Foto: Merz

Rottweilerin Theresa Sophie Merz will in Berlin ins Filmbusiness einsteigen. Mit 17 Wirtschaftsgymnasium abgebrochen.

Rottweil - "Höhen und Tiefen waren von Anfang an da" – Theresa Sophie Merz kommt ursprünglich aus Rottweil, lebt aber seit eineinhalb Jahren in Berlin und verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Schauspielern und dem Modeln. Dieser Weg ist nicht immer einfach.

Mit 17 Jahren das Wirtschaftsgymnasium in Rottweil abbrechen, um auf eine Schauspielschule in Stuttgart zu gehen – Theresa Sophie Merz ist das Risiko eingegangen, auch wenn ihre Eltern alles andere als begeistert waren. Bereut hat sie das nie, auch wenn es immer Höhen und Tiefen und natürlich auch Zweifel gegeben habe, räumt sie ein.

Mit 14 Jahren in Jugendgruppe des Zimmertheaters

Ihre Liebe zum Theater begann, als sie mit neun Jahren Gesangsunterricht bei Birgit Wagner-Ruh in Rottweil bekam. Immer wieder wirkte sie an Musicals und Opern mit, stand immer häufiger auf der Bühne und trat mit 14 Jahren der Jugendgruppe des Zimmertheaters bei. Parallel reifte in ihr der Wunsch, den Lebensunterhalt mit dem Schauspielern zu verdienen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Mädchen, die diesen Traum hegen, setzte sie ihn in die Tat um. Auf dem Wirtschaftsgymnasium habe sie gemerkt, dass das nicht ihre Welt sei, erzählt die 28-Jährige. Also entschied sie sich mit 17 Jahren dafür, das Wagnis einzugehen.

In Stuttgart besuchte sie drei Jahre lang die Schauspielschule und sang parallel noch in Rottweil bei Opern und anderen Aufführungen mit. Danach spielte sie in Stuttgart an mehreren kleinen Theatern, betreute auch eine Kinder-Theatergruppe. Parallel meldete sie sich bei einer Modelagentur an und wurde für Werbung gebucht. Im Fernsehen war sie auch schon zu sehen: in einem Werbespot für eine Video-Türklingel. Von den Werbedeals könne man gut leben, sagt die 28-Jährige.

Trotzdem beschloss sie vor eineinhalb Jahren, ihre Karriere auf eine neue Stufe zu heben. Merz zog nach Berlin in der Hoffnung, dort Fuß fassen und ins Filmbusiness einsteigen zu können. "Im Theater bin ich auch sehr gern, aber natürlich ist es aktuell aufgrund der Corona-Pandemie schwierig, damit sein Geld zu verdienen. Stuttgart hat eine tolle Theaterwelt, meine Arbeit dort hat mich weitergebracht, aber mein Traum waren immer Filme. Und das ist in Stuttgart schwerer als in Berlin", weiß sie. Merz machte sich klar: "Wenn ich es jetzt nicht wage, dann nie".

Ausbildung zur Ernährungsberaterin

Aktuell ist sie auf der Suche nach einer geeigneten Schauspielagentur. Dafür hat sie neue Fotos fertigen und neue Szenen drehen lassen, um Interessenten zu zeigen, was sie kann. Ohne Plan B geht es aber nicht, da ist Theresa Sophie Merz realistisch. Deshalb macht sie aktuell eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin, um sich ein zweites Standbein aufzubauen.

Auch nach Rottweil kommt die heimatverbundene Schauspielerin immer wieder. Dort wurde ihr der Weg geebnet.

Ein Wunsch für die Zukunft wäre auch, in einer "richtig guten Serie" mitzuspielen­ – allein schon, weil es ein längerfristiges Engagement bedeutet. "Den ›Tatort‹ würde ich schon sehr gerne machen", meint sie. Ansonsten würde Merz gerne einmal in einem historischen Film mitspielen. "Unabhängig davon spiele ich ganz gerne die Böse", gibt sie lachend zu. Dabei sei sie sonst ein fröhlicher Mensch, der viel lache. Das Gegenteilige reizt die Schauspielerin.

Dass sie sich parallel ein zweites Standbein aufbaut, hat vor allem mit dem Gedanken zu tun, eines Tages einmal eine Familie ernähren zu wollen. "Ich weiß inzwischen, dass ein zweites Standbein keine Schande ist. Ich lerne immer mehr Leute, auch namhafte Schauspieler, kennen, die so vorgehen", erklärt sie. Außerdem beschäftigt sie sich auch privat stark mit dem Thema Ernährung. So sind zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Und wenn dann doch noch der große Durchbruch im Filmbusiness kommt, dann kann sich Theresa Sophie Merz beruhigt hineinstürzen, denn sie weiß, dass sie in Krisenzeiten auf eine stabile Ausbildung zurückgreifen kann.