Melissa Keller bedient ihre Gäste im Kapuziner-Bistro sehr gerne. Die Arbeit macht ihr sichtlich Spaß. Foto: Siegmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Serie: Was ist eigentlich Inklusion? / Menschen erzählen von ihrem besonderen Alltag

Rottweil. Alle Menschen am "normalen Leben" teilhaben zu lassen, so könnte man den Begriff Inklusion in wenigen Worten beschreiben. Doch wenn das im Alltag nur so einfach wäre... Eigentlich ist es nur eine Stufe, und eigentlich sind die Abstandsregeln deutlich ersichtlich, und der Text ist doch eigentlich auch ganz leicht zu verstehen...

Das mit dem "eigentlich" ist aber so eine Sache, denn wer schlecht zu Fuß ist, für den ist selbst eine Stufe schier unüberwindbar, wer blind ist, der kann Schilder mit den Abstandsregeln nicht sehen, und wer der Sprache nicht mächtig ist oder wer nicht gut lesen kann, der versteht den Inhalt eben nicht. Menschen mit derlei und vielerlei anderen Einschränkungen oder Behinderungen tun sich oft schwer, am "normalen Leben" teilzunehmen – wie Menschen ohne Behinderung es bezeichnen.

Im regen Austausch

Deswegen steht das Thema Inklusion, also Teilhabe am gesellschaftlichen, am "normalen" Alltag, seit einigen Jahren immer wieder im Fokus der Gesellschaftspolitik – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

In Rottweil gibt es unter anderem seit gut vier Jahren die Aktionsgemeinschaft GIEB, die das Thema im Landkreis voranbringt. Finanziert wird sie von den Trägern der Behindertenhilfe und vom Landkreis.

Inklusion in der Öffentlichkeit nicht nur zu thematisieren, sondern auch voranzubringen, ist eine der Aufgaben von Projektkoordinatorin Silvia Gmelin. Gemeinsam mit Gerhard Winkler, dem ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten des Landkreises, und Ruth Gronmayer, unter anderem Behindertenbeauftragte der Stadt Rottweil, ist sie im kontinuierlichen Austausch.

Wohnen, Arbeit, Freizeit

Wie leben Menschen mit Behinderung, wie bestreiten sie ihren Alltag, wie finden sie eine neue Wohnung oder einen Arbeitsplatz? Wie und wo erhalten sie Unterstützung? Wie behindertenfreundlich sind unsere Städte und Dörfer und all die Orte unseres täglichen Lebens? Diesen und weiteren Fragen gehen wir in der Serie nach und stellen Menschen vor, die aus verschiedenen Lebensbereichen kommen und aus dem Alltag als Mensch mit Behinderung oder von der Arbeit mit behinderten Menschen berichten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: