telefonisch unter 0176/78 87 61 59 erforderlich.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der VHS Rottweil statt. Der Vortrag wird professionell gefilmt und kann dann auf Youtube und den Homepages von GIEB, VHS und Stadt Rottweil abgerufen werden.

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