Die vier Ritter machen sich aufgeregt, aber entschlossen auf die Suche nach den Prinzessinnen. Fotos: Cools Foto: Schwarzwälder Bote

Zimmertheater: Inklusives Märchen vereint und begeistert

Rottweil. Um ans Ziel zu kommen, muss man Grenzen überwinden, und wer dabei mutig ist, der wird am Ende belohnt – so die Lehre des inklusiven Märchens, das am Mittwoch in Kooperation mit Solifer, dem Mehrgenerationenhaus Rottweil und den Offenen Hilfen der Bruderhaus-Diakonie im Zimmertheater Rottweil aufgeführt wurde. "Das goldene Herz" hatte alles, was ein gutes Märchen ausmacht: Ritter, Prinzessinnen, Drachen und Heldentaten.

Was an dem Stück, das aus den Ideen der Schauspieler mit und ohne Handicap entstanden ist, jedoch am meisten begeisterte, waren Authentizität und Humor. "Ist das mit dem Drachen Verarsche?", hörte man etwa verwundert von einem der vier Ritter, die auf der Suche nach zwei entführten Prinzessinnen so einige Hindernisse überwinden mussten. Wie gut, dass der gefährliche Drache, dem die Tapferen begegneten, eigentlich nur Versteck spielen wollte. Auch so mancher Kampf wurde ausgefochten: mal mit Schwertern, mal mit dem Golfschläger auf dem Grün.

Zur Melodie von Neil Youngs "Heart of Gold" zogen sie durch die Lande und schafften es am Ende des im wahrsten Sinne des Wortes einmaligen Stücks tatsächlich, die Entführten zu befreien.

Den Zuschauern, die zahlreich erschienen waren, gefiel das Projekt unter der Leitung von Regisseur Gérard Nesper sowie Dorothee Flaig und Mirjam Pfau von Solifer. Auf der Bühne spielten körperliche oder geistige Grenzen keine Rolle mehr. Die Schauspieler gingen mit ihren bunten Kostümen und den Requisiten voll in ihrer Rolle auf und waren mit sichtbarer Freude am Werk. Es spielten: Jonas Auber, Dariusz Wilhelm, Lea Maier, Jana Rutz, Melissa Keller, Ursina Birk, Leander Eberhard, Dagmar Kertsch, Ursula Schulz-Krause, Jasmin Rohm, Dorothee Flaig und Dijana Kraljevic.