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Rottweil Stelter hält den Spiegel vor

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Foto: Schnekenburger Foto: Schwarzwälder Bote

Wie ist das nochmal mit den Klischees? Irgendwas sei immer dran, heißt es. Dann muss ein Programm mit Titel "Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende" ja so etwas wie ein Gegenentwurf sein. Ist es auch, wie gestern am Wasserturm zu erleben war.

Rottweil. Bernd Stelter ist zu Gast im Ferienzauber-Zelt. Gestartet an der Ruhr – und sprachlich der Landschaft noch durchaus verbunden –, würde man, auch auf die Gefahr hin, dass diese Einschätzung unbedarfter Schwaben diplomatische Verwicklungen in NRW nach sich zieht, ihn eher als Rheinländer wahrnehmen. Will sagen: Stelter gestaltet sein Programm mit einem Humor, der trocken sein kann, aber eben nicht muss. Und er redet wie ein Wasserfall. Von sich. Und weil er das Ganze schön exemplarisch macht, eben auch ein bisschen von manchem Besucher am Montagabend.

So ein bisschen "früher war alles anders" schwingt da regelmäßig mit, wenn er die Sprache der "Generation Z" aufs Korn nimmt und in Kapuzenpullover und herunterhängender Hose hinter der massiven Katzengold-Kette mehr oder weniger schwer zu entschlüsselnde Vokabeln an einander reiht. Von wegen Klischee und so. Aber ein bisschen was ist immer dran, heißt es ja. Dass der Satz der Generation-Z-ler, nach ihnen komme nichts mehr, in diesem Zusammenhang durchaus zweideutig ist, liegt auf der Hand.

Natürlich hat Stelter sich nicht nur auf den Nachwuchs eingeschossen. Denn dieser schafft es bislang noch nicht einmal zur großen deutschen Tugend Griesgrämigkeit und Unzufriedenheit. Um das zu illustrieren, genügt eigentlich die Feststellung, dass in einem der Länder mit dem höchsten Wohlstand, in dem zudem seit Jahrzehnten kein Krieg mehr war, Befragungen regelmäßig ergeben, dass man ziemlich unzufrieden ist. Im Gegensatz zu den Skandinaviern, die sich in puncto Wohlfühleffekt die ersten Plätze untereinander aufteilen.

Der Comedian hat deshalb in den Sprachen gesucht und Wörter identifiziert, die es im Deutschen so nicht gibt. Das norwegische "Freiluft-Leben" etwa, oder das schwedische "gerade richtig so". Käme, so denkt Stelter, dem hiesigen Griesgram nicht in die Tüte. Entweder alles oder nichts, und weil alles so gut wie nie geht, ist die Laune eben nichts. Und wenn man schon mal alles hat – dann ist der Wunsch nach dem Neuen, dem Mehr, nicht weit.

Nebenbei lässt Stelter eine ganze Reihe skurriler Typen auffahren, kontert – und unterstreicht dadurch – die in der Moderation vom MuM-Vorsitzenden Reiner "Archie" Armleder in der Anmoderation getroffene Feststellung "selber Jahrgang, selbe Gewichtsklasse" und beweist sich zu Gitarre oder E-Piano auch noch als launiger Liedermacher. Apropos launig: Auch da lohnt sich immer mal wieder ein zweiter Gedanke zu einer Pointe. Denn zwar ist nicht alles brillant, vieles aber viel tiefgründiger als es zunächst den Anschein hat. Der Spiegel, den Stelter vorhält, ist zwar ein Zerrspiegel, der zur Überzeichnung neigt, er bleibt aber ein Spiegel.

Wie die Sache mit dem Montag und dem Wochenende. Dahinter steckt nichts weniger als eine Schüler-Romanze. Für einen. Für den anderen ist der Montag nicht die Erfüllung, sondern erst die Verheißung, mit der das Wochenende bis zum Wochenende rettet. Aber das ist ja ein Klischee. Oder sollte doch was Wahres dran sein?  Am heutigen Dienstag geht der Ferienzauber mit "Schwabenzauber" weiter. Dafür gibt es, wie für die "Mozart Heroes" am Donnerstag noch Karten. Der Abend mit "Die schrillen Fehlaperlen" am Mittwoch im Zelt unterm Wasserturm ist allerdings ausverkauft.

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