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Rottweil Mit dem Helikopter zum Großprojekt

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Das Arbeitsteam der Sektion ist bester Laune. Nach langer Vorbereitung geht es an der Anhalter Hütte los.Fotos: DAV-Sektion Foto: Schwarzwälder Bote

Jetzt geht sie los, die Generalsanierung der Anhalter Hütte. Am Wochenende waren Hüttenwart Rony Dreher und die stellvertretende Vorsitzende Stefanie Arnold der DAV-Sektion Oberer Neckar mit weiteren Helfern in Imst, um die letzten Vorbereitungen zu treffen.

Rottweil/Imst. 4.30 Uhr am Samstag am Kletterzentrum K5: Abfahrt Richtung Imst, wo bereits um 8.30 Uhr das Abholen der Heli-Big-Packs für die Materialflüge ansteht, bevor die Fahrt zum Hahntennjoch und der Aufstieg zu Fuß über das Steinjöchle in tiefem Schnee zur Anhalter Hütte folgen. Die Behelfsküche und die Wasserversorgung im Gastraum des denkmalgeschützten Hüttenteils sollten hergestellt werden.

Am Montagmorgen begann dann, wie in der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Oktober angekündigt, der Bau – und das bei sehr gutem Flugwetter. Das Bauteam der Firma HTB aus Arzl/Imst kommt per Helikopter auf die Hütte. Mit dem Lastenhubschrauber Super Puma werden Sanitärcontainer und Baukranelemente zur auf mehr als 2000 Metern hoch gelegenen Hütte am Fuß der Heiterwand geflogen. Indes: Der Schreitbagger für die Rückbau- und Felsarbeiten ist mit mehr als acht Tonnen Eigengewicht selbst für den Super Puma zu schwer. Er nimmt seinen eigenen mit den Behörden abgestimmten Zustiegsweg durch das Brennhüttental zur Hütte.

Herausfordernde Wochen

"Es ist toll, dass die jahrelangen Vorbereitungen greifen und nun der Baustart erfolgt", sagt Sektionsvorsitzender Rudolf Mager. "Aber gut, dass wir als Bergsteiger auf Überraschungen, schnelle Entscheidungen und Flexibilität beim Erreichen von Zielen trainiert sind". Die zurückliegenden 15 Monate seien fordernd gewesen. Erst musste aufgrund zu hoher Preise im Frühjahr 2019 der gesamte Projektablauf neu organisiert, nachjustiert und nachverhandelt werden. Dann kam nach den Beauftragungen und Vorauszahlungen an die Firmen die Corona-Krise. Das K5-Kletterzentrum in Rottweil musste schließen. In Tirol wurden im März zeitweise alle Baustellen komplett eingestellt. Die Besprechungen für das Hüttenprojekt vor Ort konnte der Vorstand nur noch dank Passierschreiben der Stadt Imst durchführen. Die Reisen von Rottweil nach Tirol gelten als unaufschiebbare Geschäftsreisen – auch mit Blick auf die Investition der Sektion in Höhe von knapp drei Millionen Euro.

Auf der Hütte muss nun während der Maßnahme die Einzelunterbringung der Arbeiter nachgewiesen werden. Provisorische Trennwände müssen für die historischen Schlafstuben der Hütte vorbereitet werden. "Es ist ein großes Glück, dass alle zusammenhelfen, die Behörden und Firmen in Imst, die exzellenten, engagierten Profis in unserer Sektion und dass vor allem unsere Mitglieder dieses Vertrauen in den Vorstand setzen", freuen sich Rony Dreher und Stefanie Arnold, die zusammen mit Heidrun Streicher von der Geschäftsstelle des K5 das Projekt steuern.

Stefanie und Martin Arnold verpflegen als erstes Hüttenzeitteam die Handwerker. Zu Beginn werden bis zu zehn Mitarbeiter der Firma HTB jeweils montags auf die Hütte geflogen und bleiben bis Donnerstag oder Freitag. Während der Bauzeit, bis zum Wintereinbruch im Oktober/November, werden wöchentlich Mitglieder der Sektion ehrenamtlich die Versorgung auf der Hütte übernehmen.

Öffnung des K5

In Rottweil bereiten momentan Betriebsleiter Fabian Lehmann und Herta Herrmann den Start des Kletterzentrums K5 für Montag, 25. Mai, mit der Außenkletterwand vor. Dank der langen Schließung konnten die Kletterwände mit Spezialgeräten erstmals seit Öffnung der Halle 2013 komplett generalgereinigt werden. Auch ansonsten sei der Lockdown als Chance genutzt worden, um die Halle fit zu machen. Neue Kletterrouten sind entstanden. Es gilt, umfangreiche Regeln und Einschränkungen für den Kletterbetrieb vorzubereiten. In der ersten Woche will Lehmann noch auf die ehrenamtlichen Hallendienste abends verzichten. Danach soll wieder der vereinbarte Turnus für die fünf Bergsteigergruppen aus Rottweil, Schramberg, Oberndorf, Spaichingen und Trossingen gelten.

"Wir brauchen dringend die Öffnung, aber die schlanke Organisation der Sektion in Kombination mit Verteilung von Ehrenamt auf viele Schultern, hat sich in der Krise bewährt", zeigen sich Schatzmeister Martin Krause und Vorsitzender Mager zufrieden. Die Sektion könne trotz allem die finanziellen Verpflichtungen noch bedienen. Die unkomplizierten Kurzarbeiterregelungen und die finanzielle Corona-Hilfe seien aber für die Sektion Oberer Neckar ebenfalls von großer Bedeutung gewesen.

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