Sarah Ruf und Mereth Kleikamp landen beim Landesfinale von "Schüler experimentieren" mit ihrer Riesen-Bärenklau-Forschung auf Platz 2. Foto: Klebitz Foto: Schwarzwälder-Bote

Nachwuchsforscher: Zweiter Platz beim Landesfinale von "Schüler experimentieren"

Von Julia Klebitz

Einem Riesen rücken Sarah Ruf und Mereth Kleikamp vom Droste-Hülshoff-Gymnasium (DHG) Rottweil bei ihrem Forschungsprojekt auf die Pelle. Und haben dabei Erfolg – nicht nur beim Landesfinale von "Schüler experimentieren".

Rottweil/Balingen. Sarah Ruf und Mereth Kleikamp vom DHG standen vor ein paar Monaten bei einem Spaziergang ganz plötzlich vor einem Riesen. Vor dem sogenannten Riesen-Bärenklau. Die Pflanze wird mit bis zu vier Metern weit mehr als doppelt so groß wie die Schülerinnen selbst. Das hat die beiden 14-Jährigen mächtig beeindruckt und auf die Idee gebracht, sich genauer mit dem Gewächs zu befassen. Im Fachgebiet Biologie reichten sie ihr Projekt "Riesenbärenklau gehört nicht ins Donautal!" bei "Schüler experimentieren", der Juniorersparte von "Jugend forscht" ein. Denn die Nachwuchs-Wissenschaftler fanden heraus, dass die große Pflanze nicht nur eine beeindruckende Größe hat, sondern auch ganz schön gefährlich werden kann. "Die Pflanze ist ein Problem für die Naturschutzbehörden, Tourismusverbände und die Bevölkerung des Donautals, weil sie einheimische Pflanzen verdrängt und die Gesundheit von Menschen und Tieren durch ihre chemischen Substanzen gefährdet", fassen Mereth und Sarah fachmännisch zusammen.

Bei ihren Recherchen im Internet fanden sie Fotos, die unter anderem schlimme Blasen an den Händen von Personen zeigen, die mit der Pflanze in Kontakt gekommen sind. Die Gymnasiastinnen machten sich schlau über bereits bestehende Forschungsarbeiten zu ihrem Thema und fanden heraus, dass es schon eine ganze Reihe an Bemühungen gibt, den Riesen-Bärenklau zu bekämpfen. Allerdings, so die beiden Nachwuchsbiologinnen, "oft mit chemischen Mitteln". Die Beiden versuchten es auf natürliche Art.

Ein halbes Jahr lang haben sie verschiedene Methoden getestet, wie man das Gewächs loswerden kann. Anschließend standen Versuche im Labor an. "Wir haben die Samen der Pflanze unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt, zum Beispiel die Lichtverhältnisse, Feuchtigkeits- oder ph-Wert verändert." So wollten die Beiden herausfinden, ob und wie die Keimung und so die weitere Verbreitung gestoppt werden kann.

Mit ihren Untersuchungen haben es die Schülerinnen schon weit gebracht: Bis ins Landesfinale von "Schüler experimentieren" in die Balinger Messehalle. Nach dem Sieg im Regionalwettbewerb standen sie dort gestern an Stand 15 erneut der Jury und vielen Neugierigen Rede und Antwort. Denn als Wissenschaftlerin braucht es nicht nur Neugier und Sachverständnis, sondern auch eine ganze Menge Selbstbewusstsein, schließlich müssen die Förderer der Studien ja überzeugt werden. Sarah Ruf und Mereth Kleikamp sind dabei auf dem besten Weg. Bei Europas größtem naturwissenschaftlich-technischem Schülerwettbewerb bei dem sie mit 100 anderen begabten Jungforschern im Finale standen, schafften sie es auf Platz zwei in ihrem Fachgebiet Biologie.

Und die naturwissenschaftlich begabten Mädchen wollen weiter experimentieren: "Wir haben einen Weg gefunden, wie man die Pflanze mit Teichfolie bekämpfen kann. Jetzt wollen wir versuchen, ob das auch mit Mulchfolie geht", erklärt Mereth. "Das wäre noch besser für die Umwelt, denn diese Folie baut sich komplett ab."