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Rottweil Selbstverliebte Aura loslassen

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Was müssen Museen heute leisten? Dieser Fragestellung widmete sich der elfte Kulturstammtisch von "kulturottweil" im Dominikanermuseum.

Rottweil. Referentin war Adrienne Braun, freie Journalistin, Autorin und Moderatorin. Sie gilt als ausgewiesene Expertin, wenn es darum geht, Ausstellungen in den unzähligen Museen des Landes und darüber hinaus kritisch zu begleiten.

Ihr Vortrag stand im Zusammenhang mit dem von der Stadt Rottweil geplanten Projekt "Stadtmuseum", für das bereits eine Machbarkeitsstudie erstellt wurde. Über diese wurde im Gemeinderat zuletzt intensiv debattiert.

Vorrangiges Ziel muss es sein, so der zusammenfassende Tenor des Impulsvortrages von Braun, zunächst ein Konzept zu erstellen, wie ein Museum der Zukunft auszusehen habe, wenn es nicht nur ein elitäres Publikum erreichen möchte, sondern möglichst viele Menschen einer Stadt. Dazu seien Experten von außen nötig, die sich mit diesem vielschichtigen Thema beruflich beschäftigen. Erst dann sollte darüber entschieden werden, ob ein Umbau eines historischen Gebäudes oder ein Neubau sinnvoll sei.

Wichtig sei darüber hinaus, die Bevölkerung, das potenzielle Publikum der musealen Einrichtung, in einem frühen Stadium der Planung einzubinden. Heute sei es wichtig, dass ein Museum mit den Besuchern in einen Dialog trete, zur Diskussion aufrufe, interaktiv wirke, Partizipation lebe und nicht nur als Ort der Wissenschaft und Forschung gelte. Das Museum müsse die selbstverliebte Aura des Besonderen loslassen und sich aktuellen Fragestellungen öffnen.

Das Museum als Tempel für Bildungseliten habe ausgedient. Menschen wollen, so die Referentin, von Ausstellungen berührt werden, und es müsse Aufgabe der Kuratoren sein, möglichst alle Sinne des Menschen anzusprechen. Als gelungenes Beispiel nannte sie das erst kürzlich eröffnete Stadtpalais in Stuttgart, für das die Bewohner der Stadt Stuttgart eigene historische "Schätze" liefern konnten.

Und besonders wichtig sei, dass die Exponate eines Museums auf aktuelle Fragestellungen und soziale sowie kulturelle Herausforderungen hin ausgewählt würden.

In der anschließenden regen Frage- und Diskussionsrunde, die von Jürgen Knubben moderiert wurde, wurde deutlich, dass es besonders darauf ankommen muss, dass sich die Menschen der Stadt mit ihrem Museum identifizieren können. Auch wäre darauf zu achten, nicht nur Dauerausstellungen einzurichten, sondern in Wechselausstellungen besondere Exponate der Sammlung in den Fokus zu stellen.

Am Ende des Kulturstammtisches wurde gefordert, dass die konzeptionelle Planung für ein neues Stadtmuseum zeitnah angegangen werden muss, um den Bewohnern und den Gästen der Stadt baldmöglichst ein Haus zum Besuch anzubieten, das heutigen Maßstäben eines modernen Museums entspricht.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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