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Rottweil Überraschung: Hängebrücke kommt ohne Stützen aus

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Auf die bisher geplanten Stützpfeiler soll verzichtet werden. Auch der geplante zweite Brückenschlag von der Felsnase bis zum Testturm wird verworfen. Foto: Stadt Rottweil

Rottweil - Das ist eine echte Überraschung: Die geplante Hängebrücke soll ohne die bislang vorgesehenen beiden Stützpfeiler im Neckartal auskommen. Außerdem wird auf einen späteren zweiten Brückenschlag von der Felsnase bis zum Testturm verzichtet. Mit dieser veränderten Ausgangslage geht der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss am Mittwoch in die Beratung. Der Offenlagebeschluss zum Bebauungsplan steht auf der Tagesordnung, am 2. Oktober soll dann der Gemeinderat entscheiden.

Jetzt noch 600 Meter lang

Die Hängebrücke soll den Test-Turm mit der Innenstadt verbinden. Schon 2016 hatte Investor Günter Eberhardt seine Pläne für die "längste Hängebrücke der Welt" vorgestellt – aus seiner Hoffnung auf eine zügige Realisierung wurde allerdings nichts. Und statt der ursprünglichen 850 Meter kommt das Brückenbauwerk nun noch auf 600 – immerhin frei schwebend.

Letzter Stand der Dinge war, dass die Planer die Brückenaufhängung an der Felsnase auf dem Berner Feld nochmals überarbeiten müssen. Nun ist auch klar, warum: Ein Brückenpylon mit rund 60 Metern Höhe auf der Nordseite des Planungsgebiets an der Steigkapelle soll einen Großteil der auf die Brücke wirkenden Kräfte aufnehmen. Auf die Pfeiler könne damit verzichtet werden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Damit ist die Diskussion um die Bauwerke im Neckartal zwar vom Tisch, dafür dürfte es zum neuen 60-Meter-Pylon nun einigen Gesprächsbedarf geben.

Laut Verwaltung bietet der neue Pylon außerdem den Vorteil, dass an einer "schlanken" Konstruktion auf der Brückenseite am Bockshof festgehalten werden könne, um die Beeinträchtigungen der Belange des Denkmal-schutzes weit möglichst zu minimieren. Der Andockpunkt im Bockshof – der umstrittenste Punkt des ganzen Projekts – wird nun "nach Prüfung der technischen Realisierbarkeit und Abwägung aller betroffener Belange" um etwa zehn Meter nach Westen in Richtung Dominikanermuseum verschoben. Der Gemeinderat hatte der Verwaltung im Oktober 2018 in Auftrag gegeben, zu prüfen, ob der Anlande­punkt der Hängebrücke direkt unterhalb des Treppenabgangs vom Taubenturm realisiert werden könnte. Dieser Auftrag sei damit umgesetzt worden, so die Verwaltung. Damit werde erreicht, dass der Denkmalschutz weniger beeinträchtigt und die vorhandene Grünfläche mitsamt dem Baumbestand im Bockshof geschont wird.

Mischgebiet entfällt

Ganz offiziell verabschieden sich die Projektverantwortlichen vom zweiten Brückenschlag, der in einem weiteren Schritt von der Felsnase hinüber zum Testturm hätte führen sollen. Dass die dafür erforderlichen Grundstücke, die sich im Privatbesitz befinden, tatsächlich genutzt werden können, sei "sehr unwahrscheinlich". Im vorliegenden Bebauungsplanentwurf wird deshalb auf die Schaffung des Planungsrechts für den zweiten Brückenschlag verzichtet.

Das augenscheinliche Bemühen der Stadt, möglichst viele Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, geht weiter: Auch das im Vorentwurf noch vorgesehene Mischgebiet im Anschluss an die bestehende Bebauung am Schafwasen entfällt. Grund: Eine für den weiteren Planvollzug erforderliche Befreiung von den Schutzvorschriften des betroffenen Landschaftsschutzgebiets ist von Seiten der zuständigen Fachbehörde im Landratsamt nicht in Sicht. Insgesamt wird der Geltungsbereich des Bebauungsplans von 2,03 auf 1,1 Hektar reduziert.

Ausführlich geht die Verwaltung auf die "Lenkung der Besucherströme" ein. Unter anderem muss noch gelöst werden, wie diese von der Felsnase überhaupt zum Testturm kommen. Das jährliche Besucherpotenzial wird im "realistischen Szenario" auf rund 120 000 geschätzt.  Die Sitzung des Bauausschusses beginnt am Mittwoch um 17 Uhr im Sitzungssaal des Neuen Rathauses.

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