Simone Maiwald, Adelbert Hugger, Robert Fecher, Martina Meyr und Dirk Krausse (von links) bei der Buchpräsentation. Foto: Hermann Foto: Schwarzwälder-Bote

Neuerscheinung des Landesamtes für Denkmalpflege beleuchtet alte Bestattungssitten in "Arae Flaviae"

Rottweil. Eine wichtige Neuerscheinung über das römische Rottweil wurde jetzt mit dem Buch "Arae Flaviae VII. Die römischen Gräberfelder von Rottweil und das römische Gräberfeld Kapellenösch" präsentiert.

Das antike Rottweil ist ein Vorläufer der heutigen, auf die Stauferzeit zurück gehenden Stadt Rottweil. Zu Arae Flaviae, dem römischen Rottweil, gehörten auch mindestens zwei größere Gräberfelder, die Gegenstand der jetzt vorgestellten Publikation sind. Während auf dem Friedhof an der Lehrstraße vorwiegend Soldaten der Kastelle links des Neckars beigesetzt wurden, diente die Fundstelle "Kapellenösch" als Hauptbestattungsplatz der Einwohner aus der zivilen Siedlung. Der zwischen 1978 und 2001 freigelegte Ausschnitt der Nekropole "Kapellenösch" gehört zu den größten modern untersuchten Gräberfeldern Südwestdeutschlands. In seiner Begrüßung betonte der stellvertretende Oberbürgermeister Adelbert Hugger: "Wir sind hier in Rottweil stolz auf unsere antiken Wurzeln und sehen es daher als umso erfreulicher an, dass die Ergebnisse der Grabungen der vergangenen Jahrzehnte in der renommierten ›Grünen Reihe‹ des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg erscheinen." Man sei der Denkmalpflege dankbar für die gute Zusammenarbeit. Hugger verwies auf die Ausstellungen römischer Funde im Dominikanermuseum, die ab 2011 in einer neu konzipierten Ausstellung in Gestalt eines römischen Forums präsentiert werden.

Landesarchäologe Dirk Krausse vom Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart präsentierte im Dominikanermuseum dann den neuen Band und wies auf die große Bedeutung der darin zusammen gefassten Forschungsarbeiten des beim Termin anwesenden Archäologen Robert Fecher sowie der Anthropologin Eva Burger-Heinrich hin: "Mit dieser neuen Publikation über die römischen Gräber von Rottweil kann eine schon lange beklagte Forschungslücke in der Archäologie des Limesgebietes geschlossen werden."

Weitere Informationen: www.denkmalpflege-bw.de