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Rottweil Neun Kandidaten gehen für den Wahlkreis ins Rennen

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Foto: © Stefan Schurr – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder-Bote

Die Bundestagswahl am 24. September rückt näher. Nun stehen neun Kandidaten für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen offiziell fest. Wir haben mit ihnen über Werdegang und Inhalte gesprochen.

Kreis Rottweil. Der Lokalmatador von der CDU, Volker Kauder, tritt bereits zum achten Mal für den Wahlkreis an. Der 67-Jährige ist seit 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages und bisher stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises eingezogen. Kauder ist der am längsten amtierende Bundestagsfraktionsvorsitzende der Union. Er wurde 1949 in Hoffenheim geboren, ist in Singen am Hohentwiel aufgewachsen und seit 1976 mit einer Ärztin verheiratet.

Gegenüber unserer Zeitung betont Kauder: "Es geht darum, dass wir das große Projekt der Talumfahrung Schramberg voranbringen und einen wichtigen Schritt in die Realisierung machen." Das Projekt sei für den Schutz der Menschen in der Talstadt in Bezug auf die Luftqualität sehr wichtig. Weiter fordert er: "Wir müssen den Ausbau der mobilen Telekommunikation und des schnellen Internets fördern." Das sei besonders wichtig, um den ländlichen Raum im Wettbewerb mit Ballungszentren zu stärken. Dazu gehöre, an der medizinischen Infrastruktur zu arbeiten und qualifizierte Arbeitskräfte zu fördern. Kauder ist weiter für eine Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, die vom Bund gefördert wird.

Georg Sattler tritt bei der Bundestagswahl für die SPD an. Er ist bereits vor 25 Jahren als Jungsozialist in die Partei eingetreten. Als IG-Metall-Betriebsrat und Aufsichtsrat im Tuttlinger Klinikum kenne er die Interessen der Arbeitnehmer. Seit Februar hat er den Kreisvorsitz der SPD in Tuttlingen. Zudem ist der zweifache Vater seit Jahren in seiner Heimatgemeinde Wurmlingen im Gemeinderat und im Kreistag Tuttlingen vertreten. Er ist beruflich seit 36 Jahren als Mechaniker/Technischer Angestellter tätig.

Der ehrenamtliche Arbeitsrichter will "gute und sichere Arbeitsbedingungen bei fairer Entlohnung" im Wahlkreis gewährleisten. Außerdem sind "Renten, die zum Leben reichen, und ein gutes Gesundheitswesen" dem 52-Jährigen ein Anliegen. Vor allem aber will Sattler Steuer- und Verteilungsgerechtigkeit erzielen und in seiner Heimat "die Ideen von Freiheit, Gerechtigkeit und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft verwirklichen".

Kommunalpolitiker Hubert Nowack wird von den Grünen ins Rennen geschickt. Er ist selbstständiger Zimmermeister in Rottweil und seit 2010 Parteimitglied. Der ­55-Jährige hat sich lokal vielfältig engagiert; ist Stadtrat und im Aufsichtsrat der ENRW und an der Gründung mehrerer Organisationen in Rottweil beteiligt. In seinem Werkstattgebäude hat der Zimmermeister Platz für 16 Flüchtlingsfamilien geschaffen.

Seine Themenschwerpunkte seien Umweltschutz und die Förderung des Mittelstandes, sagt Nowack im Gespräch mit unserer Zeitung. Er wolle im Wahlkampf "hauptsächlich zuhören", was die Menschen bewege. Sein besonderes Augenmerk auf den Mittelstand erklärt er mit den Worten: "Ich bin ja selbst Handwerker." Weiter meint er, ihm lägen Förderprogramme für "schwache" Auszubildende am Herzen. Er wolle dafür sorgen, dass Ausbildungen nicht abgebrochen würden. Zudem macht er sich für gute Fahrradwege stark.

Nowack bevorzugt nach eigenen Angaben konkrete Projekte, wie das Glyphosatverbot für öffentliche Plätze, das er im Rottweiler Gemeinderat durchgesetzt habe.

Für die FDP tritt Marcel Aulila aus Spaichingen an. Der 26-Jährige ist in Ulm geboren, in Aldingen und Spaichingen aufgewachsen. Er hat einen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre und Politik und arbeitet im Familienunternehmen. Aulilas politische Karriere begann 2012, als er den Ortsverband der Jungen Liberalen in Spaichingen gründete. Er ist Stadtrat in Spaichingen, war bereits ­FDP-Europakandidat und Landesvorsitzender der Jungen Liberalen und ist seit Neustem Beisitzer im FDP-Landesvorstand. Aulila ist gegen Gemeinschaftsschulen und dafür, dass das Föderalprinzip in Bezug auf die Bildung gelockert wird. Seiner Überzeugung nach soll der Bund die Länder in Bildungsfinanzierungsfragen unterstützen. Der junge Mann fordert weniger bürokratische Hürden, vor allem in Bezug auf die Wirtschaft. Er ist gegen den Mindestlohn und dafür, dass die Steuern für den Mittelstand gesenkt werden. Konkret will er den Solidaritätszuschlag abschaffen und einen Freibetrag auf die Grunderwerbsteuer bis 500 000 Euro einführen. Aulila ist dafür, dass die Einkommensteuersätze an die Inflation angepasst werden.

Statt Vorratsdatenspeicherung und Kameraüberwachung strebt er mehr Personal bei der Polizei an. Der Spaichinger ist weiter dafür, ein Einwanderungsgesetz mit einem Punktesystem je nach Qualifikation zu schaffen. "Asyl und Einwanderung müssen getrennt werden", erklärt er.

