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Rottweil SPD-Kreisverband Rottweil trauert um verstorbenen Erhard Eppler

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1999: der nun verstorbene Erhard Eppler (links) mit dem damaligen Deißlinger SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Bruno Bantle. Foto: SPD Foto: Schwarzwälder Bote

Kreis Rottweil. Die SPD trauert um Erhard Eppler. Er wurde 92 Jahre alt. Auch im Landkreis Rottweil löste die Nachricht vom Tod des SPD-Vordenkers große Betroffenheit aus. SPD-Kreisvorsitzender Mirko Witkowski spricht von einem unglaublichen Verlust: "Einer der ganz großen Sozialdemokraten ist von uns gegangen. Er war seiner Zeit immer voraus."

Eppler wurde am 9. Dezember 1926 in Ulm geboren. Nach dem Lehramtsstudium, das er 1953 an der Universität Tübingen abschloss, kam er als Gymnasiallehrer nach Schwenningen, wo er bis 1961 unterrichtete. Von 1961 bis 1976 war er Abgeordneter im Bundestag, von 1968 bis 1974 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Danach vertrat er von 1976 bis 1982 als SPD-Abgeordneter den Wahlkreis Rottweil im Landtag von Baden-Württemberg. Bis 1980 war er Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Am 30. Juni 1982 legte er sein Mandat nieder. Sein Nachfolger als Landtagsabgeordneter wurde der Oberndorfer Anwalt Klaus Haischer.

Landesvorsitzender der SPD war Eppler von 1973 bis 1981. Bei den Landtagswahlen 1976 und 1980 war er Spitzenkandidat der SPD. Gegen die Ministerpräsidenten Hans Filbinger (1976) und Lothar Späth (1980) konnte er sich jedoch nicht durchsetzen.

Mit Hochachtung blicken die SPD-Mitglieder im Kreis Rottweil zurück. "Erhard war nicht einfach, er war auch kein Marxist, wie wir damaligen Jusos. Trotzdem habe ich ihn unterstützt. Erhard hatte andere Visionen und war, was damals in unserer Partei nicht mehrheitsfähig war, offen für ökologische und umweltpolitische Fragen. Er war nachdenklich, kein Volkstribun. Vor den Fabriktoren wirkte er hölzern", berichtet sein ehemaliger Wahlkampfleiter Rainer Roth aus Rottweil.

Ein großer Denker

Franz Baumann, langjähriger UNO-Spitzenbeamter aus Schramberg, sagt: "Epplers Tod nach einem übervollen und ehrbaren Leben ist ein großer Verlust für die SPD und Deutschland. Eppler, ein moralisch integrer Mann und profunder Denker, war seiner Zeit weit voraus."

Schrambergs ehemaliger Oberbürgermeister Herbert O. Zinell erinnert sich an einige persönliche Begegnungen: "Eppler wanderte gerne während des Wahlkampfs. Er war auch Gast bei einer Veranstaltung der damaligen Jusos, da er uns programmatisch sehr nahestand."

Christophe Neff, Sohn der Schramberger Sozialdemokraten Evelyne und Winfried Neff, erinnert sich: "Ich habe damals als Schüler auch mal für die Schülerzeitung des Gymnasiums ein Interview mit Eppler gemacht. Für mich war er einer der ganz großen Männer der SPD der Nachkriegsjahre, ein großer Denker, der mich sehr beeindruckt hat. Aber unabhängig davon, was ich von Eppler halte, in Schramberg war er sehr präsent."

Bruno Bantle, ehemaliger Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Deißlingen, erinnert sich: "Erhard Eppler war seit 1958 immer wieder ein sehr gern gesehener Gast in Deißlingen. Laut SPD-Protokollbuch lautete das Thema 1958, als er erstmals beim SPD-Ortsverein referierte, ›Atomrüstung‹. Im Januar 1976 fand die wohl größte politische Versammlung in Deißlingen statt, als Erhard Eppler, SPD- Landesvorsitzender und Kandidat für das Ministerpräsidentenamt, in der Festhalle vor mehr als 300 Besuchern sprach."

Auch Andree Weidner aus Wellendingen erinnert sich an persönliche Begegnungen: "Erhard war für mich ein Vorbild. Ich war nicht immer seiner Meinung, aber für mich war er ein echter Sozialdemokrat. Auf einer Wanderung durch das Wutachtal konnte ich mit ihm über einiges reden, es war wahnsinnig interessant."

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