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Rottweil Mit Manfred Mann am Mischpult

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Markus Schwarz hat sich in seiner Wohnung ein eigenes, professionelles Tonstudio eingerichtet. Foto: Cools

Rottweil - Er war mit Musikgrößen wie Lou Bega, David Hasselhoff und Manfred Mann im Tonstudio. Nun hilft Markus Schwarz Newcomern in Rottweil und Umgebung auf die Beine. Der 47-Jährige ist ständig auf der Suche nach Talenten.

Ein riesiges Mischpult samt Bildschirm, ein Drumcomputer, mehrere Lautsprecher und ein Keyboard unter der Schreibtischplatte – das ist Markus Schwarz’ Reich. Per Kamera sieht er, was im benachbarten Aufnahmebereich passiert. Aber die wahre Magie findet genau dort statt, wo der 47-Jährige sitzt. Der Rottweiler ist ein Profi in Sachen Musik. Alles begann in den 90er-Jahren. Der gelernte Maler und Lackierer war Schlagzeuger der regionalen Band "Narayana" und fuchste sich ins Thema Tontechnik rein.

Nach dem Motto "learning by doing" wurde er immer besser. Heute ist es seine große Leidenschaft. 1997 beschlossen er und seine Bandkollegen, nach München zu ziehen, um Musik zu machen. Sie suchten sich ein Label in der Großstadt und gerieten ausgerechnet an das Label, bei dem auch Lou Bega unter Vertrag war. Wenig später wurde "Mambo No. 5" veröffentlicht und ging geradewegs durch die Decke. Schwarz und seine Musikkollegen trafen den Star immer wieder im Studio.

Doch dabei blieb es nicht. Markus Schwarz schaffte es ins Team und durfte künftig Songs von Lou Bega produzieren. "Das waren meine ersten Schritte im Business", erinnert sich Schwarz. Darüber hinaus wurde er einer der Songwriter für Lou Begas Single "Bachata", die 2006 erschien.

Und es bliebt nicht der letzte Star, dessen Musik der Rottweiler bearbeiten durfte. "Ich habe auch mit David Hasselhoff zusammengearbeitet und das Album ›100 Jahre EAV‹ von der ›Ersten Allgemeinen Verunsicherung‹ mitproduziert", erinnert sich der 47-Jährige. Auch mit Manfred Mann arbeitete er zusammen – "ein ganz besonderer Mensch", findet Schwarz. Doch allzu sehr aus dem Nähkästchen möchte er nicht plaudern, denn in seiner Zeit in München hat er auch so manchen Künstler erlebt, der so berauscht ins Studio kam, dass eine Aufnahme praktisch unmöglich war.

Parallel hatte sich Schwarz’ Band "Narayana" aufgelöst. Die Mitglieder verstreuten sich. Schwarz zog nach Frankfurt, wo er im "Studio Besser" zu arbeiten begann und Musik mit seiner damaligen Frau machte.

"Narayana" vereint gekonnt klassischen Pop und Rock mit Beats

2016 zog er wieder in seine Heimat Rottweil zurück. Dort hat er sich nun ein eigenes Tonstudio aufgebaut, in dem auch so mancher Rottweiler Musiker schon zu Gast war. "Ich hatte zum Beispiel schon einige Rapper hier."

Der Musikproduzent ist immer auf der Suche nach Talenten. "Ich würde sie gerne fördern und auf ihrem Weg begleiten." Der Musikstil spielt für Markus Schwarz dabei keine Rolle. "Ein Song muss einfach gut sein, dann spielt das Genre keine Rolle."

Er selbst hört gerne Grunge à la "Nirvana" und "Soundgarden", aber auch "The Prodigy", vor allem Melancholisches. Aber auch aktuelle Popsongs können auf seiner Playlist landen. "Es ist wichtig, zu wissen, was gerade angesagt ist", findet er.

Je nach Musikart dauert es einige Stunden oder aber Tage, bis ein Song im Kasten ist. "Bei Rap ist man meist in drei Stunden durch, bei Gesang ist das schon etwas aufwändiger", weiß der Experte. Auch Geduld gehört zu seinem Job, denn oft muss er Passagen 100 Mal hören, bis er die perfekte Mischung aus Samples, Instrumenten oder Beats hat. Ein gutes Gehör ist da Gold wert.

Das braucht Markus Schwarz auch, wenn er sich den Songs seiner eigenen Band widmet. "Narayana" ist nämlich wieder aktiv und wagt einen Neustart. Noch dieses Jahr will die Band ihr erstes Album veröffentlichen. Schwarz wird jedoch voraussichtlich nicht mehr als Schlagzeuger, sondern als Tonspezialist an Bord sein.

Dass da ein Experte am Werk war, hört man schon bei den ersten Liedern. "Narayana" vereint Pop, Rock und Electro auf eine Art, die die Songs gleichzeitig klassisch und hypermodern wirken lässt. Man kann sie sich mühelos auf einer Konzertbühne, aber auch in einem Club vorstellen.

Die Stimme des Sängers Sandro Agozzino erinnert ein wenig an Künstler wie Phil Collins, der Sound hingegen an aktuelle DJs mit an Dub­step angelehnten Beats. In den Texten lässt sich ein Hang zum Hinduismus erahnen.

2021 will die Band live auftreten, wenn auch etwas anders als es bei anderen Musikern der Fall ist. "Wir werden viel vom Band kommen lassen und etwas Abgefahrenes machen", sagt Schwarz. In seinem Kopf und auf seinem Desktop sind schon unzählige Ideen, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden.

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