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Rottweil Turmbau als Spielfeld für Visionen

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Der Turm des im Frühjahr verstorbenen Peter Vogel, dessen Schaffen posthum mit dem Oberrheinischen Kunstpreis gewürdigt wird, antwortet auf sein Umfeld. Foto: Schwarzwälder-Bote

Hoch hinaus geht es in Rottweil nicht erst seit diesem Jahr, im "Jahr der Türme" allerdings ganz besonders. Und so präsentiert die Kreissparkasse in ihrer Jahresausstellung eben auch "TurmBau".

Rottweil. Das Thema liegt gewissermaßen in der Luft. Dass die Eröffnung – bis Freitag ist zunächst nur ein Teil der Ausstellung, die genau genommen "TurmBau I & II" heißt, zu sehen – nicht an gewohnter Stelle im Foyer des Sparkassen-Neubaus stattfindet, sondern im Dominikanermuseum, hat gute Gründe. Matthäus Reiser, Sprecher des Vorstands, verweist am Sonntagvormittag auf die Baumaßnahmen im Stammhaus. Energetische Sanierung und Erweiterung lassen keinen Ausstellungsbetrieb zu.

Weil die Kreissparkasse ohnehin Kooperationspartner von Landkreis, Stadt und Forum Kunst für den "kunst raum rottweil" im Dominikanermuseum ist, gibt es schon mal kein Raumproblem. Dass nach gut eineinhalb Jahrzehnten Ausstellungen zunächst zu kunsthistorischen Strömungen und Gruppen, dann zu den Farben und in der nächsten Abteilung zu den Materialien in der Kunst seit 2015 Themen künstlerischer Auseinandersetzung gezeigt werden, bildet natürlich eine goldene Brücke zu dem Thema 2017 in Rottweil schlechthin: Nach "BuchKunst" und "SchiffArt" gibt es eine bemerkenswerte Schau von Turmmodellen.

Dass nicht nur der Ort ein anderer als gewohnt ist, sondern auch das Zeitfenster für die Ausstellung deutlich später als gewohnt öffnet, ist dem Eröffnungstermin des Aufzugstestturms auf dem Berner Feld geschuldet. Ganz salopp formuliert: Wenn schon Turm, dann richtig. Und dann soll zeitgenössische Kunst am besten auch in Zusammenhang mit zeitgenössischer Turmarchitektur zu sehen sein. Das geht aber erst, wenn der Testturm für die Öffentlichkeit geöffnet wird. Ein bisschen Vorbereitung muss man nach dem Trubel des Eröffnungsfestes auch noch einplanen, bleibt also Mitte Oktober als Eröffnungstermin. Für die Ausstellung der Turmmodelle, nicht für den Turm, der ab kommendem Freitag den zweiten Teil der Ausstellung beherbergen wird. Im Foyer und auf der Aussichtsplattform gibt es dann weitere Ideen, Visionen, Kommentare, Interpretationen aus der Kunst zum Thema Turm zu entdecken.

Bis dahin bleibt Teil 1 das "Maß der Dinge". Und "Maß" ist bei Türmen ja keine unwichtige Vokabel. Das wird auch bei der Ausstellungseröffnung im Dominikanermuseum deutlich.

Es ist eine von vielen, die immer wieder zitiert wurden. Und so freut sich Oberbürgermeister Ralf Broß, auch mal etwas anderes als "Membran" oder "Gleitschalung", technische Begriffe, die sich während des realen Turmbaus auf dem Berner Feld viele zu eigen machten, betrachten zu können. Das Maß selbst betrachtet Kurator Jürgen Knubben in seiner Einführung. Dabei geht es ihm nicht so sehr um die Höhe des neuen Rottweiler Aushängeschildes, das angesichts von Wolkenkratzern die den Testturm um ein Mehrfaches überragen. Ihm ist die Bedeutung der Turmbauten wichtig, Ausdruck von Wehrhaftigkeit und Repräsentation seit jeher – auch in der Türmestadt Rottweil. Knubben streift Sinn und Grenzen von technischer Innovation, die die Möglichkeiten der Konstruktion scheinbar Meter um Meter weiter in die Unendlichkeit hinauf drückt, erinnert an die Bedeutung, im Jubiläumsjahr der Reformation etwa an Luthers Turmerlebnis 1515, die Präsenz des den Schreckens, der mit dem Terroranschlag auf das World Trade Center 2001 verbunden ist, oder den biblischen Turmbau zu Babel.

Kunst und Turm, das lässt sich nicht nur im Sinne der Baukunst am aktuellen Beispiel festmachen, sondern spielt auch im Dominikanermuseum seit jeher eine Rolle. Als Attribut der Heiligen Barbara ist der Turm in gotischen Bildwerken präsent – und jetzt gewissermaßen im Dialog mit den bildhauerischen Entwürfen unserer Zeit.   Die Ausstellung im "kunst raum rottweil" im Dominikanermuseum ist bis 18. Februar 2018 täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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