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Rottweil/Münster Illegale Nagelstudios: Angeklagte ist frei

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Die 32-jährige Angeklagte aus Rottweil ist auf freiem Fuß. Nach einem Dreivierteljahr in U-Haft konnte sie die Justizvollzugsanstalt Bielefeld verlassen und zu ihrem Onkel in den Schwarzwald zurückkehren. (Symbolfoto) Foto: StockSnap / pixabay

Rottweil/Münster - Da waren’s nur noch fünf: Der Nagelstudio-Prozess am Landgericht Münster geht nun ohne süddeutsche Beteiligung weiter. Die 32-jährige Angeklagte aus Rottweil ist auf freiem Fuß. Nach einem Dreivierteljahr in U-Haft konnte sie die Justizvollzugsanstalt Bielefeld verlassen und zu ihrem Onkel in den Schwarzwald zurückkehren.

In der Rottweiler Burger-King-Filiale nimmt sie ihre Arbeit wieder auf. Dort hatte sie vor ihrer Festnahme im November 2019 eine Ausbildung als System-Gastronomin absolviert. Unter ihrem Namen hatten die Chefs eines vietnamesischen Clans Mietverträge und Geldflüsse in etlichen Städten im ganzen Land NRW laufen lassen. Die Rottweilerin konnte aber glaubhaft machen, dass ihre 37-jährige Schwester und ihr 55-jähriger Onkel sie dabei nur als Strohfrau missbraucht hatten.

Mit ihrem Pass hatten die Clanchefs Konten eröffnet und Verträge für illegal betriebene Nagelstudios geschlossen. Nach Auffassung der federführenden Staatsanwältin war der Beitrag der 32-Jährigen zur Gesamtaktivität der Bande nur gering.

Langer Alptraum geht für junge Frau zu Ende

Deshalb hatte sie im August angeregt, dass Verfahren gegen die Rottweilerin gegen eine Geldauflage einzustellen. Die zu erwartende Strafe sei mit der neun Monate langen U-Haft der Angeklagten so gut wie verbüßt. Die Verteidigung stimmte dem zu. Die 12. Große Strafkammer entließ die 32-jährige aus dem Gefängnis.

Damit ging ein langer Alptraum für die junge Frau zu Ende. Sie war im Gegensatz zu vielen in den Nagelstudios ausgebeuteten Menschen vor sechs Jahren legal nach Deutschland gekommen und hat auch einen gesicherten Aufenthaltsstatus. Gegen die anderen fünf Vietnamesen verhandelt das Gericht weiter. Ihnen wird Sozialversicherung- und Steuerbetrug in Millionenhöhe vorgeworfen. Dabei sollen sie Landsleute als Strohleute eingesetzt haben. Offiziell fungierten die Vietnamesen als Geschäftsführer der Nagelstudios. Tatsächlich waren sie laut Anklage abhängig Beschäftigte, für die weder Lohnsteuern noch Versicherungsbeiträge abgeführt wurden. Unter ihnen arbeiteten wiederum völlig rechtlose, zuweilen minderjährige Frauen und Männer.

Um dies alles herauszuarbeiten, wendet die Wirtschaftskammer viel Mühe auf. So hat sie den ursprünglich bis Oktober angesetzten Prozess um 16 Verhandlungstage bis zum 16. Dezember verlängert. Wie schwierig die Wahrheitsfindung ist, zeigte sich auch am Dienstag wieder. Ein 47-jähriger Mann verweigerte komplett die Aussage, eine 43 Jahre alte Frau auf dem Zeugenstuhl wartete mit einer mehr als abenteuerlichen Geschichte auf.

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