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Rottweil/Villingendorf Familiendrama: Mutter hört tödliche Schüsse noch heute

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Blumen, Kerzen und ein Stofftier erinnerten nach dem Familiendrama von Villingendorf an die Bluttat. Am Dienstag sagte die einzige Überlebende vor Gericht aus. Foto: dpa

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Rottweil/Villingendorf - Im Prozess um den Dreifachmord von Villingendorf hat am Dienstagnachmittag die Mutter des getöteten Kindes ausgesagt. Zuvor war die Ex-Frau des mutmaßlichen Mörders gehört worden.

Kurz vor 14 Uhr nimmt die Mutter des getöteten Jungen im Gerichtssaal auf den Zeugenstuhl Platz. Nur wenige Meter von ihr entfernt sitzt Drazen D. auf der Anklagebank - der Mann, der ihr Leben zerstört, laut Anklage ihren sechsjährigen Sohn und ihren Lebensgefährten sowie dessen Cousine erschossen hat. Die 31-Jährige ist die einzige überlebende Augenzeugin der Morde von Villingendorf. Sie sieht Drazen D. lange an - er blickt zur Seite, atmet einmal tief durch.

Die 31-Jährige berichtet mit leiser Stimme vom Tag der Einschulung ihres Sohnes. "Es war ein schöner Tag, mein Junge war so glücklich, so stolz." Und dann am Abend sei "er" gekommen. Sie wendet sich an den Angeklagten. Aus der Ecke sei er aufgetaucht "wie eine Ratte, er konnte nicht wie ein Mann kommen".

Familiendrama in Villingendorf: Chronologie der Ereignisse

Die Stimmung im Saal ist zum Zerreißen gespannt, mehrere bewaffnete Polizei- und Justizbeamte sind vor Ort. Richter Karlheinz Münzer bittet die Zeugin, nur ihn vorne anzuschauen - um die Emotionen nicht übermächtig werden zu lassen.

Lebensgefährte schrie im Sterben: "Renn. Hol die Polizei"

Die junge Frau schildert detailliert, wie Drazen D. aus dem Dunkeln auf die Terasse tritt, wie alle nur noch geschockt den Kopf zu ihm drehen können, als Drazen D. mit dem Satz "Schönen Abend" in Sekundenschnelle auf ihren Lebensgefährten schießt. Der zweite Schuss trifft die Cousine, im Sterben ruft ihr Lebensgefährte auf Russisch: "Renn. Renn. Hol die Polizei."

Sie sei losgelaufen, habe Hilfe gesucht. " Ich dachte, wenn ich Hilfe holen kann, bleiben sie am Leben." Niemals hätte sie gedacht, dass er den Sohn töten würde. Dann, als ihr am dritten Haus endlich geöffnet wurde, habe sie weitere Schüsse gehört. "Eins, zwei - drei. Ich höre sie noch heute. Sie kamen aus der Wohnung", sagt sie unter Tränen.

Verzweifelte Gesuche bei der Polizei

Auch die Schilderung der schrecklichen Jahre mit Drazen D. vor der Tat erschüttern die Zuhörer. Schläge, Drohungen - und ihre ständige Hoffnung, dass doch irgendwann alles gut wird. Die Ängste ihres kleinen Sohnes, der in den Wochen vor der Tat nicht mehr schlafen, nicht mehr essen konnte. "Mama, bringt er dich um?"

Und die 31-Jährige berichtet von ihren verzweifelten Gesuchen bei der Polizei um Hilfe. Sie sagt: "Das alles wäre vermeidbar gewesen."

Als Richter Münzer die Vernehmung abschließen will, sagt die Mutter des kleinen Jungen: "Ich habe noch eine Frage: Warum? Warum hast du es getan? Sie wollten leben, sie hatten Wünsche und Träume."
Und sie sagt über Drazen D.: "Das ist der Teufel.  Er ist Vater meines Kindes, aber der Teufel. Ich hoffe er verbrennt, verbrennt lebendig."

Sie hat ihm Fotos des kleinen Jungen auf die Anklagebank gelegt. Drazen D. schaut sie nicht an.

Untersuchung zu "hirnorganischer Störung"

Paukenschlag zum Ende des Prozesstages um den Dreifachmord von Villingendorf am Dienstag: Die Verteidiger von Drazen D. wollen beweisen, dass der 41-Jährige an einer "hirnorganischen Störung" leidet, "die seine Steuerungsfähigkeit  zur Tatzeit rechtserheblich vermindert hat". Sprich, das Ergebnis der Untersuchung könnte sich mildernd auf das Urteil auswirken. Anwalt Bernhard Mussgnug beantragte dazu eine "ergänzende psychiatrische Untersuchung einschließlich MRT".

Diese sorgte in den Zuhörerreihen teilweise für Raunen und Kopfschütteln. Drazen D.werde an den Untersuchungen mitwirken, hieß es.

Mehr zum Familiendrama in Villingendorf auf unserer Themenseite.

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