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Rottweil Postkartenmotive gibt’s hier sogar mit Rahmen

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An vielen Stellen laden Bänke zum Verweilen ein.Fotos: Siegmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Urlaub in fernen Ländern wird es in diesem Jahr coronabedingt wohl eher nicht geben. Kein Problem, denn auch in der Heimat gibt es viele schöne Ecken, die erwandert oder per Fahrrad entdeckt und erkundet werden können.

Rottweil. Idyllisch liegt die historische Stadt auf dem Hügel oberhalb des Neckars – das historische Postkartenmotiv ist bekannt. Doch von welchem Standort haben die Maler einst diese Silhouette eingefangen, fragt sich so mancher. Vom Höllenstein aus, weiß Guntram Vater, Sammler historischer Ansichtskarten. Er war es auch, der sich gemeinsam mit dem Bürgerforum Perspektiven Rottweil vor einigen Jahren dafür eingesetzt hat, dass diese einstigen Malorte wieder zugänglich werden. Heraus kam die Tour über den Höllensteinsaumpfad – ein Panoramaweg. Sie ist nicht nur sehr lohnenswert und interessant, sondern bietet wunderschöne Ausblicke auf die Stadt und sorgt für manche Entdeckung.

Der Einstieg zu der knapp zweistündigen Tour ist in der Balinger Straße stadtauswärts rechts neben dem Wohnhaus der ehemaligen Gärtnerei. Hier geht es steil bergab, nach wenigen Metern rechts den Treppenweg hinunter. Unten angekommen, geht es über die historische Schindelbrücke in der Au. Im Jahr 1804 wurde die Holzbrücke neu errichtet, die wohl durch einen Sturm zerstört worden war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das heutige Baudenkmal über den Neckar bereits 1384. In der Brücke kann man die kleine Nepomuk-Statue und die Kopie des Tafelbildes aus dem Jahr 1787 entdecken.

Weiter geht es geradeaus bis zum Parkplatz des Schützenhauses. Hier biegt der Weg, leicht versteckt, nach links, an einem Garten vorbei, in Richtung Wald ab. Auf dem Pfad geht es nun bergan bis zum ersten Aussichtspunkt, bei dem sich sogleich eine wunderbare Stadtansicht bietet.

Ein fast mystischer Ort

Nicht nur eine Bank lädt hier zum Verweilen und Ausblick ein, sondern eine Stahlstele mit Guckloch bietet Informationen über den Maler Max Bach, der offenbar von diesem Punkt aus die Stadtansicht in einer Federzeichnung festgehalten hat. Und beim Blick durch die rechteckige Öffnung gibt es das Stadtpanorama gleich im Rahmen – eine schöne Idee.

Weiter bergan gelangt man nach wenigen Metern auf eine kleine Straße, der man links aber nur wenige Meter folgt, bevor der Pfad wieder in den Wald führt. Nach einigen hundert Metern gelangt man zur nächsten Stele, die ein weiteres Postkartenmotiv offenbart und die Postkarte plötzlich lebendig werden lässt. Der schmale Pfad führt uns nun bergab. Den Neckarsteg lassen wir links liegen und queren die kleine Talsenke, um auf der anderen Seite zum dritten Aussichtspunkt zu gelangen. Auch hier bietet eine Bank die Möglichkeit zu verweilen, zu entdecken und die Stadtansicht zu genießen. Weiter geht es am Hang entlang, der mit einem Geländer gesichert ist.

Nach wenigen Minuten gelangt man an eine Weggabelung. Linkerhand ist die Höllsteinquelle, ein idyllischer, ja fast schon mystischer Ort. Zwischen Baumwurzeln entspringt die Quelle, die sich dann durch Moos und Gestein, den steilen Hang hinunter einen Weg in den Neckar sucht. Hier lohnt es sich in jedem Fall eine Pause einzulegen, um dem Plätschern des kleinen Bächleins zu lauschen.

Die Füße kühlen

Wer möchte, kann die Quelle zunächst aber auch links liegen lassen und dem (mittleren) Pfad folgen, der zum nächsten Aussichtspunkt führt. Nach wenigen Metern zweigt hier ein Pfad in Richtung Turm ab. Wer einen Abstecher auf die höchste Aussichtsplattform Deutschlands unternehmen möchte, der kann später hier in den Höllsteinpfad wieder einsteigen.

Wir folgen dem Weg, der nun eine Kehre macht, weiter und gelangen zum nächsten Aussichtspunkt mit Blick auf die hochmoderne Technik der Kläranlage – einst übrigens die Bleiche der Stadt – und eine weitere Stadtansicht. Von hier aus geht es zurück zur Höllsteinquelle und von dort aus steil über Stufen bergab zum Neckar.

Unten angekommen biegen wir rechts ab und folgen dem Pfad entlang des Neckars. Wenig später erheben sich rechts beeindruckende Tuffsteinformationen, das so genannte Löwenmaul. Weiter geradeaus gelangen wir zur König-Karl-Brücke, die wir überqueren. Nach wenigen Metern biegen wir rechts in die Au ein und folgen der Straße, bis wir rechts hinunter zum Neckar, auf den neu angelegten Grillplatz und das hübsch gestaltete Neckarufer gelangen. Kurz vor dem Ziel unserer Tour kann man sich hier die Füße kühlen, verweilen, einen Blick auf die gegenüberliegenden historischen Mühlen werfen, oder das wohlverdiente Vesper auspacken. Zurück geht es dann bergauf geradeaus parallel zum Viadukt, vorbei am ehemaligen Gasthaus Linde, bis wir am ehemaligen Gasthaus Hasen wieder aufs Viadukt gelangen, wo die Tour endet.  Die reine Gehzeit beträgt etwa eineinhalb Stunden, man sollte aber an den Aussichtspunkten durchaus Zeit zum Verweilen einplanen. Die Tour kann als leicht eingestuft werden, für Kinderwagen und Fahrräder ist sie nicht geeignet.

Ein Flyer zu der Tour ist in der Rottweiler Tourist-Info und in den Städtischen Museen erhältlich.

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