AfD-Kandidat Reimond Hoffmann ist 30 Jahre alt und als Teil der banater-schwäbischen Minderheit in Rumänien geboren. Im Alter von drei Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland, er wuchs in Rastatt und Freiburg auf. Zur Zeit lebt er in Heidelberg, wird aber laut eigenen Angaben für den Bundestagswahlkampf und auch darüber hinaus nach Rottweil ziehen. Er hat einen Master in International Economy und arbeitet zurzeit als parlamentarischer Berater für Haushalts- und Finanzfragen für die baden-württembergischen Landtagsfraktion der AfD. Zuvor sei er Berater der Thüringer Landtagsfraktion gewesen, da davor habe er in der Wirtschaft gearbeitet, berichtet Hoffmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hoffmann will "die moderne Wirtschaft und Technik mit der deutschen Kultur und Tradition vereinen". Er ist gegen die "Ehe für alle" und dafür, die lokalen Dialekte und Altstädte zu fördern. Er meint, linksextreme "Vereine, die der Tradition und der Kultur schaden", sollten nicht mehr gefördert werden. "Dann würde so etwas wie in Hamburg auch nicht mehr passieren". Hoffmann strebt "möglichst wenig Bürokratie" für mittelständische Unternehmen an. Flüchtlinge und Migranten sollten sich in Deutschland assimilieren (anpassen) statt integrieren, meint er. "Die Vielvölkerstaaten sind nicht gut geendet", so der 30-Jährige. Er betont weiter: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland." Das Asylgesetz solle konsequent umgesetzt und auch abgeschoben werden.

Laura Halding-Hoppenheit tritt für die Linke an. Die gebürtige Rumänin, die ihr Alter nicht preisgeben möchte, ist Stadträtin für die SÖS/Linke in Stuttgart. Zuvor war sie als Bezirksbeirätin im Stuttgarter Norden tätig. Halding-Hoppenheit hat in Bukarest Kunstgeschichte und Archäologie studiert, bevor sie in den 1970er-Jahren nach Deutschland kam. Seit mehr als 40 Jahren kämpft sie gegen die Diskriminierung von Homosexuellen. Außerdem engagiert sich die Kommunalpolitikerin für HIV- und Aidserkrankte sowie für Gleichberechtigung. Ihr wurde im Januar 2014 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Mit ihrer Kandidatur wolle sie zeigen, dass sich die Linke für die Menschen in der Region einsetze, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Einen Schwerpunkt setze sie auf bildungspolitische Maßnahmen im ländlichen Raum. Hier wolle sie den Zugang zu Bildung verbessern. "Ich möchte mit Menschen aus der Region ins Gespräch kommen und auf ihre Bedürfnisse eingehen", betont Halding-Hoppenheit. Sie setze auf Kommunikation zwischen den Generationen, hier solle man "Potenzial nicht unerkannt lassen". Zudem wolle sie die Infrastruktur im ländlichen Raum verbessern, Selbstständigkeit und kleinere Unternehmen fördern, sowie vernetzen. Halding-Hoppenheit: "Das Landleben darf nicht einschlafen."

Das Reaktorunglück in Tschernobyl führte ÖDP-Kandidatin Verena Föttinger in den 1980er-Jahren in die Partei. Inzwischen ist sie Spitzenkandidatin für Baden-Württemberg. Die zehnfache Mutter legt Wert auf den einzelnen Menschen im Spannungsfeld der Wirtschaft: "Weder im Erwerbsleben, noch im Gesundheitsbereich darf der Mensch zur frei verfügbaren Ware werden." Die Diplomtheologin lehnt Freihandelsverträge ab, da sie dadurch Sozial- und Umweltstandards in Gefahr sieht. Für die Fluorn-Winzelnerin ist Klimaschutz der Weg, die Lebensgrundlage der künftigen Generationen zu erhalten.

Föttinger engagiert sich in der Kirchengemeinde, für Familien sowie Schwangere und Mütter. Ihr christlicher Ansatz fordere die Wiederherstellung des Generationenvertrags. Ein Erziehungsgehalt solle Eltern den Rücken frei halten.

Ihre Forderung nach einer ökologischen Agrarwende setze sie im Kleinen selbst um. Sie ist an der Sanierung zweier denkmalgeschützter Nordschwarzwaldhöfe und an Streuobst- und Insektenwiesen beteiligt.

Carmen Spiegelhalder-Schäfer wird von der Bundesvereinigung der Freien Wählern ins Spiel gebracht. Die Schrambergerin ist 2014 zu der Vereinigung gestoßen. Sie hat eine Tochter und leitet die Rechtsabteilung einer Firma. Die ­51-Jährige ist für eine "Politik von unten nach oben". Es gehe darum, herauszufinden, was die Menschen wirklich wollen und dies dann umzusetzen.

Spiegelhalder-Schäfer ist für das G9 und für eine schlankere Steuerpolitik. Die Juristin spricht sich gegen eine Erhöhung des Rentenalters und gegen "Geheimabkommen wie TTIP und Ceta" aus. Die Kandidatin fordert weiter, dass der Mindestlohn erhöht wird und sagt zum Thema Migration: "Ich bin für eine geregelte Zuwanderung."

Für die Partei "Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz" kandidiert Harald Becker. Der 52-Jährige Spaichinger ist seit drei Jahren in der Partei und deren stellvertretender Landesvorsitzender. Neben Parteiengagement setzt sich der Koch für die Rechte von Homosexuellen ein.

Seine Partei sei für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus, erklärt Becker im Gespräch mit unserer Zeitung. Über seine Partei sagt er: "Wir wollen, dass die Hundesteuer zweckgebunden ist." Die Einnahmen sollten den Tierheimen zugute kommen. Der Spaichinger fordert zudem, dass mehr im Bereich des sozialen Wohnungsbaus und der Unterstützung von Obdachlosen und von Schwerbehinderten getan wird.

 
 
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