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Villingendorf/Rottweil Familiendrama: Prozess beginnt am 16. März

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Pressekonferenz in Villingendorf wenige Tage nach der Tat. Der Dreifachmord sorgt deutschlandweit für großes Entsetzen. Foto: Archiv/Otto

Kreis Rottweil - Jetzt ging es doch schneller als erwartet: Dem mutmaßlichen Dreifachmörder von Villingendorf wird ab Freitag, 16. März, 9 Uhr, der Prozess gemacht. Der 41-Jährige Drazen D. wird beschuldigt, drei Menschen, darunter seinen sechsjährigen Sohn, erschossen zu haben.

18 Prozesstage vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rottweil sollen Licht in die schrecklichen Geschehnisse vom September bringen. Auf der Anklagebank: der Kroate Drazen D, der seit seiner Festnahme am 19. September, fünf Tage nach der Tat, in Untersuchungshaft sitzt. Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat im Januar gegen ihn Anklage wegen Mordes in drei Fällen, jeweils in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz, erhoben. "Nach den Ermittlungen ist von dem Vorliegen der Mordmerkmale der Heimtücke und des Handelns aus niedrigen Beweggründen auszugehen", so die Staatsanwaltschaft. Angesichts der Dimension des Prozesses ist mit einem Urteil wohl Ende Juni zu rechnen.

Dem 41-Jährigen wird vorgeworfen, mit einem Repetiergewehr, das er im August 2017 in Kroatien oder Serbien gekauft und nach Deutschland gebracht hatte, seinen Sohn, den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Partnerin und dessen Cousine erschossen zu haben. Es ist das grausame Ende eines Beziehungsdramas. Ein halbes Jahr zuvor hatte sich die Mutter seines Sohnes von ihm getrennt. "Diese Trennung wurde von dem Angeschuldigten nicht akzeptiert", so die Staatsanwaltschaft.

Der Prozess dürfte auf großes überregionales Interesse stoßen. Die Tat, die während der privaten Einschulungsfeier des Sechsjährigen geschah, war deutschlandweit mit Entsetzen aufgenommen worden.

Der 14. September 2017: Der kleine Sohn von Drazen D. ist unter den Erstklässlern, die an diesem Tag in Villingendorf den Schulbeginn feiern. Die Mutter des Kindes wohnt noch nicht lange in dem kleinen Ort, sie ist von Tuttlingen hergezogen, um den Fängen ihres Ex-Partners zu entkommen, das haben die Ermittlungen ergeben. Ein Gericht hatte bereits ein Annäherungsverbot gegen Drazen D. verhängt. Vergebens.

Laut Anklageschrift verschafft der 41-Jährige sich am Abend über die Terrasse Zugang zu dem Wohnhaus, in dem seine frühere Partnerin mit ihrem jetzigen Freund und dem Sohn lebt. Er schießt unmittelbar auf den 34 Jahre alten Lebensgefährten und dessen 29-jährige Cousine sowie seinen sechsjährigen Sohn. Die Mutter kann sich in ein Nachbarhaus retten. Ihr Lebensgefährte und der Sohn sterben unmittelbar am Tatort an ihren schweren Verletzungen, die 29-Jährige später im Krankenhaus.

Es folgt eine groß angelegte Suche nach dem Täter, der schließlich fünf Tage später nach Zeugenhinweisen von einer Polizeistreife in Rottweil-Neufra festgenommen wird. Er leistet keinen Widerstand. Bei ihm findet die Polizei das Repetiergewehr.

Seither sitzt Drazen D. in Untersuchungshaft und schweigt. Ob er sich im Prozess zu den Geschehnissen äußert, wird sich ab 16. März zeigen.

 
 

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Armin Schulz

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