Nach einer sauberen Landung geht’s mit vereinten Kräften wieder zurück zum Start: Hochsaison auf dem Klippeneck. Foto: Archiv: Verein

Wenn ein Flugzeug auf die Waage muss: Aeroclub ROBA startet mit einer Jahresabnahme ins Frühjahr.

Rottweil - Bei den Segelfliegern auf dem Klippeneck hat die Flugsaison begonnen. Gerade steht eine Jahresabnahme von Sportflugzeugen an, bei der man eine Menge erfährt – zum Beispiel, was so ein Doppelsitzer wiegt.

Die Sonne scheint, aber es weht ein kalter Wind. An schattigen Plätzen, vor allem am Waldrand, liegt noch vereinzelt Schnee. Man merkt: Oben, auf fast 1000 Metern, ist der Winter noch nicht ganz weg.

Doch davon lassen sich die Segelflieger auf dem Klippeneck nicht abschrecken. "Wir fliegen auch im Winter, wenn nicht zu viel Schnee liegt", erzählt Jörg Ott, der neue Schriftführer des Aeroclubs Rottweil-Oberndorf-Balingen (ROBA). "Diesen Winter waren wir vielleicht drei- bis viermal draußen." Offizielle Saisoneröffnung war aber erst vor knapp drei Wochen. "Das haben wir spontan gemacht", sagt Ott. "Es gab keine feste Diensteinteilung, wir sind dann einfach mit etwa zehn Piloten an den Start hinausgefahren. Dabei haben wir sogar zwei Gastflüge gemacht."

Heute ist kein Flugbetrieb, denn es steht die Jahresabnahme einiger Segelflugzeuge an. Ein externer Prüfer ist gekommen. Gemeinsam mit freiwilligen Helfern begutachtet er insgesamt vier Flugzeuge der Reihe nach. Stimmen alle Papiere, wie etwa die Versicherungsunterlagen? Wurden alle Arbeiten an den Fliegern fachgerecht durchgeführt? Wie ist der Zustand des Leitwerks? Auch das Gewicht muss kontrolliert werden. Dazu wird das Flugzeug auf eine Spezialwaage gehievt, die aus mehreren Teilen besteht. Der Schuldoppelsitzer ASK 21 bringt es auf stolze 380 Kilogramm – alles OK, befindet der Prüfer. "Das Wiegen ist vor allem nach dem Einbau neuer Teile wichtig, da sich dadurch der Schwerpunkt verlagert haben könnte", erläutert Ott. Sei dieser zu schwanzlastig, also zu weit hinten, sei das Flugzeug nicht mehr fliegbar.

An einem Turbo-Discus findet der Prüfer einige Lackschäden – Spuren einer Außenlandung in freiem Gelände. Sie werden gleich im Anschluss verspachtelt und lackiert.

Während die Jahresabnahme alle vier Jahre ansteht, müssen die Fallschirme jedes Jahr vor Beginn der Flugsaison überprüft werden. "Das macht ein Fallschirmpacker", erklärt Ott. Und auch das Gelände muss wieder flottgemacht werden für den Flugbetrieb, denn das Klippeneck ist nur für die Segelfliegerei ausgelegt und deshalb ein reiner Grasplatz. Dessen Pflege gestaltet sich aber gar nicht so einfach, wie Ott verrät: "Im Herbst haben wir ein Stück von der Landebahn erneuert, doch dann kamen die Wildschweine aus dem Wald und haben alles aufgewühlt. Das war buchstäblich eine Riesenschweinerei", klagt der 43-Jährige. "Vom elektrischen Wildzaun, den wir daraufhin extra angelegt haben, lassen sich die Wildsäue aber nicht wirklich beeindrucken." In Kürze werde man sich Gedanken darüber machen müssen, wie das Problem am Besten zu lösen sei, sagt der Schriftführer.

Eine Art Winterpause hat der Verein übrigens nur, was den Flugbetrieb angeht, denn "g’schafft" wird vor allem im Winter: Dann steht die Arbeit in der Werkstatt an. Die reicht vom gründlichen Säubern der Flugzeuge über die Ausbesserung kleinerer Schäden bis hin zu Reparaturarbeiten, etwa an Tragwerk oder Bremsen. "Dies machen wir alles in Eigenarbeit unter den Augen des Werkstattleiters", erklärt Ott. Bei insgesamt elf Vereinsfliegern kommen da ganz schön viele Arbeitsstunden zusammen. Und auch Schulungen werden bevorzugt in den Wintermonaten abgehalten. "Zur Vorbereitung der Flugschüler auf die neue Saison bieten wir seit eineinhalb Monaten einen Sprechfunkkurs an", sagt Ott. Das Zertifikat ist Voraussetzung für die Zulassung zur endgültigen Scheinprüfung. Die ersten Schüler seien bereits zur Sprechfunkprüfung am 11. April angemeldet, verrät Ott.

