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Rottweil Naturfreundehaus-Gäste kämpfen um ihren Wirt

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Frank Bohn und seine Freundin Marianne Wimmer sind bei ihren Gästen sehr beliebt. Dennoch kündigte der Verein Naturfreundehaus dem Wirtspaar. Foto: Schmidt

Rottweil - Eine Liste mit Unterschriften soll im Konflikt um das Naturfreundehaus das Blatt noch mal wenden. Mehr als 300 sind es inzwischen geworden. Pächter Frank Bohn ist sich dennoch sicher, dass er gegen das Ehepaar Burger machtlos ist.

Die Gäste wollen ihren Wirt behalten. Während Frank Bohn berichtet, positionieren sie sich klar auf seine Seite. In der langen Geschichte des Naturfreundehauses beim Jungbrunnen habe es noch nie einen besseren und freundlicheren Wirt gegeben, proklamieren sie.

Die Argumentation von Gisela Burger, Vorsitzende des Vereins Naturfreundehaus, können sie nicht nachvollziehen. Sie vermuten persönliche Abneigungen, die nichts mit der Führung des Hauses zu tun hätten. Die habe Bohn engagiert betrieben, unterstützen sie die Berichte von Bohn, der mit dem Haus erstmals 1996 in Kontakt kam, als er das Logo des Naturfreudenhauses entwarf und es seither ins Herz geschlossen hatte.

Frank Bohn hat viele Arbeiten zum Erhalt des Hauses durchgeführt

Die Beziehung zu Gisela Burger und ihrem Mann sei von Beginn an problematisch gewesen, berichtet Bohn. Schon als er zur ursprünglichen Biersorte weitere hinzufügen wollte, habe sich Burger auf die Seite der Brauerei gestellt. Dennoch sei er optimistisch geblieben und habe bei allen Auseinandersetzungen nie damit gerechnet, dass Burger ihn vor die Tür setzt. "Es lief doch so gut, wie hätte ich damit rechnen sollen, dass die Vorsitzende das nicht anerkennt."

In seiner Ära sei das Haus nicht nur gut besucht gewesen, sondern er habe es auch immer in Schuss gehalten. Viele Projekte seien in Angriff genommen worden, die zum Erhalt dringend notwendig waren, aber vom Verein nicht geleistet wurden. So seien etwa die Treppe vor dem Haus betoniert, die Fassade und Zimmer renoviert und auf das Spielhaus ein neues Dach gesetzt worden. Die TÜV-gerechte Sanierung des Spielplatzes sei ihm tatsächlich zu viel geworden, aber er habe sich hilfesuchend an den Betriebshof gewandt und der pflege ihn seither hervorragend.

Dankesworte habe er von Burger nie bekommen. Im Gegenteil. In entsetzlicher Rage habe Burgers Mann ihn nach einem Wasserschaden vor Gästen angeschrien und beschuldigt, den Schaden vorsätzlich herbeigeführt zu haben. Besonders bedaure er jedoch die Beleidigungen gegenüber seinen Gästen, die laut Burger durch Bohn angezogen und des Hauses nicht würdig wären. Diese saßen zum Zeitpunkt des Interviews zahlreich vor der Gaststätte im Biergarten und auch im Schankraum. Etwa Volker Bechtold, der für Bohn "eine Lanze brechen will".

Die Kündigung greift bereits zum Ende des Jahres

Wie viele andere Gäste des Hauses besuche er es schon seit vielen Jahren. Er persönlich seit 50 Jahren. Am Klientel habe sich unter Bohn überhaupt nichts geändert. Die Stammgäste blieben dieselben aus der näheren Umgebung wie Zepfenhan, Feckenhausen, Göllsdorf und Schörzingen. Er selbst wohne inzwischen in Balingen, aber die fröhliche Einkehr locke ihn immer noch ins Naturfreundehaus.

Parallel werde das Haus freilich von Wanderern ­besucht, käme also eben genau der Bestimmung nach, die Burger aus der Präambel zitiere.

Bechtold selbst spiele gerne mit Freunden Skat. Seit jeher würden auch Spielrunden zur Tradition des Hauses gehören. Die Atmosphäre im Haus sei durch Bohn und seine Freundin, die im Naturfreundehaus mitwirtet, "liebevoll und gastfreundlich" geworden und alle Stammgäste habe die Kündigung entsetzt. Noch bis Ende des Jahres darf Bohn wirten. Dann greift die Kündigung.

Zeit ist also noch. Und die soll genutzt werden. Während des Interviews regte sich eine Idee: Mit einer Unterschriftenliste könne bewiesen werden, dass das Haus gut geführt werde und die Gäste ihren Wirt behalten wollten, sagte ein Gast, der das Haus seit 40 Jahren regelmäßig besucht. Das Interview war am Samstag. Am Mittwoch folgte wie verabredet der Anruf. "Inzwischen sind es mehr als 300 Unterschriften", berichtet Bohn.

Aber er bleibt skeptisch. Aus dem Urlaub heraus hätte sich das Ehepaar Burger bereits negativ zur Unterschriftenliste geäußert. Dazu Bohn: "Die öffentliche Meinung scheint die ›Sozialdemokratin‹ genauso wenig zu interessieren wie der Zustand des Naturfreundehauses Jungbrunnen, das ich vor zwei Jahren in einem erbärmlichen Zustand übernommen habe und mit sehr viel Eigenleistung und harter Arbeit in die augenblickliche gastfreundliche Verfassung gebracht habe. Ich wünsche Frau und Herrn Burger viel Erfolg beim weiteren fortschreitenden Sterben des Gasthauses und Zerfall des Hauses sowie seiner Anbauten."

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