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Rottweil Mit dem Herzen im "Eckerwald"

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Das Mahnmal "Der Gefangene" des Rottweiler Bildhauers Siegfried Haas: Am 23. April 1989 wurde der Eckerwald als Gedenkort eingeweiht. Foto: Schwarzwälder Bote

"Nie wieder Krieg": Dieser uneingelöste Aufruf von Käthe Kollwitz aus dem Jahr 1924 stand als Mahnmotto für die Begegnungswoche mit internationalen Gästen und Zeitzeugen der Initiative Gedenkstätte Eckerwald.

Rottweil/Schömberg. Doch diese und die zentrale Gedenkfeier, in diesem Jahr auf dem KZ-Friedhof Schömberg, mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Für die Initiative war zu einem frühen Zeitpunkt klar, dass sie ihren wenigen Zeitzeugen aus Polen, aber auch den Gästen aus Norwegen, Slowenien, den Niederlanden, aus Frankreich, Luxemburg, Österreich, Ungarn und der Schweiz die Reise nicht zumuten konnte.

Seit 1995 führt die Initiative Gedenkstätte Eckerwald diese Begegnungswochen durch, und zum ersten Mal wird diese immer sehr bewegende Gedenkfeier nicht stattfinden können. 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und 75 Jahre nach der Auflösung der KZ-Lager und der Befreiung der Häftlinge des Komplexes Wüste an der ehemaligen Bahnstrecke von Rottweil nach Tübingen sollte die Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof Schömberg diesem Datum verpflichtet sein.

Erinnerung lebt

"Tausende Häftlinge der Wüste-Lager konnten die Befreiung nicht mehr erleben. Sie hatten gelitten unter Hunger, Kälte und Seuchen, sie wurden Opfer der katastrophalen Verhältnisse, von Ausbeutung und Terror. Und für diejenigen, die überlebten, kam die Befreiung nach den mörderischen Strapazen der Todesmärsche", schrieb die Vorsitzende der Initiative, Brigitta Marquart-Schad, in ihrer diesjährigen Einladung.

Zum Thema der Auflösung der Wüste-Lager hätte auch der Kreisarchivar aus Balingen, Andreas Zekorn, die zentrale Gedenkrede gehalten, ebenso hätten Überlebende und Angehörige der Wüste-Lager Schörzingen, Schömberg, Dautmergen ihre Grußworte an die Anwesenden gerichtet.

Seit vielen Jahren besuchten Überlebende Schulen, um ein ganz persönliches Zeugnis des verbrecherischen NS-Regimes weiterzugeben. In diesem Jahr waren acht Schulen in den drei Landkreisen Tuttlingen, Zollernalb und Rottweil vorgesehen.

Freundschaft statt Terror

Jacek Zieliniewicz aus Bydgoszcz/Polen, ein großer Freund und ein inzwischen verstorbener Zeitzeuge, war dieses Vermächtnis an die nachkommende Generation ein Herzensanliegen: Dieser Terror dürfe sich nicht wiederholen, sondern Freundschaft solle die Völker verbinden. In Erinnerung an ihn und alle Freunde der Initiative Gedenkstätte Eckerwald war eine Performance mit Schülern aus Rottweiler Gymnasien unter der Leitung von Gerhard Lempp zum diesjährigen Motto: "Nie wieder Krieg" vorgesehen. Einige Namen von Verstorbenen im KZ Dautmergen sollten vorgetragen und Nachlass-Texte von ihnen gelesen werden.

Einer, der die Todesfabrik KZ Dautmergen überlebte, war Tadeusz Borowski, geboren am 12. November 1922 in Schytomyr. Am 3. Juli 1951 schied er in Warschau mit 29 Jahren aus dem Leben. Er beschließt die letzte Strophe seines Gedichtes mit den Worten: "So lieg ich in der Baracke, ich, Rühmer menschlichen Lebens, mit den Fingern fass ich wie Vogelflug Mythos, Legende, nach einem Zeichen in Menschenaugen such ich vergebens, es gibt nur noch Schaufel und Erde, Suppe und zitternde Hände."

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