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Rottweil Peitschen schwingen beim Klepferwettbewerb

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65 Kinder und Jugendliche haben ihre Peitschen geschwungen. Foto: Thomas Decker

Rottweil -  Bei der 19. Auflage des Rottweiler Klepferwettbewerbs haben 65 Kinder und Jugendliche ihre Peitschen geschwungen. In vier Disziplinen haben sich die Nachwuchsklepfer gemessen. Dabei kam es neben Technik, Ausdauer und Lautstärke auch auf den Stil an. Von Patrick Merk Rottweil. Unter den Titelanwärtern ist der Neunjährige Maximilian Spreter. Für ihn gibt es vor dem Wettkampf nur ein Ziel: seinen Titel in der Altersklasse der Acht- bis Zehnjährigen zu verteidigen. Insgesamt vier Geißeln hat er bereits gewonnen. Er hat sie alle im Gepäck und für jede Disziplin die richtige dabei. Sie sind unterschiedlich schwer und haben verschiedene Griffe. So knallt eine ganz besonders laut, was bei der Disziplin "laut-lauter-am lautesten" entscheidend ist. Die Lieblingsdisziplin des Neunjährigen ist "Feder abschlagen", wie er unserer Zeitung vor dem Wettkampf am Samstag verrät. Und sein Traum: Irgendwann wie sein Papa Michael in ein Rössle zu kommen. Dafür übt er in jeder freien Minute, weiß seine Mutter Sonja Spreter, die ihn begleitet.

Bevor es losgeht, meldet sich Maximilian an und holt seine Laufkarte ab. In diese werden die Punkte der jeweiligen Stationen eingetragen. Insgesamt 65 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15 Jahren melden sich an. Es gibt vier Altersklassen: sechs bis sieben, acht bis zehn, elf bis zwölf und 13 bis 15 Jahre. Und vier Disziplinen: "Feder abschlagen", "laut-lauter-am lautesten", "Fragen rund um die Geißel" und "freies Klepfen", die Königsdisziplin. Bevor es los geht, feilen die Nachwuchsklepfer an der Technik und schwingen sich ein. Auch das Wetter spielt mit: Die Sonne strahlt und zahlreiche Zuschauer kommen in die obere Hauptstraße zur 19. Auflage des Wettspiels, das von Schuhmachermeister Karl-Heinz Auch, dem Kinder- und Jugendreferat Rottweil (KiJu) sowie der Narrenzunft Rottweil veranstaltet wird. Die Eichendorff-Schule bewirtet mit warmen Getränken, Kuchen und Toasts.

Die erste Station für Maximilian ist das "Feder abschlagen". Hier gilt es, mit der Geißel eine aufgestellte Feder eines Gänseflügels zu treffen. Maximilian gelingt das unter den Augen von Jurymitglied Tobias Alt mehrfach. Der Trick: Leicht darüber zielen. Neun von zehn Punkten bekommt er auf seiner Karte dafür eingetragen. Der Auftakt ist gelungen. Bei der zweiten Station kommt seine "Geheimwaffe", wie er sie nennt, zum Einsatz. Eine Geißel, die besonders laut knallt – und darauf kommt es an der Station von Jurymitglied Robin Auch an. Denn hier wird die Lautstärke des Knalls in Dezibel gemessen. Dabei sind Ohrenstöpsel zu empfehlen. Maximilian lässt die Peitsche fliegen und erzielt 85,4 Dezibel. Das ist deutlich weniger als erwartet und als im Vorjahr (111 Dezibel), aber dieses Jahr misst Robin Auch den Wert mit einer App statt wie im Vorjahr mit einem richtigen Lärmpegelschallmessgerät. Doch auch mit diesem Wert landet er unter den Besten, schließlich wird bei allen mit gleichem Maß gemessen. Anschließend wird der Zustand seiner Geißel und sein Wissen über sie von Karl-Heinz Auch überprüft. "Was machst du mit dem Stecken?", möchte Auch wissen. "Wässern", antwortet Maximilian. "Und mit dem Leder?" "Fetten". Das reicht schon, um hier die volle Punktzahl zu holen. Flechten muss er gar nicht mehr, obwohl er sich darauf vorbereitet hatte.

Bisher ist für Maximilian also alles gut gelaufen. Jetzt kommt nur noch die Königsdisziplin, das freie Klepfen, auf das auch die zahlreichen Zuschauer hinfiebern. Die Jury um Tobias Alt, Dominikus Sautermeister und Robin Auch bewertet die Ausführung des Doppelschlags sowie Lautstärke, Bewegung, Ausdauer und Stil. Die Punkte der Jury werden zu den bisherigen Ergebnissen addiert. Maximilian gibt nochmal alles – und überzeugt die Juroren. Seine Augen strahlen, als der Moderator später bei der Siegerehrung bekannt gibt, dass er mit insgesamt 62,8 Punkten in der Altersklasse der Acht- bis Zehnjährigen den ersten Platz belegt und somit die fünfte Geißel in Folge gewinnt. Auch seine Eltern Sonja und Michael freuen sich mit ihm. Aber nicht nur Maximilian ist seinem Traum vom Rössle an diesem Nachmittag näher gekommen.

Platzierungen: Alter 6-7: Yannic Niebmann (1. Platz), Amar Khudeda (2. Platz), Thomas Jalal (3. Platz), Nick Stumpf (4. Platz); Alter 8-10: Maximilian Spreter (1. Platz), Chris Heinze (2. Platz), Elias Graßhoff (3. Platz), Ali Hamade (4. Platz); Alter 11-12: Joshua Hummel (1. Platz), Iven Schlecht (2. Platz), Elijah Hummer (3. Platz), Noah Schwarz (4. Platz); Alter 13-15: Jonathan Springer (1. Platz), Tobias Koller (2. Platz), Maximilian Lutz (3. Platz), Ruben Ehrenberger (4. Platz)

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