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Rottweil Vergewaltigung einer Minderjährigen wird neu verhandelt

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Zum Prozessauftakt sind nur zwei der drei Angeklagten anwesend. Foto: Beyer

Rottweil/Tuttlingen - Nach der Vergewaltigung einer Minderjährigen wurden drei junge Männer schuldig gesprochen. Da Verteidigung und Staatsanwaltschaft mit dem Urteil nicht einverstanden waren, legten sie dagegen Berufung ein. Nun wird der Fall vor dem Landgericht neu verhandelt.

Alkoholisierte Minderjährige vergewaltigt

Der Vorwurf ist schwerwiegend. Die Angeklagten sollen am 14. Oktober 2017 eine zum Tatzeitpunkt noch Minderjährige vergewaltigt und die Tat mit dem Smartphone gefilmt haben. Laut Pressemitteilung des Landgerichtes sei die Geschädigte auf Grund ihrer hohen Alkoholisierung zu einer bewussten Entscheidung nicht mehr fähig gewesen. Zwei der drei mutmaßlichen Täter sollen Geschlechtsverkehr mit dem Opfer gehabt haben.

Bereits am 21. März 2019 verurteilte das Landgericht Rottweil zwei der Angeklagten wegen Vergewaltigung und Verletzung der Persönlichkeitsrechte durch das Filmen der Tat zu zwei Jahren und neun Monaten und zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Der dritte Angeklagte wurde wegen sexuellen Übergriffs und Verletzung der Persönlichkeitsrechte zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Freispruch gefordert

Doch sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung zeigten sich mit dem Urteil unzufrieden und gingen in Berufung. Ziel der Verteidigung ist laut Pressemitteilung, einen Freispruch zu erwirken. Daher befasst sich nun das Landgericht Rottweil mit dem Fall. Am Dienstag wurde mit der öffentlichen Hauptverhandlung begonnen. Es sind mehrere Fortsetzungstermine geplant.

Bei allen drei Angeklagten handelt es sich um ausländische Staatsbürger. Daher war für einen der Angeklagten auch ein Dolmetscher anwesend, wobei der Beschuldigte aber scheinbar über solide Deutschkenntnisse verfügt. "Sie konnten auch das letzte Mal gut folgen, bei Fragen können Sie sich an den Dolmetscher wenden", erläuterte der Vorsitzende Richter Thomas Geiger gegenüber dem Beschuldigten.

Teilweise minderjährig

Die Angeklagten sind 20, 21 und 22 Jahre alt und waren zum Tatzeitpunkt noch minderjährig oder Heranwachsend. Daher wird der Fall vor der ersten großen Jugendkammer verhandelt.

Doch noch vor Beginn der eigentlichen Verhandlung musste eine schwierige Frage geklärt werden. Denn einer der Angeklagte war nicht zum Prozess erschienen. Auf Nachfrage teilte das Landgericht mit, dass der mutmaßliche Täter zuvor auf Anweisung der Ausländerbehörde freiwillig ausgereist sei, um einer Abschiebung aufgrund früherer Delikte zuvorzukommen. Daher galt es zu entscheiden, ob dessen Fall abgetrennt oder in Abwesenheit des Angeklagten verhandelt werden sollte. Nach Beratung entschied die Kammer, die Verhandlung in Abwesenheit weiterzuführen.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Im Anschluss beantragte einer der Verteidiger, die Öffentlichkeit von der Verhandlung auszuschließen. Nach erneuter Beratung verkündete der Richter, dass die gesamte Hauptverhandlung nicht öffentlich geführt werde. Er begründete die Entscheidung mit den Persönlichkeitsrechten der Geschädigten. Diese sei zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen und leide bis heute unter den psychischen Folgen des Verbrechens.

Voraussichtlich wird die Urteilsverkündung öffentlich erfolgen.

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