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Rottweil Vermeintliche Barrieren werden schnell zu einladenden Pfaden

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Inklusion ist im Kindergarten Bonaventura Teamsache, darauf legen Kindergartenleiterin Sonia Lepre (links) und Spracherzieherin Ulrike Merz großen Wert. Foto: Siegmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Rottweil. Alle Menschen am "normalen Leben" teilhaben zu lassen, so könnte man den Begriff Inklusion in wenigen Worten beschreiben. Im Kindergarten Bonaventura wird Inklusion gelebt, denn in der Sprach-Kita in der Predigerstraße werden Barrieren schnell zu einladenden Wegen.

Wie vielfältig das Thema Inklusion sein kann, wird im Kindergarten Bonaventura schnell klar, denn auch Sprache oder Sprachen können hohe, schier unüberwindbare Barrieren darstellen, wenn man ihrer nicht mächtig ist. Gut 80 Prozent der Kinder, die die Einrichtung besuchen, haben interkulturelle Wurzeln. Verständigungsprobleme gibt es dennoch nicht, denn das Konzept der Einrichtung funktioniert.

Ulrike Merz, seit vielen Jahren "zusätzliche Fachkraft vom Bundesprogramm Sprach-Kitas" in der Kita, verrät: "Inklusion fängt im Team an". Sie hat ihre Kolleginnen mitgenommen auf die spannende imaginäre Reise im Inklusionszug.

Und das kommt an bei den Erzieherinnen, den Kindern, aber auch den Eltern, denn niemand muss am Bahnsteig stehen bleiben, alle dürfen mit. Im Kindergarten Bonaventura gibt es nicht "die eine" Spracherziehungskraft und "die" Kinder mit Förderbedarf, sondern man reist gemeinsam. Jeder im Team leistet seinen Beitrag.

Verhalten bewusst machen

"Es geht keinesfalls nur um Sprache", erläutert Ulrike Merz. Im Alltag und Umgang gebe es wesentlich mehr Hürden, derer man sich erstmal bewusst werden müsse. "Dazu gehören bestimmte Verhaltensmuster, die man sich über die Jahre angeeignet hat, oder die aus der eigenen Kindheit herrühren, wie Vorurteile und dergleichen", erklärt sie. Deswegen sei die Arbeit im Team so wichtig. Auf diese Weise könne man sich gegenseitig immer wieder auch auf derlei Dinge hinweisen und reflektieren. "Es ist ganz wichtig, dass niemand ausgegrenzt wird, weder durch Gesten noch durch Worte", so Merz.

Alle Kinder bekommen von Anfang an das Gefühl vermittelt, dass sie dazugehören und ein wichtiger Teil der großen Kindergartenfamilie sind. "Und dass sie wunderbar sind, genau so, wie sie sind", fügt Merz an. In diesem positiven Umfeld falle das Lernen viel leichter.

"Sprachförderung geschieht bei uns im Alltag und nicht separat", betont Merz. Es gebe bestimmte "Sprachfördertechniken", die dabei regelmäßig in verschiedenen Situationen im Alltag angewandt werden. "Schön ist auch, dass wir anderen Erzieherinnen Ulrike immer fragen können, wenn wir selbst unsicher sind, und dass wir uns im Alltag unterstützen", freut sich Kindergartenleiterin Sonia Lepre über die gelebte Sprach-Kita. Die regelmäßige Qualifizierung durch die Fachberatung zeige, auf welchem Stand die Einrichtung ist.

"Inklusion bedeutet für uns, dass wir an uns den Anspruch haben, dass alle Kinder die gleiche Chance bekommen, sich wohlzufühlen. Die Welt ist wie sie ist, aber wir können hier eine Oase schaffen, die die Kinder für das Leben stärkt", so Lepre.

Ganz wichtig sei zudem die einfache Sprache. "Als wir uns mit dem Thema zum ersten Mal beschäftigt haben, hatten wir viele Aha-Erlebnisse", berichten Merz und Lepre lachend. "Silvia Gmelin, Projektkoordinatorin bei der Aktionsgemeinschaft GIEB, hat uns zum Thema leichte Sprache ganz wertvolle Tipps gegeben, uns sehr gut beraten, ja uns überhaupt erst mal darauf aufmerksam gemacht", betonen die Erzieherinnen. Und sie hätten schnell erkannt, wie wichtig es ist, auch in der Sprache barrierefrei zu agieren.

"Kurze und klare Formulierungen und Piktogramme – das gehört bei uns zur Kommunikation mit den Eltern", informiert Lepre und freut sich über das gute Miteinander in einem Alltag mit maximal minimalen Hürden, die aber meist schnell zu einladenden Pfaden werden.

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