Fotos: Grüne, CDU, AfD, FDP / Grafik, Montage: Kleinau Foto: Schwarzwälder Bote

CDU verliert im Kreis deutlich / Sonja Rajsp verpasst den Sprung nach Stuttgart / Daniel Karrais

Es ist ein emotionaler und spannender Wahlabend im Kreis Rottweil: Die CDU gehört zu den klaren Verlierern, auch wenn es Stefan Teufel hauchdünn für das Direktmandat reicht. Sonja Rajsp kann für die Grünen nicht deutlich genug überzeugen. Eine faustdicke Überraschung gelingt dagegen Daniel Karrais für die FDP.

Kreis Rottweil. Was den Stimmenzuwachs angeht, kann FDP-Kandidat und Abgeordneter Daniel Karrais den Sieg klar für sich verbuchen. Er hat das Ergebnis für die Liberalenmit 16,2 Prozent fast verdoppelt – in manchen Gemeinden sogar verdreifacht. Stefan Teufel dagegen muss überall Federn lassen und kommt noch auf 26,7 Prozent (2016: 33 Prozent). Zu den Verlierern gehört auch Torsten Stumpf: Die Sozialdemokraten rutschen weiter ab und landen bei 7,3 Prozent. Grünen-Kandidatin Sonja Rajsp bleibt mit 26 Prozent deutlich hinter dem Landesergebnis zurück. Die AfD fährt überall Verluste ein. Keine Rolle spielt entgegen der Erwartungen die Klimaliste.

Am fleißigsten haben die Bürger in Hardt gewählt (77,5 Prozent), am schlechtesten ist die Wahlbeteiligung in Schramberg und Oberndorf mit jeweils unter 60 Prozent.n Rottweil: Während es kreisweit ein Kopf-an-Kopf-Rennen wurde zwischen Sonja Rajsp und Stefan Teufel, hat die Grünen-Kandidatin die Kreisstadt Rottweil klar für sich entscheiden können. Mehr als 700 Stimmen liegt sie hier vor dem CDU-Landtagsabgeordneten, überzeugt fast 31 Prozent der Wähler, während der Zimmerner unter 25 Prozent der Stimmen bleibt. In 20 der 26 Wahlbezirke liegt sie vorne, darunter alle acht Briefwahlbezirke. Stefan Teufel hat nur in zwei Bezirken die Nase vorn. Emil Sänze (AfD) gelingt das in drei Bezirken und dem Rottweiler Daniel Karrais (FDP) in einem. Überhaupt kann Karrais mit seinem Abschneiden in Rottweil zufrieden sein. Als Nachrücker für Gerhard Aden kam er in der zu Ende gehenden Legislaturpriode in den Landtag. Und hat seither hier fast 16 Prozent der Wähler überzeugt. Dass er in seiner Heimatstadt trotzdem knapp unter dem kreisweiten Ergebnis (16,2 Prozent) bleibt, ist marginal.

Weniger zufrieden sein mit seinem Abschneiden kann da Torsten Stumpf aus Deißlingen sein. 7,4 Prozent der Stimmen holt er in Rottweil und bleibt damit deutlich hinter Karrais und Sänze zurück. n Schramberg: Der Stimmenzuwachs im Raum Schramberg reichte Sonja Rajsp nicht, um Stefan Teufel das Direktmandat abzunehmen. Einen deutlichen Zuwachs verzeichnete die Grüne aus Lauterbach nicht nur in ihrer Heimatgemeinde mit 5,9 Prozent (dies hätte ihr dort für das Direktmandat gereicht), sondern auch in Schiltach (plus 3,6) oder Schenkenzell (plus 2,4), während sie in Schramberg lediglich im landesweiten Trend punktete. Verluste gegen den Trend musste Rajsp indes in der Gesamtgemeinde Aichhalden hinnehmen: Dort sanken die Stimmen der Grünen um 1,3 Prozent, davon machte der Gemeindeteil Aichhalden mit satten 6,4 Prozent Verlust den größten Anteil aus. Für die FDP machte Daniel Karrais auch im Schramberger Umland deutlich Plus, so in Lauterbach mit einem Mehr von 7,4 Prozent oder in Schenkenzell mit einem Zuwachs um 5,2 Prozent. Und auch in Schramberg selbst hat die FDP den Kleinmann-Schock aufgrund der Krankenhaus-Schließung überwunden und punktet mit 12,7 Prozent (plus 6,2). Eindeutiger Verlierer der Wahl ist die CDU mit einem Minus von 6,5 Prozent in Schramberg, noch krasser sieht es im „Stammland“ Schenkenzell aus: Dort rutscht Teufel um 8,7 Prozent abwärts. Torsten Stumpf rutscht mit der SPD im landesweiten Trend abwärts, auch Emil Sänze von der AfD kann an die Ergebnisse 2016 nicht anknüpfen. Was aber auffällt: In einem Sulgener Wahlbezirk und in Heiligenbronn hätte er das Direktmandat errungen. n Oberndorf: Im Vergleich zu 2016 massiv gesunken ist in Oberndorf die Wahlbeteiligung, teilweise um mehr als 20 Prozentpunkte. Noch relativ wacker gehalten hat sich die CDU trotz des Verlustes von rund sieben Prozentpunkten. Mit 23,7 Prozent in der Gesamtstadt liegt sie sogar ganz knapp vor den Grünen (23,6 Prozent, 2016: 23,9 Prozent), während die AfD und die SPD im Vergleich zu 2016 vier und zwei Prozentpunkte verloren haben.

Die FDP fährt die reichste Ernte ein. Bekam sie 2016 in Oberndorf noch lediglich 9,8 Prozent der Stimmen, so liegt sie jetzt mit 19,3 Prozent knapp hinter den Grünen und der CDU und ist damit drittstärkste Partei in Oberndorf. Die Linken schaffen in Oberndorf nicht einmal fünf Prozent.

 Sulz: Fast gleichauf liegen die Grünen (24,9 Prozent) und die CDU (25,3 Prozent) in Sulz. So konnten Erstere im Vergleich zu 2016 nur wenige Wählerstimmen dazu gewinnen, während die CDU lediglich 2,7 Prozentpunkte einbüßte. Am stärksten an Unterstützung verloren hat in Sulz die AfD. Während sie sich 2016 noch über 21,8 Prozent freuen durfte, so sind es nun nur noch 14,5. Damit wird sie von der FDP überholt, die sich von 10,3 Prozent auf diesmal 17 Prozent hochkämpfen konnte und damit drittstärkste Partei in Sulz ist. Die SPD hat derweil zwar nur 1,6 Prozentpunkte verloren, bewegt sich in Sulz aber generell auf einem niedrigen Niveau von jetzt 7,3 Prozent, gefolgt von der Linken mit 2,8 Prozent (2016: 1,6).