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Rottweil Testturm-Mitarbeiter fühlen sich wohl

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Rottweil - Als Martin Fetzer bei einem Besuch in der Heimat die Baugrube des Testturms von Thyssen-krupp besichtigte, ahnte er noch nicht, dass hier sein neuer Arbeitsplatz entsteht. Heute ist der Ingenieur Leiter der Sparte "Test and Qualification" - der Turm hat ihn zurück nach Rottweil geführt.

Vor zweieinhalb Jahren hat Thyssenkrupp Elevator (TKE) den Forschungsbetrieb im Testturm aufgenommen, seit Oktober 2017 ist die Besucherplattform geöffnet. Wie hat der Turm die Stadt verändert? Eine weitreichende Frage, der wir in unserer Reihe nachgehen wollen.

Klar ist: Für rund 50 Menschen hat das Bauwerk ziemlich viel verändert. Für sie hat der Testturm neue berufliche Herausforderungen gebracht, sie arbeiten in der 246-Meter-Röhre, haben teilweise ihren Wohnsitz nach Rottweil oder in die Umgebung verlegt, leben jetzt hier, kaufen hier ein, nutzen die Freizeitangebote.

Rottweil hatte sie zuvor nicht wirklich auf dem Schirm

Zwei aus dem Rottweiler TKE-Team sind Martin Fetzer und Alicia Wüstner. Der 41-jährige Fetzer ist seit dem Start des Forschungsbetriebs Ende 2016 mit dabei, Alicia Wüstner ist seit einem Jahr Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit am Testturm. Während der gebürtige Denkinger nach einigen Jahren in Heidelberg mit der Übernahme der reizvollen beruflichen Aufgabe bei TKE in heimatliche Gefilde zurückkehrte, wagte Alicia Wüstner aus der Nähe von Pforzheim den Sprung in neues Terrain. Rottweil hatte sie zuvor nicht wirklich auf dem Schirm, schmunzelt sie.

"Doch die Chance, bei TKE Teil von so etwas Großem wie dem Multi zu sein, hat mich gleich gereizt", sagt die 26-Jährige begeistert. Also hieß es: Umzug nach Rottweil. Die Wohnungssuche habe sich alles andere als einfach gestaltet. "Teilweise gab es auf eine Wohnung bis zu 80 Bewerber", berichtet sie. Drei Monate pendelte sie für ihren Job als "Junior Media Relations Manager" drei Stunden täglich von Pforzheim zum Turm und zurück, bis sie schließlich in Böhringen fündig wurde.

Seither erkundet sie ihre neue Heimat - sofern der anspruchsvolle Beruf das zulässt. Ihren Lieblingsladen in der Innenstadt hat sie jedenfalls gleich ausgemacht: "Die Musikbox ist toll. Ich sammle Vinyl und habe auch schon vielen Freunden den Laden gezeigt."

Brücke als tolle Ergänzung und Verbindung in die Stadt

Martin Fetzer kann von seinem Büro im Testturm aus auf sein neues Eigenheim in Denkingen schauen. "Dort seh ich vom Schlafzimmer aus meinen Arbeitsplatz", lacht er. Und er freut sich jetzt schon darauf, den Bau der Hängebrücke von oben mitzuverfolgen. "Ich habe natürlich dafür gestimmt", so Fetzer, der die Brücke als tolle Ergänzung und Verbindung in die Stadt sieht.

Ob er die Brücke dann allzu oft nutzt, ist fraglich, denn seine Aufgabe im Turm erlaubt kaum eine Pause. Auch beim Interview hat er das Funkgerät immer dabei. "Das Funkgerät ist unsere Lebensader - Mobilfunk lässt sich bei dem ganzen Beton und Stahl nur mäßig nutzen", erklärt er. Der studierte Wirtschaftsingenieur, Fachrichtung Maschinenbau, koordiniert die Versuche in den Aufzugstestschächten des Turms und führt sie teilweise selbst durch. Außerdem ist er Ansprechpartner, wenn es um den Panorama- und den Feuerwehraufzug geht.

Wenn Journalisten aus dem In- und Ausland den Rottweiler Testturm besuchen, zeigen er und Alicia Wüstner ihnen oft gemeinsam den spannenden Inhalt des Bauwerks. "Das Interesse am Testturm ist nach wie vor sehr groß", sagt sie. Im Tourismusbereich arbeitet sie eng mit Turmmanagerin Beate Höhnle zusammen. Gemeinsam gehen beide gerne in die Stadt zum Mittagessen im "Rädle" oder wo anders - bislang zwangsläufig mit dem Auto.

"Stundenlang kostenlos parken – wo gibt’s das sonst noch"

Überraschend mag sein, dass Alicia Wüstner und Martin Fetzer unisono vom Parkplatzangebot in Rottweil schwärmen. "Stundenlang kostenlos parken - wo gibt’s das sonst noch", meint Martin Fetzer. Die Parkplatzsuche in Heidelberg sei eine Katastrophe, Rottweil sei dagegen paradiesisch, und die Parkplätze - im Vergleich zu Großstadtverhältnissen - total zentral. Das findet auch Alicia Wüstner. "In Pforzheim zahle ich zwei Euro pro Stunde."

Allerdings: Die Verkehrssituation in der Innenstadt mit ihrem Stop-and-go-Verkehr könnte man "überdenken", sagen beide auf die Frage, wo es in Rottweil noch hapert.

Und wie wirkt der Aufzugstestturm nun auf die Stadt und die Region? Es gibt viele positive Effekte, sind sich beide sicher. "Man hat die Chance, die der Turm bietet, aber vielleicht noch nicht vollständig genutzt", so Fetzers Einschätzung. Touristen gebe es zweifellos zahlreiche - "aber viele kommen und gehen gleich wieder".

Für alle, die die Plattform auf 232 Metern Höhe besuchen wollen, hat er übrigens noch einen Tipp: "Bei wechselhaftem Wetter ist ein Besuch viel spannender." So wie beim Interviewtermin, als eine Schlechtwetterfront herannaht und das Licht tolle Effekte in der Landschaft hinterlässt. Der Ingenieur muss es wissen: Die sensationelle Aussicht gehört zu seinem Job - wenn er nicht gerade in den Aufzugschächten am neuen "Multi" tüftelt.

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