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Kreis Rottweil Schon 4000 Bürger waren in Quarantäne

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Wie stark verbreitet sich das Coronavirus während der Sommerferien. Die Sorge bei den Behörden ist groß. Foto: Assanimoghaddam

Kreis Rottweil - Noch scheint das Coronavirus im Landkreis eingedämmt zu sein. Doch ob eine zweite Welle kommt oder schon da ist, kann niemand sagen. Landrat Wolf-Rüdiger Michel indes warnt: "Das Virus lauert nach wie vor an jeder Ecke."

Die Zeit vor Beginn der Sommerferien ist eine Zäsur. Das Infektionsgeschehen im Landkreis hat sich in den vergangenen Wochen mehr und mehr beruhigt. Alle paar Tage wird noch ein neuer Fall gemeldet. Doch mit Beginn der Sommerferien könnte die Gefahr für lokale Ausbrüche wieder größer werden, schätzen die Behörden. Das Robert-Koch-Institut reagiert besorgt auf die wieder steigenden Zahlen in Deutschland.

Die Landkreisbehörde nimmt den Ferienbeginn zum Anlass, auf den Pandemieverlauf im Kreisgebiet zurückzublicken und die Bevölkerung darum zu bitten, sich auch in den kommenden Tagen und Wochen diszipliniert zu verhalten.

Eine zweite Welle?

Eine zweite Welle? Niemand könne sagen, ob man noch in einer ersten Welle sei oder ob man bereits am Beginn einer zweiten Welle stehe, so Landrat Wolf-Rüdiger Michel. Dass die Zahlen wieder steigen würden, damit sei zu rechnen gewesen, nachdem der Lockdown nach Pfingsten wieder gelockert worden sei. Der Sommerurlaub ist eine Herausforderung. Michel verweist darauf, dass jeder siebte neue Fall in Deutschland auf Rückkehrer aus dem Ausland zurückzuführen sei. "Wir müssen nun aufpassen, dass sich die Zahlen nicht verschärfen." Der Landrat empfiehlt, Reisen in Risikoländer zu vermeiden und größere Veranstaltungen zu meiden. Der Landkreis sei bislang glimpflich davongekommen. Man könne sich indes nicht sicher sein, dass auch hier ein größerer Ausbruch passiere. "Der Virus lauert nach wie vor an jeder Ecke", so Michel.

Der bisherige Verlauf

Dass der Infektionsschutz im Landkreis sehr gut funktioniere, verdeutlicht Heinz-Joachim Adam, der Leiter des Gesundheitsamts, anhand des bisherigen Verlaufs. Er erinnerte daran, dass an Aschermittwoch der erste Corona-Fall im Landkreis bekannt geworden sei. Vier Wochen lang war das Infektionsgeschehen ruhig, dann stiegen die Zahlen sprunghaft an. Wenige Wochen später waren es schon mehr als 100 Infizierte, Ende April wurde die Zahl von 600 überschritten.

An Ostern, als in Pflegeheimen in Sulz das neuartige Virus grassierte, sei die Sorge groß gewesen, dass der Erreger auf die Bevölkerung überschwappe. Doch dazu kam es nicht. Ab Mitte Mai war der Höhepunkt an Infizierten erreicht, die Dynamik war bereits Wochen zuvor gebrochen. Mit 189 Neuinfizierten wurde der Höhepunkt der Welle im März registriert. Die Todesfälle Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind im Kreis Rottweil 27 Menschen gestorben. Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe der 80-Jährigen. In dieser haben 13 Menschen eine Infektion nicht überlebt. Todesfälle sind darüber hinaus zu beklagen in der Gruppe der 50-Jährigen (1), der 60-Jährigen (5) und der über 90-Jährigen (4).

Der Ausblick

Was in den kommenden Wochen und Monaten passiert, sei nicht vorhersehbar. Das betont auch Thomas Seeger, der Leiter des Ordnungsamts und der Kreispolizeibehörde und Mitglied des Einsatzstabs. Es könnten auch noch keine Aussagen zu Weihnachtsmärkten oder der Fastnacht im kommenden Jahr gemacht werden. Mit Sorge sehen die Behörden den Erkältungsmonaten im Herbst und Winter entgegen. Wie reagieren Eltern, Erzieher und auch die Schulen auf Erkältungssymptome bei den Kindern? So lange es noch keine Medikamente und keinen Impfstoff gebe, gelte: Abstand halten, Mundschutz tragen und Hände waschen.

Zahlen zum Schluss

Bei früheren Fällen habe man einige wenige Kontakte nachverfolgen müssen. Jetzt, wenn Kindergartenkinder und Schüler betroffen seien, seien es bis zu 30, sagte Gesundheitsamtsleiter Adam und verdeutlicht die Herausforderung bei der Rückverfolgung möglicher Kontaktpersonen. Die Kontaktpersonen werden getestet und müssen 14 Tage in Quarantäne, um sicherzustellen, dass sie keine andere Person anstecken. Bislang befanden sich 4000 Bürger des Landkreises in Quarantäne.

Im Kreis wurden seit Ausbruch der Pandemie an Gesundheitseinrichtungen und Heimen verteilt: 167 000 FFP2-Masken, 772 000 normale Masken, 1200 FFP3-Masken, 165 000 Handschuhe, 6000 Schutzanzüge, 278 Liter Desinfektionsmittel und 5400 Schutzbrillen.

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