In der "Rotuvilla" kam es im Januar zu einer heftigen Attacke auf den Restaurant-Chef. Dem Tatverdächtigen, einem damals 25 Jahre alten Küchenhelfer, wird versuchter Mord vorgeworfen. Foto: Archiv-Foto: Schönfelder

Messerattacke in Pizzeria im Januar: Küchenhilfe muss sich ab Freitag vor Gericht verantworten.

Rottweil - Dem Mann, der im Januar den Restaurant-Chef der Rotuvilla in Rottweil ohne Vorwarnung mit einem Messer attackiert hat, wird nun der Prozess gemacht. Er hat sich ab Freitag wegen versuchten Mordes zu verantworten.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rottweil eröffnet am Freitag, 20. Juli, das Verfahren gegen den zur Tatzeit 25 Jahre alten Mann. Ihm wird hauptsächlich vorgeworfen, am 22. Januar im Restaurant Rotuvilla in Rottweil, wo er seit Kurzem als Küchenhilfe beschäftigt war, seinen Chef mit einem Messer attackiert zu haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, ohne Vorwarnung von hinten mehrfach mit einem Messer in den Bereich des Hinterkopfs und des Nackens gestochen zu haben. Die Messerklinge betrug 7,5 Zentimeter. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in Tötungsabsicht gehandelt zu haben.

Durch die Rufe des Opfers seien zwei Mitarbeiter aufmerksam geworden, weswegen der Angeklagte sein Vorhaben aufgab. Das Opfer sei durch die Stiche erheblich, jedoch nicht lebensbedrohlich verletzt worden, heißt es in der Pressemitteilung des Landgerichts.

Der junge Mann hat noch mehr auf dem Kerbholz, allerdings werden ihm darüber hinaus weitaus weniger gravierende Taten zur Last gelegt.

So soll er im November 2016 gegen eine Tür einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden getreten haben (der Sachschaden beträgt 700 Euro), im Juli 2017 soll er an einem in Vallendar (Rheinland-Pfalz) abgestellten Auto die amtlichen Kennzeichen gestohlen haben, in dem selben Monat soll er vier Mal mit einem nicht zugelassenen Wagen und ohne Führerschein gefahren sein. Aus Unachtsamkeit soll er einen Unfall gebaut haben und geflohen sein.

Die Verhandlung vor der 1. Schwurgerichtskammer des Landgerichts findet im Sitzungssaal 201 statt. Beginn ist um 9 Uhr. Es sind drei Fortsetzungstermine angesetzt. Dabei sollen 18 Zeugen und zwei Sachverständige gehört werden. Vorgesehen sind zwei Dolmetscher.

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