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Rottweil Tagesmütter fühlen sich billig abgespeist

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Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige rückt näher. Foto: Roessler

Kreis Rottweil - Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige rückt näher. Der Kreis Rottweil hat seine Hausaufgaben schon erledigt, allerdings mit Unterstützung von Tagesmüttern. Und die machen Druck.Eltern brauchen verlässliche Betreuungsplätze. Zumindest für 35 Prozent der Kleinkinder, errechnete die Bundesregierung vor sechs Jahren. Werden sie nicht geboten, können Eltern ab dem 1. August einen Rechtsanspruch geltend machen.

Im Kreis Rottweil leben derzeit 3291 Kinder unter drei Jahren. Davon werden 461 in Krippen betreut, 298 in altersgemischten Kindergartengruppen, 189 von Tagesmüttern und zwölf in anderen Angebotsformen. Damit liegt der Kreis Rottweil derzeit mit 35,13 Prozent über den Vorgaben. Mehr noch. Während der Rechtsanspruch nur für Kinder zwischen einem und drei Jahren geltend gemacht werden kann, bezieht das Jugendamt in seine Rechnung auch Kinder unter einem Jahr mit ein.

Die Betreuung durch Tagesmütter spielt aber auch im Kreis Rottweil keine unbedeutende Rolle. Dennoch sehen die Tagesmütter ihre Arbeit nicht ausreichend anerkannt. Sichtbar sei dies nicht nur am Stundensatz von 5,50 Euro, sondern auch in den Arbeitssituationen, wodurch das fehlende Vertrauen der Behörde deutlich werde.

Stundensatz wird voraussichtlich nicht geändert

Im Gegensatz zu anderen Landkreisen im Umland würden den Tagesmüttern im Kreis Rottweil nur die tatsächlich geleisteten Betreuungsstunden bezahlt. Bei Fehlzeiten der Kinder, etwa durch Krankheit, werde das Geld gestrichen. Bei einem monatlichen Durchschnittsverdienst von etwa 500 Euro netto kaum verkraftbar, erzählen die Tagesmütter. Auch für die Eltern wäre das System des Rottweiler Jugendamtes belastend.

Eine Mutter war jüngst zwei Wochen krank, brachte das Kind aber zur Tagesmutter, um sich auszukurieren. Da das Jugendamt ihren Teil der Kosten aber nur übernehme, wenn nachweislich gearbeitet wird, musste der Betrag an die Tagesmutter aus eigener Tasche bezahlt werden. Die ständige Meldepflicht bei Veränderungen, die die Situation per se mit sich bringe, bedeute einen "enormen bürokratischen Mehraufwand" für beide Seiten. Sowohl im Kreis Balingen wie auch in Tuttlingen würden die Tagesmütter einen Festbetrag für die angemeldeten Betreuungszeiten beziehen.

Den Eltern wäre es möglich, "ohne Rechenschaft ablegen zu müssen" ihre Kinder zu bringen, ob sie nun arbeiten oder nicht. Und die Tagesmütter wüssten am Ende des Monats, mit wieviel Geld sie rechnen können. "In anderen Städten erhalten Tagesmütter sogar zusätzliche Anreize", erzählen die Frauen. Obwohl sie ihren Beruf mit Leidenschaft und sehr viel Liebe ausüben, sei es "fast traurig", wie wenig Anerkennung sie für die "ganztägige Öffnungszeit" bekommen. Das, so ist aus dem Jugendamt zu vernehmen, soll sich ändern.

Schon im Juli werde dem Kreistag eine Empfehlung des Landesjugendamtes vorgelegt, nach der die angegebenen Betreuungsstunden von Eltern und Tagesmüttern ab September pauschal abgerechnet werden, informiert der Leiter Bernd Hamann. Am Stundensatz von 5,50 Euro hingegen werde nicht gerüttelt. Hier liege der Kreis sogar über der Empfehlung des Landes.

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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