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Rottweil Prüflingen über die Schulter geschaut

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Was darf’s sein? In der nachgestellten Bäckerei in der Bildungsakademie der Handwerkskammer in Rottweil besuchen (von links) Kammer-Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner, Schwarzwälder-Bote-Chefredakteur Hans-Peter Schreijäg, Akademie-Leiter Heiner Maute und Präsident Werner Rottler die Prüflinge Hassina Nawaz, Rukaya Karaki, Maurice Hinrichsen und Isabell Zeka. Foto: Otto Foto: Schwarzwälder Bote

Der Schwung, mit dem die Brezel den richtigen Knoten bekommt, klappt schon richtig gut, und der Kuchen schmeckt einfach köstlich: Handwerkskammerpräsident Werner Rottler hat in der Rottweiler Bildungsakademie dem Nachwuchs über die Schulter geschaut – und sich mit Schwarzwälder-Bote-Chefredakteur Hans-Peter Schreijäg ausgetauscht.

Kreis Rottweil. Während die brezelschwingenden Bäckerlehrlinge im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung noch einige Zeit zum Üben haben, wird es nebenan für die angehenden Bäckereifachverkäuferinnen ernst: Bei der Abschlussprüfung gilt es unter anderem, ein Brotbüffet zu gestalten, eine Speise zuzubereiten und anzurichten und natürlich ein ausführliches Verkaufsgespräch zu führen. Zwölf Prüflinge sind es in diesem Jahr nur, bedauern die Mitglieder des Prüfungskomitees. Dabei, so betont Rottler im Gespräch mit Schreijäg, erweise sich gerade in dieser Krisenzeit mehr denn je, dass das Handwerk "goldenen Boden" habe.

Rottler, seit 4. Dezember neuer Präsident der Handwerkskammer Konstanz, zeigt sich "verhalten optimistisch", dass die Handwerksbetriebe das corona-bedingte Konjunkturtal gut überstehen. Im Bau- und Ausbauhandwerk sei immer noch gut zu tun, die Bürger seien – noch – am Investieren. "Ich danke den Betrieben, dass sie an den Mitarbeitern festhalten", so Rottler. Entlassungen gebe es nicht – auch wenn sich in manchen Branchen jetzt deutlich zeige, dass die Liquidität insgesamt nicht ausreichend gegeben war.

Hauptgeschäftsführer Georg Hiltner berichtet, wie viel Engagement die Kammer in die Beratung der Mitglieder steckt. Gerade am Anfang der Corona-Krise habe eine große Verunsicherung geherrscht. 5500 Anträge auf Soforthilfe seien im Dialog mit den Mitgliedern bearbeitet worden. Die Zahlungen seien prompt eingegangen. Daneben galt es, viele Fragen zu neuen Hygienekonzepten zu beantworten. Es hätten sich sehr schnell ordentliche Abläufe eingespielt, sagt Rottler. "Da müssen wir an der Haustür Tacheles reden: Es muss Abstand gehalten werden." Der Schornsteinfegermeister aus Schwenningen weiß aus Erfahrung, wovon er spricht. Ein weiteres großes Feld der Beratung ist und bleibt die Digitalisierung. Gute, solide Handwerksleistung stehe natürlich im Vordergrund, betont Hiltner. Doch das reiche heutzutage nicht mehr. Betriebliche Abläufe digital abbilden und optimieren, auf vielseitigen Wegen mit dem Kunden kommunizieren – das gelte es, den Betrieben nahezubringen.

Was Rottler und Hiltner aber besonders umtreibt, ist die Ausbildung der jungen Leute: "Der Fachkräftemangel wird bleiben." Dass nun durch Corona im Frühjahr die Schüler nicht wie gewohnt erreicht werden konnten, Berufsorientierungsmessen nicht stattfanden, sei schwer wieder aufzuholen. Es brauche einen weitreichenden Schub, politisch beispielsweise mit der Ausbildungsprämie, in der Gesellschaft und auch von den Eltern, um junge Leute für das Handwerk zu gewinnen.

"Die duale Ausbildung im Handwerk schafft ein tolles Fundament", wirbt Rottler um Nachwuchs. Und beim anschließenden Rundgang durch die Werkstätten und Lehrräume mit Akademie-Leiter Heiner Maute wird deutlich, dass das Handwerk hier mehr als "up to date" ist. Die technische Ausstattung in den Lehrräumen mit hochmodernen Touch-Screens, 3D-Kameras und PCs lässt manche Schule wohl vor Neid erblassen. Das Kreidezeitalter ist hier längst vorbei – es sei denn, es geht um schmucke Werbebotschaften für die Kunden.

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