Der Frühling kommt, der Winter geht: In unserer neuen Serie stellen wir in den kommenden Tagen Vereine und Treffs vor, die jetzt, da es wieder wärmer und die Tage länger werden, durchstarten.

Von Alicja Bienger

Rottweil. Still und friedlich liegt er da, der Obere Weiher in Neufra – noch. Denn in knapp zwei Wochen beginnt hier die Angelsaison. Bis dahin muss allerdings noch einiges erledigt werden.

Eigentlich beginnt der offizielle Angelbetrieb für Vereinsmitglieder und Gäste erst am 5. April. Doch für Frank Bantle, den Vorsitzenden der Angelfreunde Neufra, könnte das Angeln nicht früh genug losgehen. Der 36-Jährige ist leidenschaftlicher Fischer, und das bereits seit mehr als 30 Jahren. Schon als kleiner Junge war er regelmäßig am Oberen Weiher bei Neufra unterwegs und schaute den Männern beim Angeln zu, während sein Vater im Wald auf der Jagd war.

Dass sein Sohn Nils, fast drei Jahre alt, vielleicht schon bald in die Fußstapfen seines Vaters treten wird, zeichnet sich bereits ab: Mit Schwimmflügeln über der Jacke erkundet der Dreikäsehoch das Gelände, lugt neugierig in das Wasser und schaut, ob sich darin etwas tut. Im trüben Nass erkennt man rein gar nichts – vielleicht ahnen die Fische ja schon, was ihnen blüht, und haben sich vorsorglich in Schilf und Algen verkrochen.

Frank Bantle greift derweil zum Rechen, um das Gelände rund um den Weiher zu ebnen: "Die Wühlmäuse machen uns zu schaffen", erklärt er und zeigt auf die vielen kleinen Erdhügel im Uferbereich. "Wenn wir das nicht regelmäßig in Ordnung bringen, dringt mit der Zeit Wasser in die unterirdischen Gänge ein und weicht alles auf. Zuletzt ist das vor 20 Jahren passiert, dann war der Damm undicht."

Doch nicht nur diese Arbeit muss vor Saisonbeginn erledigt werden, bevor die Hobbyfischer wieder nach Herzenslust Forellen, Karpfen und Zander aus dem Wasser holen können. "Im Winter sind viele Äste an den Bäumen abgeknickt, diese müssen entfernt werden", sagt Bantle und verweist auch auf Bäume und Hecken, die im Uferbereich wuchern und deshalb ebenfalls zurechtgeschnitten werden müssen. Ein Vereinskollege Bantles erledigt das gerade; ein anderer säubert das neue Fischmetzgerbecken, an dem die Angler ihren Fang ausnehmen können. Rasen mähen steht ebenfalls auf dem Programm – das Schilf hingegen wurde bereits im November gemäht, denn dies darf man laut Gesetz nur zwischen November und März, erläutert Bantle.

Der Neufraer schätzt die gemeinsamen Aktivitäten im Verein, vor allem an Sommerabenden, beispielsweise das Grillen. Dass er und seine Familie gerne Fisch essen, versteht sich von selbst – erst im vergangenen Jahr hat Bantle seinen bisher größten Fang gemacht: "Das war ein Zander, 94 Zentimeter groß und neun Kilo schwer." Diesen Brocken ließen sich am Ende acht Personen schmecken.

Doch für Frank Bantle bedeutet das Angeln viel mehr als derartige Erfolgserlebnisse, nämlich vor allem eines: "Erholung in der Natur." Kaum hat er’s gesagt, donnert im Hintergrund ein Regionalexpress vorbei; auf der unmittelbar benachbarten B 14 rauscht der Verkehr ununterbrochen. Ist das nicht eigentlich zu laut fürs Angeln? "Das hört man nach so vielen Jahren nicht mehr, das ist alles Gewohnheit", sagt Frank. Ob er damit die Angler oder die Fische meint, bleibt offen.