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Rottweil - Pulverdampf an Fronleichnam hat lange Tradition

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"La Sardine" in Aktion – und die Historische Bürgerwehr natürlich auch. Seit Ende der 1970er-Jahre begleitet sie mit ihrem Salut die Fronleichnamsfeiern. Quelle: Unbekannt

Rottweil - Es soll Leute geben, die sich noch immer verwundert die Augen reiben, wenn am Fronleichnamsmorgen ungewohnte Geräusche ihr Ohr erreichen. Gegen 8.45 Uhr wird geschossen. Seit Ende der 1970er Jahre begleitet die Historische Bürgerwehr die Fronleichnamsfeiern. Erstmals knüpfte der damals noch junge Verein 1978 wieder an die alte Tradition an.

Punkt 7 Uhr grollte der erste Weckschuss durch die Stadt. Damit war auch die Wiedergeburt der Hochturmkanone abgeschlossen. Das Geschütz, dessen 1681 in Frankreich gegossenes Rohr den Namen "La Sardine" trägt, fristete, nachdem es unter dem Kaufhaus vergraben die Materialanforderungen des Zweiten Weltkrieges überstanden und in den 1950er Jahren noch einige Male zum Wecken – punkt 6 Uhr ! – und Salutieren gedient hatte, im Hochturm sein Dasein.

Letzter kriegerischer Einsatz der Kanone war 1848

Längst war die Hochturmkanone ein ziviles Gerät geworden. Der letzte kriegerische Einsatz war übrigens wenn nicht schad-, so doch klaglos verlaufen: In der Revolution 1848 waren die Rottweiler nebst "La Sardine" nach Rastatt kommandiert worden. Allein, in Flözlingen erlitt das Gespann Achsbruch, und bis dieser nach allen Regeln der Kunst behoben war, hatte sich auch das mit der Revolution erledigt.

Dass der Salut an Fronleichnam keine Erfindung der Historischen Bürgerwehr ist, ergibt sich aus alten Stadtrechnungsbüchern, aus denen auch hervorgeht, dass sich die Stadt recht großzügig zeigte. So wurde den Schützen der Prozession am Ende der Reichsstadtzeit ein Kostgeld von 36 Kreuzern gewährt, die sie abteilungsweise in der "Armbrust" und im "Bären" durchzubringen hatten. Für die 14 Mann der Paradewacht waren immerhin noch je 32 Kreuzer im "Schützen" zum Verzehr. Zuvor hatte man eine Abteilung schon mal direkt in Naturalien, sprich einer Flasche Wein pro Nase, entlohnt.

Prozessionsstrecke an Fronleichnam wegen Baustelle geändert

Auch in diesem Jahr wird die Wehr übrigens Salut schießen. "La Sardine", die städtische Salutkanone von 1960 und das ein oder andere Rohr der Bürgerwehr begleiten akustisch die Prozession. Für den richtigen Einsatz sorgt inzwischen freilich ein handliches Funkgerät, das die Fahnensignal-Stafette ablöst.

Aufgrund der Baumaßnahme in der Hochbrücktorstraße zur Umgestaltung Rottweil-Mitte muss auch die diesjährige Prozessionsstrecke an Fronleichnam geändert werden. Die Prozession erfolgt deshalb ausnahmsweise nicht über die Hochbrücktorstraße, sondern über die Suppengasse, die Sprengergasse und die Hohlengrabengasse.

Die Stadtverwaltung hat die Anlieger der Prozessionsstrecke bereits in einem Schreiben informiert und bittet darum, keine Autos entlang der Strecke abzustellen. Außerdem sollten behindernde Gegenstände, Müllbehälter oder gelben Säcke von der Straße entfernt werden.

(bos/pn)

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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