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Rottweil Wasser weiter mit Darmbakterien verseucht

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Das Trinkwasser im rot markierten Gebiet ist weiterhin verseucht. Foto: ENRW

Rottweil - Am Donnerstag um 14 Uhr lagen Gesundheitsamt und ENRW die Ergebnisse der Trinkwasserproben vom Dienstag vor. Das Ergebnis: An neun von 13 Beprobungsstellen im Stadtgebiet wurden erneut Enterokokken (Darmbakterien) festgestellt. Betroffen ist allerdings nur das Leitungsgebiet Nord.

Das heißt, dass im Südbereich, das durch das Schulzentrum an der Heerstraße und weiter unten etwa in Höhe Friedrich-, Mittelstadt- und Eisenbahnstraße von den Richtung Rottweiler Stadtkern und weiter nach Norden führenden Gebieten trinkwassertechnisch getrennt ist, wieder eine normale Trinkwassernutzung ohne Abkochen möglich ist. Laut dieser Verlautbarung von Gesundheitsamt und ENRW, die gestern um 15 Uhr bei einer Pressekonferenz im Gesundheitsamt gegeben wurde, können sich demnach auch Bewohner von Bühlingen und Rottweil-Altstadt wieder auf der sicheren Seite fühlen. Dies gilt laut ENRW ohnehin für die Wohngebiete Charlotten- und Spitalhöhe, Hegneberg, alle Ortsteile, Zimmern und auch die Helios-Klinik.

Um 14 Uhr am gestrigen Donnerstag waren die Ergebnisse von den Probennahmen am Dienstag eingetroffen. Diese waren, wie berichtet, veranlasst worden, weil sich am Freitag, 7. November, in einer am Spital entnommenen Probe Enterokokken nachweisen ließen. Für diese Darmbakterien gilt laut Heinz-Joachim Adam, dem Chef des Gesundheitsamtes Rottweil, eine Nulltoleranzgrenze.

Um diese potentiellen Krankheitserreger auszumerzen, wurde seit Dienstag im gesamten Leitungsnetz eine massive Chlordesinfizierung veranlasst, um auch die letzte Verästelung zu erreichen. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass vielleicht schon die heute erscheinenden Ergebnisse von Beprobungen am Mittwoch, zu einem Zeitpunkt also, als die "Chlordusche" bereits etwa 24 Stunden funktionierte, niedrigere Werte für die Zone Rottweil-Nord bringen. So weisen nun täglich neue Ergebnisse von Probenentnahmen – deren Auswertung dauert etwa 48 Stunden – auf die Gefahrenlage hin, die es zwei Tage zuvor gegeben hat. Ob dank des Chlor-Einschusses mit dem gesetzlich zugelassenen Höchstwert bereits heute auch für Rottweil-Nord das Signal für die Trinkwassernutzung wieder auf grün – ohne Abkochempfehlungen – gestellt werden kann, wird sich voraussichtlich um die Mittagszeit zeigen.

ENRW-Chef: Ursachenfindung ist uns sehr wichtig

"Wir werden weiterhin alle verfügbaren Kräfte einsetzen, um die Ursache ausfindig zu machen, um die erforderlichen Gegenmaßnahmen einzuleiten", betonte gestern ENRW-Chef Christoph Ranzinger. Dazu hat man sich inzwischen auch das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe mit ins Boot geholt. Deren Experten seien bundesweit mit ganz unterschiedlichen Fallsituationen vertraut, wird zusätzlich zu den eigenen Erkundungen auf das dortige Wissen gesetzt. Allerdings könnte eine schnelle und nachhaltig positive Wirkung der Chlorbehandlung die Ursachenfindung für die mutmaßlich durch Fäkalien verursachte Verunreinigung erschweren. Wenn die Bakterienherde im Leitungssystem der Zone Nord ausgemerzt sind, werde die Aufgabe vielleicht zu einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen, sagt Holger Hüneke, technischer Leiter der ENRW. Natürlich wolle man alle Erkenntnisse zu möglichen Schwachstellen – irgendwo muss im Leitungssystem ein Leck, mindestens ein Riss vorhanden sein, durch den von außen Flüssigkeit eintreten kann, so wird bei der ENRW angenommen – in die Waagschale werfen. Da werde man zum Beispiel auch den Zustand von Zisternen genauer untersuchen, sagt Hüneke. u Bürger, die sich ganz zeitnah über den aktuellen Stand bei der Gefahrensituation informieren wollen, können sich an die ENRW weiter unter den Rufnummern 0741/ 51 01 01 oder 0741/47 22 22 wenden.

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